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Raum für Flüchtlinge : Stadt Husum macht Tempo beim Wohnungsbau

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Umbau des alten Hauses der Jugend hat schon begonnen, und bis Ende 2016 soll das erste Haus nach Kieler Modell auf der Neuen Freiheit stehen. Das Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk hat Interesse an der Nachnutzung.

Die Handwerker sind schon bei der Arbeit: „Nachdem aus dem Nachtragshaushalt für 2015 Etatmittel bereitgestellt worden sind, haben wir bereits am 1. Februar mit dem Umbau des alten Hauses der Jugend zur Unterkunft für Flüchtlinge begonnen“, so Christine Friedrichsen vom Gebäudemanagement der Verwaltung. Ende April werde das Haus bezugsfertig sein – nicht als Gemeinschaftsunterkunft, sondern mit sechs abgeschlossenen Wohnungen für zwei bis vier Personen mit jeweils eigener Küche und Herd. „Den großen Saal tasten wir nicht an, da lagern Möbel für die Bewohner und im Untergeschoss werden Waschmaschinen und Trockner aufgestellt.“ Die Gesamtkosten veranschlagt sie mit 277.000 Euro, wofür das Innenministerium im Januar einen Zuschuss von 30.000 Euro gewährt habe, wie Kämmerer Dirk Pohlmann ergänzt. Die Aufträge seien an hiesige Firmen gegangen.

Für eine Nachnutzung gebe es noch keine konkreten Pläne, so Christine Friedrichsen weiter. Als Wohnhaus jedenfalls solle das Gebäude nicht weiterverwendet werden. „Wir haben nicht alle Standards eingehalten für Wohnraum, sondern die einfachste Bauweise gewählt. Das reicht für fünf Jahre.“

Auch auf der Neuen Freiheit gingen die Arbeiten voran, so Christine Friedrichsen weiter. „Dort bauen wir zunächst zwei Häuser nach dem Kieler Modell, der Platz für ein drittes bleibt zunächst frei.“ Derzeit sei man mit vorbereitenden Maßnahmen beschäftigt, ziehe Bodenproben und so weiter. „Mit der Planung der Innenausstattung haben wir ein Husumer Büro beauftragt.“ Denn entgegen der ursprünglichen Erwartungen gebe es nur standardisierte Pläne für den Grundbau. „Da es aber den einzelnen Kommunen frei steht, wie sie diese Gebäude nutzen wollen, müssen wir uns darum selbst kümmern.“ Einfach bei anderen Städten abzukupfern, die bereits Häuser nach dem Kieler Modell gebaut hätten, sei nicht möglich, weil die zumeist als Sammelunterkünfte errichtet würden. Das sei in Husum jedoch nicht geplant, betont Christine Friedrichsen. „Wir halten einen Endausbau mit einzelnen Wohnungen wie im Haus der Jugend für sinnvoller.“

Anfang April sollen die Ausschreibungen stehen, der Baubeginn sei für Juni angepeilt und die Fertigstellung des ersten Blocks für Ende 2016/Anfang 2017. „Der zweite ist dann noch im Bau.“ Überlegt werde, die Häuser eventuell ans Blockheizkraftwerk des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerks (TSBW) anzuschließen. Und das TSBW habe schon Interesse an einer möglichen Nachnutzung angemeldet. „Es besteht sogar Interesse an einer Mitnutzung nach Fertigstellung, aber das können wir noch nicht absehen, ob da von an Anfang an eine Durchmischung stattfinden kann.“

Bei den Häusern nach dem Kieler Modell würden jedenfalls trotz einfacher Bauweise alle Regularien eingehalten, so dass einer Weiterverwendung als Wohnhaus nach zehn Jahren nichts im Wege stehe. „Nur die Balkone werden erst bei der Nachnutzung angebracht und ein Aufzug kann dann ebenfalls eingebaut werden, der Schacht wird mit angelegt“, so Christine Friedrichsen. Für die Wohnungen im Erdgeschoss seien auch rollstuhlgerechte WCs nachrüstbar, um diese barrierefrei zu gestalten. Die Bäder dort seien ebenerdig geplant. „Insgesamt werden die beiden Blocks Platz für 96 Bewohner bieten“, sagt sie.

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erstellt am 09.Mär.2016 | 12:00 Uhr

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