zur Navigation springen

Neuer Job Mit 40 : Starthilfe für die Rückkehr in den Beruf

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Sylvia Lückner aus Husum fand nach der Familienpause mit professioneller Hilfe der Agentur für Arbeit einen neuen Job in Tönning. Sie arbeitet nun Teilzeit in ihrem alten Beruf als Zahntechnikerin.

„Sie ist ein Volltreffer“, lobt Andreas Godt seine neue Mitarbeiterin, während er ihr über die Schulter guckt. Dass Sylvia Lückner ein „alter Hase“ auf ihrem Fachgebiet ist, zeigte sich schnell. Nach ihrer Ausbildung zur Zahntechnikerin in Niebüll hatte sie elf Jahre Berufserfahrung gesammelt, bevor sie eine Familie gründete. Ihre Kinder im Alter von drei, fünf und acht Jahren sind mittlerweile aus dem Gröbsten heraus. Es stellte sich die Frage nach Zukunftsplänen. Sylvia Lückner wandte sich an die Agentur für Arbeit in ihrem Heimatort Husum. Die 39-Jährige hielt eine Rückkehr in ihren bisherigen Job für eher unwahrscheinlich, dachte an eine Ausbildung in einem anderen Beruf und ließ sich beraten.

„Viele scheuen sich vor dem Schritt der Berufsrückkehr und kommen gar nicht erst zu uns“, weiß Arbeitsvermittlerin Dörte Petersen. „Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit oder einer Betreuungszeit für pflegebedürftige Angehörige ist gar nicht so schwierig und der bürokratische Aufwand wirklich zumutbar“, betont sie. So individuell wie der Lebenslauf ist auch das Konzept, das sie zusammen mit dem Bewerber erstellt. Manchmal sei auch ein komplettes Umdenken gut, nicht wenige seien nach der Schule in einen Job geraten, der heute gar nicht mehr ihren Vorstellungen oder Stärken entspricht. „Quereinsteiger sind nicht gerade selten“, weiß Silke Jahn, Pressesprecherin der Agentur für Arbeit mit Sitz in Flensburg. Viele beginnen den Wiedereinstieg mit einer Weiterbildung oder einer Qualifizierung.

Für Zahntechnikermeister Andreas Godt, der seit 20 Jahren zusammen mit seinem Partner Ralf Söllner das Dental-Labor in Tönning führt, gab es keine bessere Lösung. „Frau Lückner bringt elf Jahre Berufserfahrung mit, das ist unschätzbar.“ Zwei Tage nach der Stellenausschreibung war bereits der Kontakt hergestellt. Es wurde ein Termin vereinbart, und es zeigte sich schnell, dass die Chemie stimmt. Für die ersten sechs Monate der Beschäftigung zahlt die Arbeitsagentur einen Eingliederungszuschuss.

Ungefähr zwei Monate arbeitet Sylvia Lückner nun in ihrem neuen Job mit 22,5 Wochenstunden. Von Tag zu Tag wird sie routinierter und fühlt sich sicherer. Mit gemischten Gefühlen hatte sie den Schritt gewagt, wieder zu arbeiten. Sie hat volle Rückendeckung von ihrer Familie und wird im Bedarfsfall auch unterstützt, zum Beispiel, wenn einmal eine Überstunde ansteht. Dann springt die Oma ein. Mittags holt Sylvia Lückner dann die Kinder von Schule und Kindergarten ab.

„Es tut mir gut, wieder am Berufsleben teilzunehmen und etwas für mich selbst zu machen“, sagt sie. Die Rückkehr in den Job wurde ihr auch von den drei Kollegen leicht gemacht. Die Arbeitsatmosphäre ist äußerst entspannt. Das Einarbeiten seiner Mitarbeiterin in neue Programme ist für Andreas Godt selbstverständlich und auch Weiterbildungsmaßnahmen stehen in diesem Jahr noch an.

Gab es denn eigentlich gar keinen Stolperstein? Die Tatsache, dass Sylvia Lückner nur in Teilzeit arbeiten wollte und drei Kinder hat, habe einige Chefs abgeschreckt, erinnert sie sich. Deshalb war es so wichtig, sich von der Agentur für Arbeit beraten zu lassen, die ja quasi sofort eine passende Stelle für sie fand. Neben der Jobsuche ist die Einrichtung auch behilflich bei Bewerbungen, Existenzgründungen, Einarbeitungen sowie Aus- und Weiterbildungen. Dörte Petersen und Silke Jahn wollen denjenigen Mut machen, die noch zuhause sitzen. Und sie wollen diejenigen aufrütteln, die sich zu wenig zutrauen. „Die Arbeitgeber sind offener dafür geworden“, ermutigt die Pressesprecherin. Sylvia Lückner und ihr neuer Chef sehen das genauso und sind überzeugt davon: „Wenn man es wirklich will, dann funktioniert es auch.“

Weitere Auskünfte im Netz unter www.dasbringtmichweiter.de, bei der Beratungsstelle unter Telefon 0461/819464 (Angela Barckmann) oder bei den Arbeitsvermittlern der Agentur für Arbeit vor Ort unter der kostenlosen Servicenummer 0800/4555500.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen