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Husum zieht Bilanz : Stadtbibliothek geht voll mit der Zeit

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit großen Engagement hat sich das Team der Stadtbibliothek um Leiterin Auguste Carstensen-Lenz zahlreichen neuen Herausforderungen gestellt. Vor allem auf technischem Gebiet hat sich die Arbeit enorm verändert.

Nein, das Buch ist noch lange nicht tot. Allerdings wird seltener ins Regal gegriffen. Digitale Medien wie Hörbücher oder E-Books erfreuen sich – übrigens nicht nur in der einschlägigen Altersgruppe – wachsender Beliebtheit. „Doch das Interesse am Buch, insbesondere an Romanen, ist so ungebrochen wie eh und je“, sagt Auguste Carstensen-Lenz. Dazu dürfte auch die „Onleihe“ beigetragen haben – „selbst wenn die noch nicht ganz so bekannt ist  .  .  .“, sinniert die Leiterin der Stadtbibliothek Husum, und man kann förmlich hören, wie sie den angefangenen Satz zu Ende denkt. Über die Leih- und Ergänzungsbibliothek war und ist es ja schon immer möglich, auf Bücher und andere Medien zurückzugreifen, die nicht im Bestand der Husumer Stadtbibliothek sind. Doch die „Onleihe“ macht diese Anwendung noch einfacher. Hier kann der Benutzer – drahtlos und per Fingerprint – auf ein Schleswig-Holstein-weites Angebot von 20  000 Medien zurückgreifen. Und von Jahr zu Jahr werden es mehr – Bücher und Benutzer. Rund ein Zehntel der 4651 eingetragenen Mitglieder nutzen inzwischen auch die „Onleihe zwischen den Meeren“, zu der sich die Stadtbibliothek mit acht weiteren Büchereien zusammengeschlossen hatten. Als es 2011 losging, betrug deren Medienbestand 3500 Titel. „Jetzt umfasst der Pool 21  000 eBooks, eAudios, eVideos und ePaper“, berichtet Auguste Carstensen-Lenz nicht ohne Stolz.

Aber auch der Bestand vor Ort kann sich sehen lassen. „Inklusive Zeitschriften, CDs und DVDs kommen wir auf über 49  000 Medien, wobei Bücher nach wie vor den Löwenanteil stellen.“ Im Neubau des Nordsee-Museums findet all das seinen Platz. Überhaupt: Für Carstensen-Lenz war der Umzug von der Berufsschule ins Nordsee-Museum das Beste, „was uns passieren konnte“.

Das ist aber noch lange nicht alles, was sich für das neunköpfige Bibliotheks-Team gerade in jüngster Vergangenheit verändert hat. Für eine gewisse Unruhe sorgte zuletzt die organisatorische Neuaufstellung der Bibliotheken, die nicht länger vom Büchereiverein betrieben werden durften und somit in eine andere Struktur übergehen mussten. Nach anfänglichen Überlegungen, die Stadtbibliothek und ihr Team bei der Volkshochschule anzudocken, beschloss die Stadt am Ende, Einrichtung und Mitarbeiter in die Trägerschaft der Stadt zu übernehmen (wir berichteten). Und das sind nur die äußeren Rahmenbedingungen. Die größten Veränderungen brachte und bringt jedoch die Blibiotheksarbeit selbst mit sich. Carstensen-Lenz hat sie zum Beispiel in den Besitz eines Smartphones gebracht. „Wenn wir unseren Online-Katalog als App anbieten, muss ich schließlich auch zeigen können, wie das funktioniert“, sagt sie lächelnd.

Eine von vielen, vor allem technischen Herausforderungen, mit denen sich das Team konfrontiert sah und sieht. „Wir möchten die Stadtbibliothek gern als Ort präsentieren, der in der Zeit steht“, sagt Carstensen-Lenz. Gleichwohl hat die Online-Ausleihe nicht dazu geführt, „dass wir hier weniger Besucher haben“. Immerhin lag die Zahl der Ausleihen im Jahr 2014 deutlich über 300  000. Gut die Hälfte davon entfiel auf den Printbereich. Dabei hat sich vor allem der „Bestseller-Service“ als Renner erwiesen. Hier finden sich die neuesten Romane und Sachbücher der Spiegel-Bestsellerliste. Und die erfreuen sich auch in der Rubrik „Ich war ein Bestseller“ noch großer Beliebtheit.

Bibliotheksarbeit ist komplex geworden und findet auf einer Vielzahl von Ebenen statt. Beratung ist dabei nach wie vor ein wichtiges Thema, denn selbst wenn das Internet heute vieles möglich erscheinen lässt, macht die Vielfalt und Undifferenziertheit des „Netzes“ die Suche nicht unbedingt leichter. Hinzu kommen zahlreiche Projekte, „bei denen schon alle mit anpacken müssen, wenn wir das schaffen wollen“. Das reicht vom Ferienleseclub über „Lesestart“, ein Programm zur Sprach- und Leseförderung des Nachwuchses sowie Lesungen und Ausstellungen – in Kooperation mit dem Kunstverein Husum und Umgebung – bis hin zur Beteiligung an der „Kulturnacht“. Für all das und sehr viel mehr ist die Stadtbibliothek wiederholt ausgezeichnet worden – so auch 2014.

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erstellt am 04.Nov.2015 | 13:30 Uhr

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