zur Navigation springen

Tim Mälzer in der Schule : Star und Schüler gemeinsam am Herd

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit ihrem vielseitigen Ernährungskonzept hatte die Husumer Klaus-Groth-Schule eine neue Küche bei einem bundesweiten Wettbewerb gewonnen. TV-Koch Tim Mälzer weihte sie ein, indem er zusammen mit einigen Schülern kochte.

Spaghetti Bolognese mit Chicken Nuggets und Mango Chutney. Was sich auf den ersten Blick wie ein typischer Mittagstisch in einer Schulcaféteria liest, ist in diesem Fall ein spezielles Menü, dass sich der Hamburger Fernsehkoch Tim Mälzer ausgedacht hat. Anlass war die Einweihung der neuen Schulküche in der Klaus-Groth-Schule (KGS), wo der bekannte Küchenchef mit einigen Schülern der Beruflichen Schule des Kreises und der KGS zusammen kochte. Die neue Küche hatte die KGS 2011 beim Wettbewerb „Küchen für Deutschlands Schulen“ gewonnen. Der läuft seit dem vergangenen Jahr unter dem Namen „Klasse, kochen“ und wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit mit Mälzer, der Bertelsmann-Stiftung und dem Küchenhersteller Nolte veranstaltet.

„Wir waren überglücklich, als man uns über unseren Gewinn informierte“, erinnert sich Rektorin Andrea Bruhn. Die KGS setzte sich vor allem mit ihrem vielseitigem Ernährungskonzept als eine von zehn Sieger-Schulen durch. So leistet sich die Schule nicht nur einen eigenen Gemüsegarten, sondern startete auch eine eigene Initiative zur gesunden Ernährung. „Eine derartig schöne Küche wie diese neue hätten wir uns nie leisten können. Für uns wird damit ein Traum wahr“, so die Schulleiterin.

Der helle Raum wurde in den Sommerferien fertiggestellt. Auch die Berufliche Schule des Kreises soll die Küche mit ihren zwei Arealen inklusive Herd, Ofen und Kühlschrank in regelmäßigen Abständen nutzen. „Für mich bedeutet diese Küche Gemeinsamkeit. Hier arbeiten alle zusammen“, sagt Bruhn.

Fernsehkoch Mälzer sieht das ähnlich: „Ein gutes Essen ist die beste Methode, um alle an einen Tisch zu bekommen“, so der 42-Jährige. Essen bedeute immer Gemeinsamkeit, und das führe in den Schulen auch zu positiven Nebeneffekten. „Wir haben gemerkt, dass es in Schulen, an denen morgens zusammen gefrühstückt wird, weniger Konflikte zwischen den Schülern gibt“, berichtet Mälzer. Das gemeinsame Kochen vernetze zudem die Schüler und lasse neue Verbindungen entstehen, so Bruhn.

Die vier teilnehmenden Schüler der Beruflichen Schule haben schon erste eigene Erfahrungen an den Herdplatten gesammelt. „Ich koche ganz gern mal für mich allein – am liebsten Nudeln“, berichtet Jana Thomsen (19), während sie die Bolognese würzt. „Ich habe auch schon etwas gelernt. Zum Beispiel, wie man den Geschmack mit einer Zitrone verstärkt“, sagt sie. Doch auch die fünf Grundschüler, die an diesem Tag mit den Abiturienten zusammenarbeiten, haben zum Teil schon allerlei Probleme des Küchen-Alltags selbst erlebt: „Ich habe einmal versucht, mit meiner Freundin zu kochen, aber dabei sind uns die Nudeln angebrannt“, erinnert sich Kim (11), die mit ihrer Schulkameradin Jenny (9) das Gemüse für die Sauce schneidet.

Ihre Mitschüler Yusuf (11) und Michel (9) kümmern sich inzwischen um die Chicken Nuggets. „Ich konnte gestern fast gar nicht einschlafen, weil ich so aufgeregt war“, sagt Michel. Fast greift er sogar noch in den kochenden Topf, aber Abiturient Enrico Koch (17) weiß das zu verhindern. „Man darf seiner Mutter schon glauben, wenn sie sagt, dass ein heißer Herd gefährlich ist“, warnt er.

Währenddessen stellt Karolina (9) schon mal das Dessert in den Kühlschrank: Birnenkompott mit Karamellsauce. „Das schmeckt richtig lecker“, weiß sie und wendet sich dem gedeckten Tisch zu, wo Mälzer das Menü serviert. „Wenn es jetzt schlecht schmeckt, seid ihr selbst schuld, wenn es gut ist, bin ich ein brillanter Lehrer“, sagt er dabei lachend. Es sind aber alle sehr zufrieden. Vor allem Schulleiterin Bruhn, die schon Pläne für die neue Schulküche hat. „Wir wollen es schaffen, dass Schüler auch mal für Schüler kochen“, erläutert sie. Leider fehle dafür im Moment die Zeit und das Personal. Ein Lichtblick sei hier aber die Verpflichtung einer Ernährungsstudentin im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projektes, die seit kurzem zwei Mal in der Woche mit den Schülern zusammen kocht.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen