St. Peter-Ording : Statt alter Wohnhäuser ein weiteres Hotel

Diese drei Häuser sollen für den Neubau weichen, ganz rechts das ehemalige Kurdirektoren-Haus.
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Diese drei Häuser sollen für den Neubau weichen, ganz rechts das ehemalige Kurdirektoren-Haus.

An der Strandpromenade von St. Peter-Ording soll ein Hotel entstehen, der Bauausschuss spricht sich für Vorentwurf des Bebauungsplans aus.

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25. Januar 2018, 08:00 Uhr

Um zwei der großen Filet-Stücke von St. Peter-Ording ging es in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde – nämlich um das Gelände an der Strandpromenade und das Gebiet zwischen Alter Post und der Kurklinik Stadt Hamburg im Ortsteil Bad. Wie schon mehrfach berichtet lässt die Gemeinde ihre Bebauungspläne insgesamt überarbeiten, um sie den modernen Anforderungen anzupassen. Das Gremium befasste sich mit dem Bebauungsplan Nr. 1 (Gebiet südlich und östlich der Straße Im Bad sowie nördlich der Straße Kieferneck) und ferner mit den Bebauungsplänen Nr. 13 a und 13 c (Strandpromenade). Sie werden anstelle des alten B-Plans Nr. 13 aufgestellt, um mit den – wegen der unterschiedlichen Anforderungen – langwierigen Verfahren endlich zum Abschluss zu kommen.

Stadtplaner Helmut Reggentin aus Zarpen bei Lübeck stellte den Vorentwurf für den neuen B-Plan Nr. 13c vor. Er umfasst acht Grundstücke am südlichen Ende der Strandpromenade. Die fünf mittleren Flurstücke sind laut Vorentwurf als Sondergebiet Hotel und Gastronomie vorgesehen, die jeweils äußeren als Sondergebiet Ferienwohnungen. Auf den Grundstücken 13 bis 17 soll ein Hotelneubau entstehen. Dieses Gelände sowie die Hausnummer 11 werden für den Autoverkehr von Süden über die Fritz-Wischer-Straße erschlossen. Es ist eine schalltechnische Untersuchung geplant.

In der Diskussion ging es um einen Turm, der laut B-Plan 13 im Sondergebiet Hotel bisher zugelassen war – mit einer Höhe von 18 Metern und einer Grundfläche von 72 Quadratmetern. Im B-Plan Nr. 13c soll laut Entwurf eine Gebäudehöhe von 15 Metern über Straßenniveau gelten. Gemeindevertreter Uwe Kirchner mahnte an, das zu überdenken. Denn in anderen B-Plänen werde akribisch auf die Höhen geschaut und hier würden einfach drei Meter mehr zugelassen werden. Laut Sven Jacobsen von der Amtsverwaltung sei der bestehende B-Plan noch nicht so alt, der Turm sollte dringelassen werden. Kirchner regte an, das rechtlich prüfen zu lassen. Der Vorentwurf wurde einstimmig gebilligt. Die Planungen sollen der Öffentlichkeit in einer Informationsveranstaltung vorgestellt werden.

Einen Schritt weiter ist die Gemeinde beim B-Plan Nr. 13a. Er umfasst die Strandpromenade von der Straße Am Kurbad bis zum Strandläuferweg. Der Bauausschuss beschloss einstimmig den erneuten Entwurfs- und Auslegungsbeschluss. Nach der letzten Auslegung im Sommer 2015 hat die Prüfung der Stellungnahmen Zeit und einige Änderungen erfordert. So wurden der Geltungsbereich um das Gebiet des B-Plans Nr. 13c und beispielsweise die Zahl der Geschosse für das Grundstück Strandläuferweg 11 reduziert. Der B-Plan wird nun noch einmal öffentlich ausgelegt. Der Termin und die Unterlagen werden auf der Internet-Seite des Amtes Eiderstedt eingestellt und sollen dann auch über den Digitalen Atlas des Landes zugänglich gemacht werden.

Nach denselben Modalitäten soll auch der B-Plan Nr. 1 auslegt werden, da wegen der Stellungnahmen nach der letzten Veröffentlichung im Sommer einige Änderungen eingearbeitet werden mussten. Dafür sprach sich das Gremium mit fünf Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen aus. Hans Halket Kraus (SPD) wunderte sich, dass im Plan an der Stelle des heutigen Parkplatzes neben der Alten Post ein Baufeld eingetragen worden sei. „Der Parkplatz sollte doch in den nächsten fünf Jahren nicht angefasst werden.“ Reggentin begründete dies mit einem Vorsichtshalber, für den Fall, dass ein Investor käme, der ein Hotel nach dem Willen der Gemeinde bauen wolle.

Grünes Licht gab es auch für die Flächennutzungsplan-Änderung für die ehemalige Skaterbahn an der Strandpromenade. Dort soll ein Spiel- und Familienhaus entstehen.

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