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Größter Landfrauenverband in Schleswig-Holstein : Starker Verein, starker Zuwachs

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nordfrieslands Landfrauen melden steigende Mitgliederzahlen. Mit 6115 Köpfen ist der Kreislandfrauenverband jetzt der größte in Schleswig-Holstein.

shz.de von
erstellt am 09.Apr.2015 | 16:00 Uhr

Das Bild der Landfrau hat sich stark gewandelt. Früher ging es in ihren Reihen um berufsständische Interessen der Bäuerinnen, die den Landfrauenvereinen an gehörten. „Heute kann jede Frau bei uns Mitglied werden“, heißt es in den Vereinen, denen Frauen aus einer Vielfalt von Berufen angehören. Ihr Erkennungszeichen ist die Biene – keineswegs nur Symbol des Fleißes, sondern vor allem Ausdruck des Selbstbewusstseins.

Das war auch in der Delegiertenversammlung des Kreisland-frauenverbandes Nordfriesland unter dem Vorsitz von Magret Albrecht (Reußenköge) zu verspüren, die im Niebüller Friesenhof tagte. Dort trafen sich 101 Delegierte aus 22 der 26 Ortsvereine. Mit seinen heute 6115 Mitgliedern ist der Kreislandfrauenverband NF der größte Kreisverband im Lande. „Sie dürfen stolz auf sich sein“, lobte die Präsidentin des Landfrauenverbandes Schleswig-Holstein Marga Trede (Bokel) die zahlreich vertretenen Nordfriesinnen, die sie aber auch ermunterte, weiter um Mitglieder zu werben, andererseits aber auch Hilfen zu Thema Migration anzubieten. Diesem Thema hatte sich auch Nordfrieslands Landrat in seinem Vortrag zur Situation der Flüchtlinge zugewandt.

In Anwesenheit ihrer Vorgängerinnen Karla Levsen-Johannsen, Carin Palm und Erna Lorenzen ehrte Magret Albrecht gemeinsam mit der Landes-Chefin langjährige Ehrenamtlerinnen, die sich in der Verbandsarbeit um die Sache der Landfrauen verdient gemacht haben. Aus ihrem Amt als stellvertretende Kreisvorsitzende wurde Telse Nommensen (Leck) verabschiedet, ferner acht Vorstandsmitglieder aus der Ebene der Ortsvereine, denen Urkunden sowie die silberne Biene verliehen wurden.

Im Jahresbericht listete die Vorsitzende Magret Albrecht Aktivitäten, Termine und Neuigkeiten auf. So verlor der Kreisverband zwar 28 Mitglieder, gewann aber 219 neue hinzu – Husum mit 29, Föhr mit 24 und Friedrichstadt mit 22 „Neuen“ voran. Unterm Strich wurden 4057 Veranstaltungen durchgeführt, zu denen 132  457 Besucherinnen kamen. Inke Carstensen-Klatt erstattete den Kassenbericht. Sie wurde in ihrem Amt durch Wiederwahl bestätigt, während Christel Hintz (Ladelund) „geheim“ zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde.

Landrat Dieter Harrsen informierte über die Flüchtlingssituation in Nordfriesland. Flüchtlinge – so die allgemeine Sprachregelung für Vertriebene, Asylsuchende und Migranten – genießen Abschiebeschutz und politisch Verfolgte Asylrecht. 2014 wurden in Deutschland 200  000 Asylbewerber aufgenommen – die höchste Anzahl seit 2001 – und nach dem Königsteiner Schlüssel verteilt. Auf das Land entfielen 3,38 Prozent und von diesen 5,8 auf Nordfriesland.

 

Nach der Erstaufnahme in der Gemeinschaftsunterkunft (GU) Niebüll werden sie „nach Quote“ auf Städte, Ämter und Gemeinden verteilt. Das Land nahm im vergangenen Jahr 7000 Flüchtlinge auf, der Kreis 430 von ihnen. Die meisten Flüchtlinge kommen aus Syrien, Serbien und Eritrea. In Nordfriesland leben zurzeit 8100 Ausländer (4,7 Prozent der Bevölkerung). 550 Personen sind im Asylverfahren. In der GU Niebüll mit ihren 42 Plätzen beträgt die Verweildauer eine Woche (früher waren es Monate). Ziel der Unterbringung sind möglichst die zentralen Orte. Die meisten der Ausländer sind auf Sylt (1554), in Husum (1169) und Niebüll (642) untergebracht. Unter den Herkunftsländern führt Polen (1569) vor Dänemark/Färöer (671), Rumänien (480) und der Türkei (345), unter den im ersten Quartal 2015 hinzu gekommenen Asylbewerben Syrien (35), Albanien (25) und Somalia 820).

Seit 2011 bemüht sich der Kreis um eine Verbesserung der Situation der Migranten und bietet Seminare über mögliche Hilfen an. Ein Schwerpunkt ist die Sprachförderung, ein weiterer die Verbesserung der Willkommenskultur. „Ich stelle im Kreisgebiet große Hilfsbereitschaft fest“, erklärte der Landrat und betonte, dass in den vergangenen Wochen sehr viel getan worden ist. Harrsen dankte allen Verantwortlichen für ihren Einsatz. Der Kreis hat für Personal- und Sachleistungen 100  000 Euro bereitgestellt. Die Runde der Damen überblickend ermunterte er auch dazu, bei der Suche nach Wohnraum für Flüchtlinge mitzuhelfen.  



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