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Warten auf die Genehmigung : Stadt kann Kompromiss akzeptieren

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die vorgesehene 380-KV-Westküstentrasse läuft 200 Meter östlich am geplanten Friedrichstädter Neubaugebiet vorbei. Damit kann die Stadt gut leben und hofft jetzt auf die Genehmigung dieses ausgehandelten Kompromisses.

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erstellt am 01.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Viele Plätze blieben in der Einwohnerversammlung der Stadt Friedrichstadt am Donnerstag in der Kultur- und Gedenkstätte Ehemalige Synagoge leer. Ob es an der parallel stattfindenden Versammlung zum Thema Ortsgestaltungs-Satzung (wir berichten später) lag, ist zu vermuten. Bürgermeister Eggert Vogt stellte jedenfalls zu Beginn fest, dass die Stadt den Termin für den Einwohnertreff bereits seit Wochen geplant und nicht kurzfristig einberufen habe. Die zwei Punkte umfassende Tagesordnung wurde vom Stadt-Oberhaupt um das Thema Feuerwehr erweitert.

Doch gekommen waren die Bürger, um etwas über die aktuelle Trassenplanung der Tennet zu hören. Und da teilten die Planer mit, dass es noch immer keine Einigung mit zwei Grundeigentümern gibt, auf deren Areal die neuen Masten für die 380 KV-Leitung platziert werden sollen. Vorgesehen hat die Tennet nun nach gut 17 Zusammenkünften und Beratungen mit der Stadt eine Trasse, die östlich am bisherigen und am geplanten Neubaugebiet vorbeiführt. Im Nordosten beträgt demnach der Abstand zum geplanten Gebiet 200 Meter, zum bestehenden 350 Meter. Die bisherige in diesem Bereich verlaufende 110-KV-Leitung läuft wesentlich dichter an den Wohnhäusern vorbei, soll aber abgebaut und an die bis zu 65 Meter hohen neuen Masten angehängt werden. Sollte die Planfeststellung so erfolgen, dann ist der Bürgermeister zufrieden.

Auf die Frage, warum nicht wie streckenweise an der Ostküste dieser Bereich mit einem Erdkabel versehen werde, antworteten die Tennet-Vertreter, dass es sich auch an der Ostküste lediglich um Pilotprojekte handele, die im Bundesbedarfsplangesetz für den Westküstenbereich nicht vorgesehen seien. Ob denn wenigstens die 110-KV–Leitung, die von einem der neuen Masten zum Umspannwerk in die Nähe des bestehenden Neubaugebietes unter die Erde verlegt werden könne, verneinten die Tennet-Leute. Dies liege im Verantwortungsbereich der Schleswig-Holstein Netz AG. Und die sehe dafür keinen Bedarf, weil es zu teuer sei.

Auch das Thema Feuerwehr brannte auf den Nägeln. Vogt erläuterte die Situation in der Wehr (wir berichteten). Einige ehemalige Aktive stellten die Situation aus ihrer Sicht da, Antworten auf ihre Fragen, warum der zurückgetretene Wehrführer und ausgetretene Feuerwehrleute weiterhin im Amt seien, sie selbst aber nicht weiter aktiv sein dürften, wurden nicht beantwortet. Stattdessen stellte Vize-Kreiswehrführer Wolfgang Clasen die rechtliche Situation da. Der Wehrführer sei vom zuständigen Fachbereich des Kreises eingesetzt worden. Auch die Kasse sei eingefroren, fördernden Mitgliedern werde kein Geld mehr vom Konto abgezogen. Zudem sind alle Ehrenämter, auch der ehemaligen Aktiven erloschen, da es die Freiwillige Feuerwehr Friedrichstadt nicht mehr gebe. Diese gesetzliche Vorgabe bedauerte Clasen, einige Mitglieder der Ehrenabteilung waren empört. Verärgert zeigte sich auch ein Bürger, der einen offenen Brief an den Bürgermeister verlas. Darin forderte er die Stadt auf, sich über die Berichterstattung in unserer Zeitung zu beklagen. Damit war das Thema Feuerwehr an diesem Abend beendet.

Schließlich informierte Regionalmanager Tilmann Meyer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland über das Projekt Stadtentwicklung. Friedrichstadt bereitet sich darauf vor, in die Riege der Zukunftsstädte vorzustoßen. Die erste Etappe nahm das Holländerstädtchen bereits. Für seine Ideen zur weiteren Stadtentwicklung wurde es mit 35.000 Euro aus dem Etat des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) belohnt. Friedrichstadt hatte sich im Wettbewerb „Wie sieht die Stadt von morgen aus?“ durchgesetzt. Nun habe unlängst eine fünfstündige Zusammenkunft stattgefunden, in der die Ergebnisse verschiedener Arbeitsgruppen zusammengefasst worden sind. Die Vision von der Stadt 2030 wird dann von einer Jury bewertet und könnte rund 200.000 Euro an die Treene spülen, die dann in die Zukunftsstadt, beziehungsweise die von den Bürgern erdachten Konzepte einfließen. Zuvor allerdings kommen vom 17. bis 22 Mai noch Studenten der Hamburger Hafen City Universität nach Friedrichstadt, um das Projekt zu unterstützen. Für sie werden Unterkünfte gesucht. Wer Platz hat, sollte sich an Stadtmanagerin Annika Müller,Telefon 04841/992-723 oder E-mail: stadtmanagerin@rathaus-friedrichstadt.de wenden.

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