Husumer Stadtkirche : St. Marien in neuem Gewand: Transparent und fast schwebend

Stück für Stück wurde die Kirche renoviert: „Die Spendenbereitschaft war beispielhaft.“
Foto:
1 von 2
Stück für Stück wurde die Kirche renoviert: „Die Spendenbereitschaft war beispielhaft.“

13 Jahre Jahre lang wurde sie Stück für Stück renoviert und so gut wie möglich in den Originalzustand zurückversetzt: Am Sonntag wird mit einem Festgottesdienst der Abschluss der Arbeiten an der Husumer Stadtkirche gefeiert.

shz.de von
02. November 2013, 12:00 Uhr

Husum | Wenn morgen die mehr als 500 Jahre alte Maria-Glocke und die anderen Glocken zum sonntäglichen Gottesdienst rufen, wird Pastor Friedrich Mörs zusammen mit Bischofsvertreter Gothart Magaard die Besucher willkommen heißen. Maagard wird auch die Predigt halten, denn der Anlass ist ein ganz besonderer: Die offizielle Wiedereröffnung der ehrwürdigen Kirche wird gefeiert. Heller und freundlicher wirkt das Gotteshaus, das in den vergangenen 13 Jahren Stück für Stück renoviert und so gut wie möglich in den Originalzustand zurückversetzt wurde. „Die Kirche ist jetzt transparenter und schon fast schwebend“, beschreibt es Mörs.

„Die Arbeiten wurden in sieben Schritten durchgeführt, jeweils nach unseren finanziellen Möglichkeiten“, erläutert Georg Weßler, Mitglied des Kirchenvorstands und Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde. Wer das Innere der Kirche von vor 20 Jahren noch gut in Erinnerung hat, wird am deutlichsten Veränderungen feststellen können. Da ist zum einen die Empore, die im vergangenen Jahr zurückgezogen wurde und nun einen freien Blick auf das „Himmelsgewölbe“ der Kirche ermöglicht. Auch die Königin der Instrumente, die Orgel, erfuhr eine Sanierung. Und das Kirchenschiff bekam einen neuen Anstrich. Schon 2012 wurde damit begonnen – und die Besucher konnten da schon erahnen, wie das Innere des Bauwerks am Ende aussehen sollte. Die umfangreichsten Arbeiten aber gab es in diesem Jahr. So wurde die gesamte Elektrotechnik erneuert. „Hier waren teils noch textilumwickelte Stromkabel vorhanden, die heutigen Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprachen“, so Weßler. Zudem musste der alte Verputz rundum abgetragen werden. „Es hatte sich Feuchtigkeit angestaut, so dass dringender Handlungsbedarf bestand.“ Die alten Heizkörper wurden entfernt und ein neues Heizsystem installiert.

Bei der Farbgebung hatte sich der Gemeinderat nach intensiven Gesprächen und Beratungen für Lila entschieden. Doch bei den Arbeiten stießen die Handwerker auf die Originalfarbe, und die war Blau. Zur Erinnerung wurde ein Teilstück erhalten. Auch die Beleuchtung wurde komplett geändert. Früher war es so, dass der Blick zum Kirchenhimmel von den an Ketten befestigten Lampen gestört wurde. Die stehen nun auf dem Dachboden und sollen demnächst verkauft werden. Und im Kirchenschiff wurde eine neuartige LED-Beleuchtung angebracht, denn, so Weßler: „Der Blick zum Himmel muss frei sein.“ Schließlich werde im Festsaal der Gemeinde die Frohe Botschaft von Jesus Christus verkündigt und das müsse sich auch in der Atmosphäre der Kirche widerspiegeln. Der Eingangsbereich wurde ebenfalls umfangreichen Renovierungsarbeiten unterzogen. Schließlich bekommen hier die Menschen den ersten Eindruck von dem Gotteshaus.

Wie sich die Finanzierung der jahrelangen Renovierung entwickelte, ist ebenfalls beeindruckend. Zuschüsse kamen nicht nur vom Denkmalschutz, auch der Orgel- und Kirchbauverein beteiligte sich. „Die Spendenbereitschaft war beispielhaft“, lobt Weßler. Bei einem Gesamtvolumen von fast 300 000 Euro waren nur noch 15.000 Euro zu finanzieren, rechnet er vor. Wer sich selbst ein Bild vom neuen Kleid im Inneren der Stadtkirche machen will, kann das am besten morgen ab 10 Uhr beim Eröffnungsgottesdienst tun.
 

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen