Sorgen um Kirche von Süderstapel : St. Katharina zerreißt es

Das Mauerwerk der Kirche muss an manchen Stellen vor Regen geschützt werden.
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Das Mauerwerk der Kirche muss an manchen Stellen vor Regen geschützt werden.

Die Kirche von Süderstapel muss wieder saniert werden, Kostenpunkt: mindestens 2,4 Millionen Euro. Ein Gutachter hat die Schäden im Mauerwerk untersucht.

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08. Februar 2018, 12:00 Uhr

Die Kirchengemeinde von Süderstapel macht sich weiter Sorgen um ihre St. Katharinenkirche. Sie war 2008 für rund 500.000 Euro teilsaniert worden, da sie einzustürzen drohte. 2016 gab es dann wieder Probleme mit dem Mauerwerk. Steine hatten sich gelockert, die Wände wölbten sich in verschiedenen Bereichen nach außen. Sie müssen bis heute von außen abgestützt werden.

Ein Gutachter hat jetzt festgestellt, dass die Schäden ihre Ursache in den Sanierungsmaßnahmen haben. Äußerlich lässt sich das unschwer an den Rissen im Mauerwerk sehen, auch wenn die vier Ecken der Kirche massiv abgestützt und gegen Regenschlag mit Verschalungen versehen sind. Ob ein anderer Mörtel dies verhindert hätte, ist aber fraglich. Sicher ist hingegen, dass Maßnahmen ergriffen werden müssen, um eine der ältesten und mit ihrem markanten Rundturm sehr seltene Kirche im Land zu erhalten. Dabei rechnet die Kirchengemeinde im günstigsten Fall mit Kosten von rund 2,4 Millionen Euro. „Wir erwarten da vom Kirchenkreis eine entsprechende Unterstützung“, forderte der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Armin Jans, sehr deutlich und gab den entsprechenden Beschluss der Leitungsrunde des Pfarrsprengels bekannt. Unter Umständen müssen demnächst noch die Kirchenfenster ausgebaut werden und durch Einfachverglasung ersetzt werden, da das Mauerwerk Druck ausübt und die künstlerisch gestalteten Fenster zu bersten drohen. Voraussichtlich wird die Gemeinde Klage einreichen.

Einziger Lichtblick ist die neue Turmuhr, die die marode Vorgängerin abgelöst hat.

Von den Vorsitzenden der einzelnen Ausschüsse wurde von einem lebendigen Gemeindeleben berichtet. Hingewiesen wurde aber auch darauf, dass die augenblickliche Situation mit drei Kirchengemeinderäten, den dazugehörigen Ausschüssen und der Leitungsgruppe zu einem unverhältnismäßig großem Verwaltungsaufwand führe und für die Ehrenamtlichen wie für die zwei Pastoren erheblichen Zeitbedarf bedeutet. Nachdem schon die drei Kirchenbüros von Bergenhusen, Erfde und Süderstapel im alten Amtsgebäude von Norderstapel zentral zusammengeführt worden sind, soll bis Jahresende eine Gemeinde gebildet werden, die von den zwei Pastoren in Erfde und Bergenhusen geleitet wird. Man hat dann zwar bis zur nächsten Kirchenwahl 30 Mitglieder im Gemeinderat, spart sich aber ständige Sitzungen der jetzigen Gremien.

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