Neues Buch : Spurensuche auf Nordstrand

Georg Reynders bei der Arbeit: Auch der Grabstein des Rungholtforschers Andreas Busch ist Thema des Buches.
Georg Reynders bei der Arbeit: Auch der Grabstein des Rungholtforschers Andreas Busch ist Thema des Buches.

Für seine Arbeit zur Geschichte der Halbinsel hat Georg Reynders viele Informationen zusammengetragen.

shz.de von
29. Mai 2018, 11:00 Uhr

„Nordstrand – Geschichte und Geschichten einer Insel von gestern und heute“ – so heißt das neue Buch von Georg Reynders, Pfarrer in Ruhe. Der Hobbyautor und -fotograf hat 19 historische Fotos, Karten sowie 30 aktuelle Fotos in dem 96 Seiten starken Werk verwendet.

Wie es dazu kam, schildert der ehemalige Hausherr der Alt-Katholischen Kirchengemeinde. „Gab es vor rund 20 Jahren noch wöchentlich zwei oder drei Vorträge zur Geschichte, so finden heute kaum noch welche statt“, bedauert Georg Reynders. Die Zeitzeugen, die noch von ihren Vorfahren Geschichten über die Historie gehört haben, sind mittlerweile älter geworden. „Viele Gäste vermissen aber solche Termine im Veranstaltungskalender. Sie waren begeistert, wenn die Referenten über Sturmfluten oder Deichbau der vergangenen Jahrhunderte berichteten oder Anekdoten erzählten“, weiß Reynders zu genau. Er selbst hat gut 20 Jahre lang im Sommer Woche für Woche im Alt-Katholischen Theresiendom Vorträge gehalten, insbesondere auch über die interessante Kirchengeschichte. Nur noch die vom Handels-, Gewerbe- und Vermieterverein (HGV) Nordstrand bis heute initiierten Rungholttage geben Einblick in zurückliegende Zeiten. „Also habe ich mir gedacht, machst Du einfach mal was“, so Reynders.

Hilfreich seien die Informationen, die es bereits über die Geschichte der Insel gegeben habe, gewesen, so unter anderem das Buch von Karl Kuenz „Nordstrand nach 1634“. Darin habe der erste deutsche Alt-Katholische Pfarrer, der von 1924 bis 1953 amtierte, einiges hinterlassen. Neben weiteren Quellen aus dem Archiv der Alt-Katholischen Pfarrgemeinde kam auch „romanhafte“ Literatur hinzu, kleinere Schriften verschiedener Autoren, insbesondere aus Gesprächen mit Einheimischen, die sich auskannten.

Besonders erwähnt werden muss Hans-Harro Hansen, mit dem Reynders seit 1995 intensiven Austausch pflegt und mit dem er zusammen zahlreiche Vorträge hielt. Einige Dokumente und Fotos hat dieser dem Autor überlassen. Die 350-Jahr-Feier des Bestehens der Pfarrgemeinde und die Erstellung einer Festschrift zu diesem Anlass haben Weiteres zu Tage gefördert. Auch die Diskussionen und Streitgespräche mit dem damaligen Römisch-Katholischen Pfarrer Peter Schmidt-Eppendorf gaben „Stoff“.

„Schon bei der Deutung der Quellen und historischen Ereignisse zwischen Pfarrer Schmidt-Eppendorf und mir wurde klar, dass Geschichte kein beweisbares Ereignis ist, sondern stets unterschiedlich interpretiert und gesehen werden kann“, so Reynders. „Ich wage den Versuch, auf die Geschichte Nordstrands zurückzublicken und eine halbwegs historisch vertretbare Darstellung zu veröffentlichen. Im Untertitel des Buches heißt es „Geschichten einer Insel“. Es sind folglich Geschichten, die erzählt werden oder wurden, die überliefert sind, aber bei denen keine eindeutigen Aussagen gemacht werden können, ob sich das alles wirklich so zugetragen hat. Ich erhebe keinen Anspruch auf Richtigkeit“, so Reynders.

Die Überlegung, das schriftlich niederzulegen, resultiere auch daraus, dass es viele Nachfragen gegeben habe, so der Autor. Gerne werde er in folgenden Auflagen Korrekturen vornehmen, wenn sie denn schlüssig nachgewiesen werden. Das Gleiche gibt für Änderungen, wo sich Fehler eingeschlichen haben.

Das Buch ist erhältlich in den Nordstrander Geschäften, direkt beim Autor sowie über www.reynders-net.de.

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