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Lions-Club Husum-Uthlande : Sprachführer verteilt – Bundes-Preis für Lions

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Eine soziale Aktion des Lions-Clubs Husum-Uthlande ist auf Bundesebene mit einem Stiftungspreis bedacht worden.

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2017 | 09:00 Uhr

Welcher Hausarzt weiß schon auf Anhieb, was Diphterie auf Arabisch heißt? Und was tun, wenn einem die Informationen über eine Blinddarm-Operation persisch vorkommen? Wenn sich in einer Praxis oder Klinik Ärzte und Patienten mit verschiedenen Muttersprachen begegnen, kann im günstigsten Fall ein Übersetzer aushelfen oder aber es bedarf einer „leichten Sprachbrücke“. Diese hat der Husumer Verleger Michael Schwarz zusammen mit einem Ärzteteam aus Nordfriesland in Form eines medizinischen Sprachführers entwickelt.

In diesem, in seiner Art einmaligen Band mit dem Titel „MedGuide“ sind alle Inhalte in Arabisch und Farsi übersetzt (wir berichteten). Das Besondere sind Illustrationen, die ein Grafiker für Krankheits-Symptome, zur Familien-Vorgeschichte und für Therapie und Operationen entwickelt hat. So soll auch eine Verständigung mit Menschen gelingen, die weder lesen noch schreiben können.

Für den Sprachführer interessierte sich auch der Lions-Club Husum-Uthlande und lud Michael Schwarz ein, das Buch bei einem der Clubabende vorzustellen. Da die Mitglieder von dem Werk überzeugt waren, entstand eine „Activity“, wie es im Lions-Sprachgebrauch heißt. Der Club kaufte eine Reihe von Exemplaren auf und verteilte sie kostenlos an Flüchtlingshilfe-Gruppen, DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache), Ärzte, Krankenhäuser, Migrationsbetreuer, soziale Einrichtungen und medizinische Versorgungszentren. Auch ein syrischer Urologe, der in Viöl lebt, kann sich nun dank der MedGuide-Spende besser auf seine Anerkennung als Arzt vorbereiten.

Da der Verleger Michael Schwarz ein Interesse daran hat, sein Produkt überregional zu verbreiten, bewarb sich der Lions-Club mit seiner Aktion beim Wettbewerb der Stiftung Deutscher Lions, der unter dem Leitmotiv „Toleranz, Integration und interkulturelle Kommunikation“ stand. Beim Bundeskongress in Berlin, der den Stiftungspreis verlieh, wurde die nordfriesische Aktion unter 37 Bewerbern aus der Bundesrepublik – von denen zehn zunächst in die engere Auswahl kamen – mit einem hervorragenden dritten Preis ausgezeichnet. Dieser ist mit 1000 Euro dotiert. Das Geld soll nun für weitere Hilfsprojekte verwendet werden.

„Der Lions-Club Husum-Uthlande freut sich, dass er durch die Weitergabe des Sprachführers zur Verständigung zwischen Flüchtlingen und Ärzten auf dem so wichtigen Gebiet der Gesundheit beitragen und zugleich den Medguide bekannt machen konnte“, sagt Monika Möller, Präsidentin des Lions-Clubs Husum-Uhtlande.

Auch Michael Schwarz freut sich über den Erfolg: „Viele Ärzte und Pfleger wissen noch nicht von dem Angebot, mit dem MedGuide ihre Abläufe in Klinik und Praxis zu optimieren – getreu dem Motto: Nichts ist wichtiger als eine funktionierende Kommunikation zwischen Arzt und Patient.“

Da die Nachfrage nach dem Buch wächst, plant der Husumer weitere Projekte wie einen Sprachführer zum Thema Schwangerschaft und Geburtshilfe auf Arabisch und Farsi. Zudem soll der „MedGuide“ auch in türkischer und kurdischer Sprache erscheinen. Für die Kosten der Übersetzungs-Agenturen und die Produktion sucht das Team der „Edition Willkommen“ im Übrigen noch Förderer.

Der „MedGuide“ ist für 19,90 Euro über die Internet-Adresse www.edition-willkommen.de zu bestellen – der kostenfreien Postsendung liegt eine Rechnung bei. Der Schwangerschafts-Sprachführer kann dort vorbestellt werden.

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