Festgottesdienst : St. Knud feiert Jubiläum

Bereits vor elf Jahren wurde die katholische Kirche entwidmet.
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Bereits vor elf Jahren wurde die katholische Kirche entwidmet.

Vor elf Jahren wurde die katholische Kirche St. Knud in Friedrichstadt entwidmet, am Sonnabend (7. Juni) wird ihr Jubiläum gefeiert. Zum Festgottesdienst laden auch die Glocken der anderen Kirchen in der Stadt ein – ein Ausdruck gelebter Ökumene.

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07. Juni 2014, 14:00 Uhr

Die Mutterkirche der Katholiken der schleswig-holsteinischen Westküste, St. Knud in Friedrichstadt, besteht seit 160 Jahren. Aus diesem Grund beginnt am Sonnabend (7. Juni) um 16 Uhr ein Festhochamt mit der Weihe des Altars. Auf den ersten Blick ist ein Gottesdienst in einer Kirche nichts ungewöhnliches, doch St. Knud wurde am 31. Oktober 2003 profanisiert, als Kirche entwidmet. Dennoch hat sich nach einigen Jahren der Ruhe, die altehrwürdige Kirche wieder zu einem Zentrum der Begegnung entwickelt. Zwar gehört die katholische Gemeinde in Friedrichstadt der Pfarrei St. Knud in Husum an, doch finden in dem Gebäude am Fürstenburgwall Messen, Andachten, ökumenische Begegnungen und Feiern statt.

Bundesweite Schlagzeilen machte St. Knud in Friedrichstadt, als die Kirche nach der Profanierung in eine öffentliche Kunstkirche umgewandelt werden sollte. Einer der bekanntesten deutschen Künstler, Otmar Alt, sollte die Gesamtleitung übernehmen. Nach seinen Vorstellungen sollte die Kirche mit neuen, seinem Stil typischen sehr bunten Glasfenstern ausgestattet werden. Dabei wollte er die Bibel – auf der einen Seite das alte, auf der anderen das neue Testament – zeigen, wobei in der Mitte, auf Höhe des Altars, der Stammbaum Christus entstehen sollte. Wert legte er bei der Vorstellung der Pläne darauf, dass die alte Architektur der ältesten katholischen Kirche Schleswig-Holsteins erhalten bleibt.

Doch aus finanziellen Gründen wurden die Pläne erst auf Eis gelegt, dann verschwanden sie gänzlich in der Schublade.

Mut bewies die katholische Gemeinde Friedrichstadt im Jahr 1853, als sie den Bau von St. Knud begann. War doch bei ihrem Vorgängerbau der 1841 bis 1846 an gleicher Stelle errichtet wurde, alles schief gegangen. Aufgrund statischer Fehlberechnungen stürzte 1849 die Decke der Kirche ein. Was noch von dem Gebäude übrig blieb, fiel den Gefechten des Krieges 1850 zum Opfer. Doch die katholische Gemeinde gab nicht auf, drei Jahre später begann der Bu von St. Knud. Nur ein Jahr später konnte das Bauwerk in „Betrieb“ genommen werden.

Pfarrer Oliver Meik schreibt dazu im gemeinsamen Mitteilungsblatt aller Friedrichstädter Kirchengemeinden zum erneuten Aufblühen des katholischen Gemeindelebens in der Kirche: „Nach seiner Pensionierung als katholischer Dompfarrer von Kopenhagen, bekam Monsignore Dietrich Timmermann von Erzbischof Dr. Werner Thissen die Erlaubnis, St. Knud als Privatkapelle zu nutzen. Gottesdienste wurden wieder gefeiert, das Allerheiligste wieder in ihren Mauern aufbewahrt, das ewige Licht neu entzündet und das Lob Gottes erscholl wieder in der alten Kirche. Der kleine Friedrichstädter Dom wurde wieder zum Domus Dei.“

160 Jahre St. Knud in Friedrichstadt sollen Sonnabend (7. Juni) mit dem Festgottesdienst, der um 16 Uhr beginnt, und einem anschließenden kleinen Fest rund um die Kirche gefeiert werden. Beteiligen wollen sich auch die anderen christlichen Gemeinden in Friedrichstadt, denn es spricht für den ökumenischen Charme der Stadt, dass auch die anderen Gemeinden mit ihren Glocken zum Hochamt in St. Knud einladen werden.

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