Das Schiffswrack von Uelvesbüll : Stattliche Skulptur zur Erinnerung

Im Husumer Schifffahrtsmuseum ist das Uelvesbüller Zuckerschiff ausgestellt.
Im Husumer Schifffahrtsmuseum ist das Uelvesbüller Zuckerschiff ausgestellt.

Eine Holzstele weist – weithin sichtbar – auf den Fundort des Uelvesbüller Zuckerschiffs hin. Die Künstlerin Linda Hamkens hat sie gestaltet. Das Wrack wurde 1994 am Fuß eines Deichs im Uelvesbüller Koog entdeckt.

shz.de von
30. Januar 2015, 16:00 Uhr

Stürmisch bläst ein kalter Wind am Uelvesbüller Porrendeich – nicht gerade die beste Witterung für einen offiziellen Einweihungsakt. Die kleine Festgesellschaft bilden Bürgermeisterin Christel Zumach, Künstlerin Linda Hamkens, Zimmerermeister Uve Renfranz sowie Sponsoren-Vertreter. Etwa zwei Kilometer von der St.-Nikolai-Kirche im Dorf entfernt, genau an der Stelle, wo vor 400 Jahren ein 14 Meter langer Frachtensegler unterging, steht sie nun gut sichtbar, direkt neben der bereits vorhandenen Informationstafel, die aus 2,50 Meter langen Eichenholz von Uve Renfranz nach den Entwürfen Hamkens gebauten Stele.

„Sie alle haben dazu beigetragen, dass wir die Stele einweihen können. Sie ist nicht zuletzt eine Attraktion für die Gemeinde“, so die Bürgermeisterin in ihrer Begrüßungsrede. Sowohl die Gemeindevertreter als auch Alt-Bürgermeister Richard Wiborg seien von Anfang an Unterstützer des Projektes gewesen. Die Künstlerin habe nicht nur die Idee gehabt, sondern dank sieben Sponsoren, die die Finanzierung ohne Zögern übernahmen, ganze Arbeit leisten können und auch geleistet. Sowohl der Entwurf stammt von ihr als auch das Emblem des Schifffahrtsmuseums Nordfriesland in Husum, wo das Wrack besichtigt werden kann. Das aus Bronze von ihr gefertigte Stück ist oben auf der Stele angebracht worden.

Gefunden wurde das Wrack im Juli 1994 bei Siel-Arbeiten unterhalb des 1579 gebauten Deiches durch den Baggerführer Jochen Jürgens. Der hatte seinerzeit sofort seinen Chef, Thies Thiessen vom Deich- und Hauptsielverband Eiderstedt, informiert, der hat wiederum sofort den Archäologen Hans Joachim Kühn vom Archäologischen Landesamt zu Rate gezogen. „Ich kann mich noch genau erinnern, als die Arbeitsgruppe vom Landesamt unter riesengroßem Medienrummel und Interesse der Bevölkerung das Wrack Stück für Stück freilegte. Ich weiß auch noch, wie fasziniert meine Jungs gewesen sind, als sie sahen, dass teilweise mit einem Löffel die einzelnen Schlickschichten vorsichtig entfernt wurden“, so die Gemeinde-Chefin. Als komplettes Schiff ist es unzerlegt geborgen worden und nach zweijähriger Konservierung in einer Zuckerlösung in das Husumer Museum transportiert worden. Der Transport erfolgte in einem Konservierungstank, in dem ein „Bad“ aus 100.000 Kilogramm Zucker hergestellt worden war. Liebevoll sei es, so Zumach, von den Bürgern „Uelvesbüller Zuckerschiff“ genannt worden.

Schon lange habe die Künstlerin die Idee für die Stele mit sich „herumgeschleppt“. „Mir war die Info-Tafel für unsere Feriengäste und alle Bürger einfach zu wenig“, so Linda Hamkens. Vor einem Jahr sei sie dann an die Bürgermeisterin herangetreten und die habe mit dem Gemeinderat grünes Licht gegeben ebenso wie der Deich- und Hauptsielverband und der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Schleswig-Holstein. Flyer und weitere Hinweisschilder zur Stele sind noch in Arbeit. Detaillierte Informationen gibt übrigens Hans Joachim Kühn in seinem Buch „Gestrandet bei Uelvesbüll“. Ein Fernsehteam von N 3 ist erst kürzlich den Spuren des Wracks nachgegangen und hat in der Region, so auch Linda Hamkens, bei der Arbeit an der Stele, gefilmt. Ausgestrahlt wird der Beitrag im Rahmen der Sendung „Nord-Tour“ am kommenden Sonnabend (31.) ab
18 Uhr.

Die Sponsoren: Gemeinde Uelvesbüll, Heimatbund Eiderstedt, Nospa Kulturstifung NF, Stiftung Husumer Volksbank, Tourismus-Verein Witzwort-Uelvesbüll, Vermächtnis Johan van Wouver und Windpark Uelvesbüll GmbH.

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