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Baustellen-Besuch : Sprachlos – und mit Panoramablick

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Mit dem Husumer Handwerkerverein in Hamburg: Die Unternehmer aus Nordfriesland wollten sich ein eigenes Bild von der Baustelle der Elbphilharmonie machen – und staunten über den Gigantismus dort.

Sie planen und bauen selbst große Kliniken, stattliche Bürogebäude und edle Wohnprojekte, doch die technischen und wirtschaftlichen Dimensionen der Hamburger Elbphilharmonie ließen Nordfrieslands Unternehmer nur noch sprachlos staunen. Sie waren einer Einladung des Husumer Handwerkervereins gefolgt, der immer wieder derartige exklusive Führungen organisiert. Vor Ort machten sich 40 Gäste selbst ein Bild, ob die Elbphilharmonie nun ein „Fanal des Größenwahns“, wie es in kritischen Medienberichten heißt, oder vielmehr ein Magnet internationaler Touristenströme werden wird. Das Stadtmarketing jedenfalls jubiliere, weil das neue Wahrzeichen an der Westspitze der Hafen-City ausländische Besucher schon jetzt von München, Heidelberg oder Neuschwanstein ablenke. Die Gästeführer betonten, dass immerhin 70 Millionen Euro von Hanseaten gespendet worden seien – eine weltweit einmalige private Unterstützung eines solchen Großprojekts.

„Wir wollten allen die Gelegenheit bieten, sich vor Ort ein eigenes Bild zu machen“, betonte Udo Gutbier, Vorsitzender des Husumer Handwerkervereins. Sein Stellvertreter Manfred Hauschildt ergänzte: „Und uns sowohl über die Chancen eines solchen Mega-Projekts als auch über die damit verbundenen finanziellen und technischen Risiken informieren zu lassen.“

Ausgerüstet mit Schutzhelmen und Sicherheitsstiefeln kletterten die Gäste zig Stockwerke erst durch den Backsteinkörper des ehemaligen Kakaospeichers und dann bis in den schillernden Glasaufbau des 110 Meter hohen Gebäudes hinauf. Sie schauten schon einmal in den zentralen der drei Konzertsäle. Gekrönt wird der von einem 200 Tonnen schweren Kronleuchter plus Akustikdeckel, der die feinsten Flötentöne im gesamten Rund der 2150 Plätze verteilen werde.

Höhepunkt war der Besuch in einer der exklusiven, sechs Millionen Euro teuren Wohnungen in den oberen Stockwerken mit einem faszinierenden Panoramablick über den gesamten Hafen. Man stellte sich vor, wie die Bewohner von dort oben auf Augenhöhe die Passagiere auf den oberen Decks der Kreuzfahrtschiffe grüßen können. Hier betonten die Gästeführer, dass der Öffentlichkeit kostenlos ein 360-Grad-Panoramablick über Hamburg ermöglicht werde – von Aussichtsplattformen in Höhe der Schnittstelle zwischen altem Speicher und neuem Glasaufbau.

Ausgesprochen offen ergänzten die Gästeführer Aussagen aus dem Abschlussbericht des Untersuchungsausschusses, der kürzlich vorgelegt worden war (wir berichteten), um etliche interessante Details: Baubeginn sei schon weit vor Ende der Planungen gewesen, woraus sich die vielen späteren Verbesserungsvorschläge erklären lassen. Kosten seien öffentlich anfangs netto, ohne Mehrwertsteuer angegeben worden. Büros mit denselben Aufgaben hätten parallel gearbeitet und sich erst kürzlich per Vertrag zur Kooperation verpflichtet. Sie betonten aber auch, dass sehr vieles im Haus schon betriebsfertig sei. „Im Hotel können Sie schon jetzt die Sauna hochfahren.“

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erstellt am 24.Jan.2014 | 17:00 Uhr

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