Husums Spielplätze : Stätten zum Klettern und Toben

Zufriedene Ausschuss-Mitglieder: Hervorragend in Schuss und gut besucht ist der Spielplatz in der Emma-Carstensen-Straße.
Zufriedene Ausschuss-Mitglieder: Hervorragend in Schuss und gut besucht ist der Spielplatz in der Emma-Carstensen-Straße.

Inspektions-Tour über alle Spielplätze im Stadtgebiet: Die Verwaltung will auch bei geringer Nutzung keinen der 34 Standorte schließen. Einige Plätze machen den Verantwortlichen jedoch Sorgen.

von
19. Juni 2014, 19:00 Uhr

Insgesamt 34 Spielplätze unterhält die Verwaltung im Stadtgebiet. Peter Ketelsen, der für deren Betreuung verantwortlich ist, begleitete den Ausschuss für Soziales und Jugend auf einer Inspektions-Tour. „Wir geben jährlich 35 000 Euro für Unterhaltung und Instandsetzung der Spielgeräte aus“, erläuterte er. Und einmal im Jahr würde ein Sicherheitsingenieur die Orte unter die Lupe nehmen. „Außerdem machen zwei Mitarbeiter des Kommunalen Servicebetriebs Husum (KSH) alle zwei Monate eine Funktionskontrolle“, so Ketelsen weiter. Nur so sei zu erklären, dass in den vergangenen 15 Jahren keine größeren Mängel aufgetreten seien.

Die meisten Spielorte seien zeitgleich mit der Erschließung eines Neubaugebietes geschaffen worden. „Nach der gesetzlichen Vorgabe muss alle 300 Meter ein Spielangebot zu finden sein.“ Die meisten Plätze seien aber schon gebaut worden, als es diese Vorschrift noch gar nicht gab. In der Innenstadt seien es auch nur drei Standorte: im Schloßgarten, Totengang und in der Nachbarschaft zum Kloster.

Die meisten Plätze würden sehr gut angenommen, doch bei einigen gebe es Probleme, erklärte Ketelsen. Besonders positiv bewertete er den Standort Kuhgräsung in Rödemis. Mit dem Bolzplatz würde dieses Angebot sehr gut genutzt. „Viele Kinder aus der Fischersiedlung kommen hierher zum Spielen.“ Eine besondere Stellung nehme der Standort Gröder Weg ein: „Diesen Platz haben wir nach zehn Jahren wiederbelebt, nachdem sich in der Umgebung ein Generationswechsel vollzogen hat“, so der Beauftragte für Spielplatzangelegenheiten. Dabei habe man die Kinder in die Planung mit einbezogen, was sich als sehr effektiv herausgestellt habe. „Die Kinder verteidigen ihren Platz, wodurch auch weniger Vandalismus zu beobachten ist.“ Anders sehe es beispielsweise in der Schulzestraße aus. Trostlos und leer wirkt der Spielstandort. „Wir behalten ihn im Auge und werden ihn im Ist-Zustand halten“, sagte Ketelsen. „Ich kann nur hoffen, dass auch hier irgendwann ein Generationswechsel eintritt.“ Dabei stellte er aber auch klar, dass kein Spielplatz wegen zu geringen Nutzens geschlossen werde. „Alle Spielstätten bleiben erhalten.“

Ein Vorzeigemodell sei der im Norderschlag angelegte Spielplatz mit der Nummer 28. Erdwälle grenzen einzelne Spielelemente ab, so dass sich auch die Kinder abgrenzen können. Sorgen bereitet dagegen die Spielstätte am Harringsweg in unmittelbarer Nachbarschaft zur ehemaligen Pestalozzischule. „Wir werden auch hier alles im Ist-Zustand halten, aber defekte Spielgeräte werden derzeit nicht erneuert.“ Großes Interesse haben die Kinder dagegen an den Spielgeräten in der Emma-Carstensen-Straße. Und das gleiche gelte auch für die in der Anna-Ovena-Hoyer-Straße in direkter Nachbarschaft zum Schnoor-Neubaugebiet. Schon in Kürze solle ein Verbindungsweg zum Schnoorgebiet geschaffen werden.

Positive Veränderungen wird es im jüngsten Neubaugebiet entlang der Bredstedter Straße geben. „Wir haben hier in der Charlotte-von-Krogh-Straße neben dem Spielplatz ein Feuchtgebiet, das nicht als Bauplatz angeboten werden kann“, so Ketelsen. Daher werde man diesen Platz den Kindern zur Verfügung stellen. So werde in Kürze eine Seilbahn errichtet, die über das Gebiet führt. So könnte die Größe des Platzes verdoppelt werden.

Große Sorgen bereitet der Verwaltung der Standort im Totengang. „Auf diesen Platz kommen insbesondere in den Abendstunden ältere Jugendliche.“ Und daher müsse er mehrmals in der Woche gereinigt werden, denn es würden dort immer wieder Glassplitter und Spritzen gefunden. „Offensichtlich machen sich auch einzelne Jugendliche einen Spaß daraus, die Kinderrutsche mit Honig und Nutella einzuschmieren.“ Die Polizei würde daher öfters kontrollieren.

Der bekannteste Spielplatz der Stadt sei die Nummer 18 im Schlossgarten. „Ich würde diesen Platz gerne vergrößern, doch da macht die Denkmalpflege nicht mit.“ Fast den gleichen Bekanntheitsgrad habe der Standort Klosterfriedhof. Allerdings gebe es dort gleich mehrere Probleme. Jugendliche würden den abgelegenen Platz als Schlafstätte nutzen. „Und wenn ältere Jugendliche nachmittags hier herumhängen, wagen sich die Kinder nicht auf den Platz“, so Ketelsen. Doch auch das Interesse des Handwerkerhauses, den Spielplatz nach Norden zu verschieben, um auf dem bisherigen Gelände Parkplätze zu schaffen (wir berichteten), sorgte für eine erregte Diskussion. „Ich kann die Sorgen der Betreiber des Handwerkerhauses nachvollziehen“, so der Einwand eines Ausschussmitglieds.  Doch für Parkplätze müsse nach anderen Alternativen Ausschau gehalten werden. Dazu käme noch ein technisches Problem: „Die Verlagerung des Spielplatzes auf die Bunkerfläche ist nicht möglich.“ Auf der Betondecke des Bunkers seien gerade mal 20 Zentimeter Mutterboden aufgeschüttet. „Die Spielgeräte müssen aber gut 80 Zentimeter tief verankert werden – und das bekommen wir mit dem Bunkerbeton nicht hin“, erläuterte Ketelsen.

Während der Besichtigung kam ein Manko zur Sprache, das alle Spielplätze betrifft: Ketelsen musste eingestehen, dass kein Übersichtsplan existiert. Und während der mehr als dreistündigen Rundfahrt stellten die Ausschussmitglieder weiter fest, das es auch keine Hinweisschilder auf die einzelnen Standorte gibt.



zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen