Tönning entdecken : Stadtführer gehen an den Start

Stadtführerin Maren Hansen und Stadtführer Peter Krüger (von links) freuen sich mit Kerstin Storm (Leiterin der TI), dass die Stadtführungen wieder starten. Es fehlen Dörte Hansen und Nina Korsilack.
Stadtführerin Maren Hansen und Stadtführer Peter Krüger (von links) freuen sich mit Kerstin Storm (Leiterin der TI), dass die Stadtführungen wieder starten. Es fehlen Dörte Hansen und Nina Korsilack.

Auch in diesem Jahr kann jeden Donnerstag die einst bedeutende Festungs- und Handelsmetropole an der Eider entdeckt werden.

von
11. April 2018, 09:00 Uhr

„Endlich Frühling, jetzt wird es wieder boomen“, sagt Kerstin Storm, Leiterin der Tourist-Info (TI) Tönning. Neben den Urlaubsgästen machen auch viele Tagesbesucher einen Abstecher in die geschichtsträchtige und einst bedeutende Festungs- und Handelsmetropole an der Eider. „Es lohnt sich, Tönning auf den Spuren der Historie zu entdecken“, so Storm. Dafür eignen sich die ab sofort wieder beginnenden Stadtführungen an jedem Donnerstag ab 10.45 Uhr.

Start ist vor der St. Laurentius-Kirche. Wer sich auch für die ebenso bewegte Geschichte des Gotteshauses interessiert, kann sich bereits ab 10 Uhr dort einfinden. Das Team der zertifizierten Tönninger Stadtführer, darunter Maren Hansen, Nina Korsilack, Dörte Hansen und Peter Krüger, freut sich auf die Saison. Am längsten ist der 75-jährige Peter Krüger dabei: „Ich mache das nun schon seit mehr als 20 Jahren, und immer wieder ist es spannend. Ich selbst entdecke immer was Neues oder muss nachlesen, wenn Gäste spezielle Fragen stellen. Ich mag den Kontakt zu Menschen“, erzählt der ehemalige Vorsitzende des Verschönerungsvereins.

In lockerer Form, gewürzt mit Döntjes und Anekdoten, geht er mit den Besuchern auf Tour. Er erzählt von den Häusern rund um den Markt, dem alten und neuen Rathaus, dem Brunnen, der wie der Hafen 1613 gebaut wurde, geht weiter durch den Schlossgarten zu den Spuren des alten, abgerissenen Schlosses, weiter zum Denkmal des in der Stadt geborenen und später aufgrund seiner Verdienste geadelten Arztes Dr. Friedrich von Esmarch und erzählt, warum ihn die Einheimischen „Fiete Iesbüdel“ nannten. Weiter geht es Richtung Eider zu den ehemaligen Werften, die einmal fast 2000 Mitarbeiter beschäftigten, vorbei am Packhaus bis zur Hafenspitze.

„Besonders staunen sie“, so Krüger, „über die Tatsache, dass Tönning einst einen zweiten Bahnhof hatte, der auf direktem Weg zwischen Flensburg und Hamburg lag“. Die zweite Kuriosität sei, dass es drei Jahre lang eine direkte Dampfschifffahrtslinie nach Australien gegeben habe. „Der Hafen hatte im 17. Jahrhundert eine große Bedeutung. Jährlich wurden 60 000 Pfund Weizen umgeschlagen. Viele landwirtschaftliche Produkte aus Eiderstedt wurden in die ganze Welt verschifft“, so Krüger. Was ihn als gebürtigen Tönninger besonders freut, ist die Tatsache, dass nicht selten auch Bürger der Stadt mit dabei sind. Antwort gibt es übrigens auch auf die Frage, warum im Stadtwappen ein Schwan zu sehen ist. Die Antwort sei vorweggenommen: Eine Sage spricht davon, dass die Stadt an der Stelle gegründet wurde, wo ein auf einer Tonne stehender Schwan an Land getrieben wurde. Da Tönning sowohl dänisch, als auch friesisch und plattdeutsch übersetzt „Tonne“ heißt, war der Stadtname Programm geworden. Die erste Führung der Saison durch Kirche und Stadt startet morgen (12.). In den Monaten Juli und August werden die Führungen auch dienstags angeboten. Anmeldungen in der TI, telefonisch unter 04861/61420 oder online unter www.toenning.de .






zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen