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Ärger bei den Brandschützern : Stadt-Feuerwehr ohne Führung

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Friedrichstädter Stadtrat akzeptierte im nicht-öffentlichen Teil seiner Sitzung den Rücktritt des Wehrführers. Auch die Vize-Feuerwehrchefin ist nicht mehr im Amt.

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erstellt am 07.Apr.2016 | 09:00 Uhr

Selten war der Saal des Friedrichstädter Rathauses so gefüllt, wie zur jüngsten Stadtvertreter-Sitzung. Die Zuschauerstühle reichten nicht aus, so dass aus einem Nebenraum Nachschub organisiert werden musste. Dabei konnten die auf der Tagesordnung aufgeführten Themen das große Interesse eigentlich nicht erklären. Schnell war aber klar, da die meisten Besucher in der Uniform der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichstadt erschienen waren, dass das Augenmerk einem nicht aufgeführten Punkt im nicht-öffentlichen Teil galt. Und dort wurde dann dem Rücktrittsersuchen des Wehrführers Birger Thomsen stattgegeben. Seine Stellvertreterin Stephanie Wohlert wurde des Postens enthoben, so das der Weg für einen Neuanfang nach Ansicht der Stadtvertreter geschaffen wurde.

Schließlich rumort es seit Anfang des Jahres in der Wehr. Intern wird seit langem versucht, die Wogen zu glätten. Selbst eine Anzeige bei der Polizei wegen Nötigung steht im Raum. Die Besucher des öffentlichen Teils der Stadtvertreter-Sitzung, die bislang noch nichts von der Feuerwehr-Problematik mitbekommen hatten, wurden spätestens in der Einwohnerfragestunde über einen Teil der Schwierigkeiten informiert. Es wurde nämlich nachgefragt, was die Stadt als Dienstherr bislang unternommen habe – im Gerätehaus sei nämlich eine Feuerwehranwärterin genötigt worden, ihren Pullover auszuziehen. Zudem solle versucht werden, die stellvertretende Wehrführerin aus dem Amt zu jagen. Dazu wollte Bürgermeister Eggert Vogt allerdings keinen öffentlichen Kommentar abgeben, er verwies lediglich auf den noch folgenden nicht-öffentlichen Teil. Schließlich bat auch noch eine Mitarbeiterin des Weißen Rings (Opfer-Hilfsorganisation) darum, daran teilnehmen zu dürfen, da sie schließlich von der stellvertretenden Wehrführerin Stephanie Wohlert als Vertrauensperson eingeladen worden sei. Noch steht der Termin für die Wahlen offiziell nicht fest. Gegenwärtig wird die Satzung der Feuerwehr daraufhin abgeklopft, ob die Versammlung unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden kann.

Mit Verweis auf den späteren Ausschluss der Öffentlichkeit ging es nach der Einwohnerfragestunde laut Tagesordnung mit der Vorstellung der neuen Stadtmangerin Annika Müller (wir berichteten) weiter. Sie hatte auch gleich die Aufgabe, über neueste Pläne zu informieren. So will Friedrichstadt ein öffentliches WLAN-Netz in der Altstadt einrichten. Vorgesehen ist ein Hot-Spot im Zentrum, eventuell durch einige Repeater verstärkt. Dort sollen vorrangig Touristen kostenlos in das Netz einsteigen können, um vielleicht auch schöne Friedrichstadt-Bilder zu posten, die dann natürlich beste Werbung für die Stadt sind. Die Kosten seien überschaubar, rund 80 Euro im Monat würde das Netz kosten, hinzu kämen wenige 100 Euro an Geräteausgaben.

Zum Thema Sicherheit führte Annika Müller aus, dass demnächst mit einem Unternehmen Verhandlungen geführt werden sollen, das unter anderem den Zugriff auf jugendgefährdende Seiten ausschließe. Damit entfalle dann auch die Verantwortung des Netzbetreibers, der Stadt, bei einem eventuellen Missbrauch. So schnell wie möglich, unterstrich Bürgermeister Vogt, soll das Netz aufgebaut werden. Zuvor allerdings solle auch noch einmal die mögliche Gefährdung durch Strahlen abgeklopft werden, wie es einige Zuhörer in der Sitzung verlangt haben. Dazu meldete sich auch Tilmann Meyer von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland zu Wort. Er betonte, dass heute quasi im Umfeld eines jeden Handys eine Strahlungsquelle bestehe. Dadurch sehe er in einem W-Lan-Point, etwa einen halben Meter von der Antenne entfernt, kein zusätzliches Gefahrenpotenzial für die Bürger.

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