Untreue-Verdacht : Staatsanwalt klagt Ex-Chef der Sparkasse Elmshorn an

Provisionen für Kredite gelangten über einen Komplizen in seine Tasche: Insgesamt 300.000 Euro soll der ehemalige Vorstandschef der Sparkasse Elmshorn veruntreut haben.

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23. März 2013, 11:02 Uhr

Elmshorn | Es wird eng für Thomas S. (44): Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen den ehemaligen Vorstandschef der Sparkasse Elmshorn erhoben. Der Vorwurf: Gewerbsmäßige Untreue in 24 Fällen und Bestechlichkeit in ebenfalls 24 Fällen. Laut Staatsanwaltschaft hat sich S. um rund 300.000 Euro bereichert. Mit angeklagt ist der vermeintliche Komplize des Bankers, H., mit dem er jahrelang zusammengearbeitet haben soll. H. wird Beihilfe zur Untreue in 24 Fällen und Bestechung in 24 Fällen zur Last gelegt.

Mehrere Monate war ermittelt worden, dann schlugen die Fahnder zu. Am 1. November 2011 wurden Räume der Sparkasse sowie Privaträume von S. durchsucht. Beschlagnahmt wurden umfangreiche Unterlagen. Die sind nun durchgearbeitet. Und der damalige Vorwurf der Untreue hat sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Werner Spohr, Leiter der Abteilung für Wirtschaftsstrafsachen, erhärtet.

Kontoname "S. and friends"

Laut Anklage hat H. von 2008 bis 2011 insgesamt rund 430.000 Euro an Provisionen für die Vermittlung von Krediten an die Sparkasse Elmshorn kassiert. Die Provisionsentscheidung zugunsten von H. habe jeweils S. getroffen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass es von Anfang an abgesprochen war, dass H. die Hälfte dieser Provisionszahlungen an S. überwies. Das Konto soll nach Informationen des sh:z unter der Bezeichnung "S. and friends" gelaufen sein. Später soll S. nicht mehr ganz die Hälfte der an H. gezahlten Beträge erhalten haben. Dennoch sollen auf diese Art und Weise 198.000 Euro in die Taschen des Ex-Vorstandschefs geflossen sein.

Um weitere 100.000 Euro sollen beide den früheren Arbeitgeber von S., die Sparkasse Fallingbostel, geprellt haben. S. muss sich nun vor der Wirtschaftskammer des Lübecker Landgerichts verantworten. Ihm droht eine längere Haftstrafe. Spohr rechnet damit, dass der Prozess noch in diesem Jahr beginnt.

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