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Unvorhergesehene Ausgabe : Stadt muss tiefer in die Tasche greifen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Anbau an das Tönninger Feuerwehrgerätehaus wird um 80.000 Euro teurer als geplant. Der weiche Untergrund ist die Ursache. Das Gebäude muss auf Pfählen gegründet werden. Für die neue Oberstufe sind zusätzlich 60.000 Euro vorgesehen.

Aus nur zwei Worten setzte sich ein Tagesordnungspunkt der Sitzung des Finanzausschusses der Stadt Tönning zusammen: „Kostenplan Feuerwehrgerätehaus“. Doch gerade der beschäftigte das Gremium umso mehr. Kein Wunder: denn es ging um viel Geld und verloren gegangene Zeit. Von der Planung bis zum Baubeginn war ein gutes Jahr ins Land gezogen. Aus ursprünglich geschätzten Investitionskosten zwischen 235.000 und 240.000 Euro wurden mittlerweile 320.000 Euro, also 80.000 Euro mehr – und das alles innerhalb besagten Zeitfensters.

Warum das so war, erläuterte Architekt Gerhard Hinrichs für seinen erkrankten Kollegen, Jan-Boje Bracker. Den hatte Ausschuss-Vorsitzender Horst-Werner Knüppel (SSW) eingeladen. Die große Unbekannte, so Hinrichs, seien bei dem Objekt die Kosten für die Gründung gewesen. Die waren mit etwa 49.000 Euro zu niedrig angesetzt worden. Allerdings sei seinerseits von vornherein auf die wenig kalkulierbare Situation hingewiesen worden. Ganz Tönning stehe nun einmal auf sehr nachgiebigem Kleiboden. Daher sei das sicherste Verfahren die relativ teure Pfahlgründung. Im Falle des Anbaus an das Gerätehaus sei man zunächst davon ausgegangen, dass eine Flachgründung genüge. Doch das habe der Ingenieur des beauftragten Baugründungsbüros widerlegt. Eine aufwendigere Gründung ließ sich also nicht vermeiden. Die Zeitschiene sei auf verschiedene Komponenten zurückzuführen gewesen, zum einen gab es zeitweise personelle Engpässe in der Verwaltung der Stadt, zum anderen kamen neue, strengere Vorschriften bei der Begutachtung zum Tragen, die den Einsatz komplexerer Computerprogramme erforderlich machten. Der zuständige Ingenieur habe diesbezügliche Probleme gehabt, bis alles reibungslos lief. Grundsätzlich benötigten aber Gründungsgutachten ohnehin mehr Zeit und ohne ein solches dürfe niemand anfangen zu bauen.

Ärgerlich fanden die meisten Gremiumsmitglieder, dass die Fördermittel vom Land Schleswig-Holstein in Höhe von 90 Prozent der Nettokosten lediglich auf die ursprüngliche Planungssumme fließen werden. „Wir mussten den Antrag so frühzeitig stellen, weil gerade da Gelder aus dem Sondertopf frei wurden. Das war unsere Chance und immer noch die beste Lösung. So etwas muss immer situationsabhängig gemacht werden“, setzte Bürgermeister Frank Haß dagegen. Der Appell des Architekten am Ende: „Planen Sie bei künftigen Bauvorhaben mehr Gutachterkosten ein.“

Positives verkündete der Stadt-Chef in seinem Bericht. „Wir werden für den geplanten Neubau der Obdachlosenunterkunft wahrscheinlich mit einer Sonderbedarfszuweisung von 90 Prozent auf die voraussichtlichen Investitionskosten von 345.000 Euro rechnen können“, so Haß. Dabei gehe das Land aber von der Umsetzung einer Leichtbauweise aus, nicht von Containern. Auch in Sachen „Schwimmbad-Havarie“ gehe es zügig voran. Den Schaden von voraussichtlich 100 000 Euro (wir berichteten) übernimmt die Versicherung zu 90 Prozent. Teilbeträge sind gezahlt.

Schließlich regte Haß an, Empfehlungsbeschlüsse wegen der in den Nachtragshaushalt einzustellenden Kosten im Zusammenhang mit der Einrichtung der gymnasialen Oberstufe an der Eider-Treene-Schule zu erlassen. Analog der vor wenigen Tagen im Schul- und Sportausschuss gefällten Entscheidungen (wir berichteten) sollen nach mehrheitlichem Willen 50.000 Euro für die Ausstattung der Fachräume sowie Fachbücher und Material locker gemacht werden. Außerdem soll ein gebrauchter 50-Personen-Bus, veranschlagt mit etwa 60.000 Euro, für die Schülerbeförderung beschafft werden. Kritische Töne von Hans-Joachim Teegen (CDU) wies der Stadt-Chef zurück. Er hatte wie sein Parteikollege Friedrich Busch im Schulausschuss moniert, dass in diesem Jahr kein Cent mehr in die Einrichtung der Sekundarstufe gesteckt werden sollte. Abermals wies Haß darauf hin, dass sich die Aussage nur auf reine Kosten für den Anbau bezogen hatte.









 

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