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Halligkirche auf Langeness : Stein für Stein zu neuem Glanz

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Halligkirche auf Langeneß wird umfangreich renoviert, bleibt noch für zwei Jahre eine Baustelle. Pastor Matthias Krämer hält aber weiter Gottesdienste ab – auch am Heiligabend.

„In zwei Jahren soll alles fertig sein“, hofft Pastor Matthias Krämer angesichts der im Spätsommer begonnen Arbeiten an der Halligkirche auf Langeneß. Am 1725 erbauten Gotteshaus werden Reetdach und Mauerwerk erneuert sowie Renovierungen im Innenbereich vorgenommen. „Hier wird täglich gewerkelt – es sei denn, die Arbeiter vom Festland können wegen Landunter nicht auf die Hallig kommen“, so Krämer.

Apropos: Landunter machte der Kirche vor der Warfterhöhung 1990 schwer zu schaffen. Da lief die Kirchwarft voll, drang der Blanke Hans bis in den Innenraum des Gebäudes vor. Das Wasser im Außenbereich sowie im Kirchenschiff führte zu extremer Feuchtigkeit und damit verbundenen Salzausblutungen an den Wänden. „Der Putz muss rundum runter und erneuert werden“, erzählt der Geistliche bei einem Gang durch die Halligkirche. Durch die eingedrungene Feuchtigkeit wurden auch Teile der Deckendielung mit alten Gemälden von 1725 und Darstellungen aus dem Alten Testament in Mitleidenschaft gezogen. Die werden nach Abschluss der Renovierungsarbeiten restauriert und wieder angebracht.

„Die Arbeiten an der westlichen Außenseite der Kirche sind vor wenigen Wochen fertig geworden,“ stellt der Pastor erfreut fest. Eine komplett neue Verblendung mit Ziegelsteinen und ein neues Fundament sollen hier der Feuchtigkeit trotzen. Dafür wurde diesmal Muschelkalkmörtel zur Verfugung verwendet – aus dem kann die Feuchtigkeit entweichen. Der vorher eingebrachte Zementmörtel ist zwar beständiger, lässt aber das Wasser nicht passieren. Die weichen Ziegelsteine nehmen die Nässe auf und werden porös. So konnte die Feuchtigkeit ins Mauerwerk eindringen und zu den Schäden führen. Die jetzt verwendeten, handgemachten Backsteine, wurden eigens in einer Ziegelei in Glinde gebrannt.

Die Arbeiten an der Nordseite sind noch nicht abgeschlossen. „Im Frühjahr 2017 wird das neue Reetdach eingedeckt“, kündigt Krämer an. Nass werden die Besucher in der Kirche aber auch heute nicht. Eine große Plane überspannt die Halligkirche. So können die Gottesdienste wie gewohnt stattfinden.

Finanziert wird die rund 550  000 Euro teure Sanierung zum größten Teil vom Kirchenkreis Nordfriesland. Geld kommt auch von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland (KiBa). Mit einem kleinen Faltblatt wirbt Matthias Krämer um weitere Spenden.

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