Spurensuche im Land der Vorfahren

Szene aus dem Stück. Foto: hn
Szene aus dem Stück. Foto: hn

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12. Oktober 2009, 05:59 Uhr

Husum | "Verbrennungen" ist die ergreifende Geschichte einer Spurensuche. Zwei Geschwister erkunden die verborgene Geschichte ihrer Mutter, eine Geschichte von großer Liebe und von verheerender Gewalt - die Geschichte von Wajdi Mouawad bringt das Ensemble des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters am Mittwoch (14.) ab 20 Uhr in der Irene-Thordsen-Kongresshalle auf die Bühne.

Die Zwillinge Jeanne und Simon (Isabel Baumert, Manuel Jadue) blicken fassungslos auf das Testament ihrer Mutter Nawal (Sabine Unger), die vor langer Zeit ihr Heimatland verlassen und in Kanada ein neues Leben begonnen hatte. In ihren letzten fünf Jahren war die Mutter verstummt, und nun trägt sie mit ihrem Letzten Willen Jeanne und Simon auf, zwei Briefe zu überbringen. Einen für den Vater, von dem es immer hieß, dass er tot sei.

Den anderen für einen Bruder, von dem nie zuvor die Rede war. Simon erklärt seine Mutter für verrückt und weist das Testament zurück. Jeanne aber lässt der Auftrag keine Ruhe. Was verbirgt sich in dem langen Schweigen ihrer Mutter? Wer war sie, diese Mutter, die nie etwas über ihre Herkunft, über ihr Heimatland erzählt hat?

Jeanne bricht auf in das ferne, ihr völlig fremde Land ihrer Vorfahren. Ein Land, gezeichnet von jahrzehntelangem Bürgerkrieg. Widerwillig folgt Simon ihr nach. Schritt für Schritt setzt sich die ungeheuerliche Lebensgeschichte von Jeannes und Simons Mutter zusammen, die zugleich die politische Geschichte einer furchtbaren Spirale der Gewalt ist.

Mouawad hat mit großer Erzählkunst ein bewegendes Stück geschrieben, seit der deutschen Erstaufführung 2006 an mehr als zwanzig Theatern im deutschsprachigen Raum gezeigt worden.

Karten gibt es bei Volkshochschule, 04841/835950 und in der Schlossbuchhandlung, Schlossgang 10,

04841/89214.

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