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Kaiserwetter zur Jubiläumsfeier : Stadtfest stand in Konkurrenz zum Freibad

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Hubschrauber-Rundflüge und die Zwölf-Meter-Rutsche des THW waren die Höhepunkte beim Tönninger Stadtfest. Die Veranstalter hätten sich mehr Besucher gewünscht, doch viele Bürger zog es an den Strand oder ins Freibad.

Kaiserwetter für die „Grande Dame“ oder besser gesagt, das „Geburtstagskind“. Drei Tage lang feierten Tönninger und ihre Gäste das 425. Stadt-Jubiläum. Herzog Johann Adolf ist es zu verdanken, dass dem Ort an der Eider im Oktober 1590 die Stadtrechte verliehen worden waren. Was im Jahr 2015 fehlte, waren zumindest am zweiten Tag, dem Sonnabend, die ansonsten bei solchen Anlässen üblichen vielen Menschen. „Ist wenig los, wie schade. Die Ehrenamtler und Organisatoren haben sich so viel Mühe gemacht“, stellte Hans-Heinrich Lorenzen aus Bredstedt fest. Relativ wenige schlenderten tatsächlich zumindest tagsüber über den zur kleinen Budenstadt mit ausgewählten Kunsthandwerkern sowie Essen- und Getränkeständen umfunktionierten historischen Marktplatz oder durch den für viele wohltuend empfundenen schattigen Schlosspark nebenan. Dort stellten nämlich die Akteure der Tönninger Vereine, Verbände, Institutionen, oder Hilfsorganisationen ihre ehrenamtliche Arbeit vor und hielten besonders Aktionen für die Kinder parat.

Die Renner für die auch hier wenigen Kids waren die fast zwölf Meter lange Rutsche des Technischen Hilfswerkes (THW), die Spiel- und Malaktionen aller vier Kindergärten der Stadt, und die aktiven Parts bei den Blaujacken der Freiwilligen Feuerwehr Tönning. Dort konnte jeder der wollte, sich im Löschen von Bränden mit dem Feuerlöscher üben. Eindrucksvoll war die Simulation eines Fettbrandes. „Wir klären Erwachsene und Kinder auf und machen Nachwuchswerbung“, erklärte Wehrführer Dr. Jürgen Klützke. Im Moment habe er angesichts der Mannschaftsstärke von knapp 70 und 27 Jugendlichen kein Nachwuchsproblem, doch die Tagesverfügbarkeit sei immer wieder ein Thema. „Es dürfen sich gern Frauen oder Mädchen bei uns melden“, so der Wehrführer. Wie beim THW sei es so, dass sich Kinder ab zehn Jahren melden können. Sie dürften auch gern zunächst hineinschnuppern.

Auch Ralf Hinrichsen, Vorsitzender des Fremdenverkehrsvereins, warb an seinem Stand für neue Mitglieder. „Ich finde es gut, dass sich die Vereine zeigen können. Hauptsache wir machen das“, sagte er. „Es ist zwar schade, dass wenig Zulauf ist, aber wir haben Badewetter. Beim Überflug habe ich das gesehen, wie voll das Freibad ist“, stellte der unter anderem im Seniorenbeirat aktive Ehrenamtler Uwe Wrigge fest. Er ließ es sich nicht entgehen, den Blick vom Hubschrauber aus auf seine Heimatstadt zu erleben. Die Rundflüge waren begehrt.

Immer volles Haus hatten die Freiwilligen aus dem Kirchengemeinderat Tönning. Sie boten im ehrwürdigen Gotteshaus St. Laurentius ein Kirchencafé. „Wir haben das schon öfter gemacht. Heute ist es schön kühl und jeder kann nach dem Trubel zur Ruhe kommen“, stellte Ehrenamtlerin Traute Ziegert fest. Einen Run erlebte auch das Team vom Seniorenbeirat. Hingucker war die nagelneue Rikscha, die zum ersten Mal ihren Testlauf absolvierte. „Die meisten wollten das ausprobieren“, berichtete der Vorsitzende, Heiner Hahn und verriet ein Geheimnis. Ein Sponsor – er möchte nicht genannt werden – will das Gefährt erwerben und die Aufgaben eines Kümmerers übernehmen. Asylbewerber haben signalisiert, sich ehrenamtlich als Fahrer zu engagieren. Es gibt auch bereits Anfragen aus dem Seniorenheim Paul-Gerhardt-Haus. „Es war eine tolle Fahrt. Man sieht die Ecken der Stadt aus ganz anderer Sicht“, schwärmten Kurt und Bärbel Wennigen aus Groß-Wittensee. Sie hatten das Gefährt der besonderen Art ausprobiert. Parallel lief ein Bühnenprogramm. Der Sänger und Songwriter Björn Paulsen saß zwar ein wenig verloren vor wenigen Zuhörern da. Doch unbeirrt sang er seine aus dem Leben gegriffenen inhaltsreichen Lieder. Auch die Sänger des Shanty-Chores Eiderenten ließen sich nicht demotivieren. Sie brachten maritime Stimmung auf die Bühne und animierten die Besucher zum Schunkeln.

Dennoch war Tourismusdirektor Torsten Kreß mit dem zweiten Tag zufrieden. Das Wetter böte eben andere Perspektiven. Er könne den vielen Ehrenamtlern nur für ihren Einsatz danken. „Ich finde Organisator Bernd Hansen hat ein buntes Programm auf die Beine gestellt. Toll, dass sich THW und Feuerwehr beteiligen“, sagte er.

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erstellt am 24.Aug.2015 | 11:00 Uhr

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