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Jugendzentrum Biss : Stadt kündigt Husums Jugendpfleger

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach gut einem Monat im Amt muss der Leiter des Husumer Jugendzentrums gehen. Ihm wird vorgeworfen, falsche Angaben in seinem Lebenslauf gemacht zu haben.

Die Stadt Husum muss nach einem neuen Leiter für das Biss suchen. Thomas Grebe, der den städtischen Jugendtreff seit Mitte Juni dieses Jahres geleitet hatte, wurde am vergangenen Donnerstag gekündigt. Warum der 37-Jährige gehen muss, dazu wollten die Verwaltung auf Anfrage der Husumer Nachrichten keine Stellungnahme abgeben.

Aus dem Umkreis des Jugendzentrums heißt es, dass Grebe bei seiner Bewerbung falsche Angaben zu seinem Lebenslauf gemacht haben soll. In einer Pressemitteilung zu seiner Einstellung hatte die Stadtverwaltung verlauten lassen, dass Grebe zuvor sieben Jahre lang einen offenen Jugendtreff im nordrhein-westfälischen Soest geleitet habe. Unsere Zeitung konnte in Soest niemanden finden, dem der Name Thomas Grebe etwas sagt – weder als Leiter eines Jugendtreffs noch in irgendeinem anderen Zusammenhang. Grebe selbst möchte zur Sache „keine Aussage“ machen, da er einem möglichen Rechtsstreit mit der Stadt Husum nicht vorgreifen wolle. Er sagte unserer Zeitung lediglich, dass seine Leitungsfunktion in Soest „etliche Jahre“ her sei, und der betreffende Jugendtreff heute nicht mehr existiere.

Tatsächlich wurde 1996 in Soest ein unter kirchlicher Trägerschaft stehender Jugendtreff geschlossen. Pfarrer Friedhelm Geißen, stellvertretender Vorsitzender des Trägervereins, sagte auf Nachfrage unserer Zeitung, ein Thomas Grebe habe vor dessen Auflösung weder diesen Verein geleitet, noch sei er nach 1996 in leitender Funktion in einem kirchlichen Jugendtreff in Soest tätig gewesen. Auch dem Leiter des städtischen Kinder- und Jugendzentrums sagt der Name Thomas Grebe nichts. In der Redaktion der örtlichen Tageszeitung, dem Soester Anzeiger, ist Grebe gleichermaßen unbekannt. Dort hält man es für „unmöglich“, dass es Jugendtreff-Leiter dieses Namen gegeben haben könne, ohne dass die Redaktion davon gewusst habe.

Die Stadt Husum werde die Stelle nun wieder ausschreiben, sagt Bürgermeister Uwe Schmitz gestern. Mehr wolle er zum Thema nicht sagen – auch nicht zu der Frage, ob die Stadt rechtliche Schritte gegen Thomas Grebe einleiten werde. Sollte sich der Vorwurf bestätigen, dass Grebe die Stelle des Husumer Jugendpflegers erhalten hat, indem er in seiner Bewerbung falsche Angaben gemacht hat, stellt sich natürlich die Frage, warum die Angaben von der Stadtverwaltung nicht nachgeprüft worden sind.

Im Winter dieses Jahres war das Husumer Jugendzentrum schon einmal in die Schlagzeilen geraten: Der langjährige Jugendpfleger Bernd Biermann kündigte seinen Job, weil die Politik ihm angesichts der steigenden Zahl von Flüchtlingen, die sein Team betreute, nicht zusätzliches Personal bewilligte (wir berichteten).

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erstellt am 01.Aug.2017 | 08:00 Uhr

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