Beach-Volleyball-Turnier in St. Peter-Ording : Spieler und Zuschauer trotzen dem Wetter

Der Strandklassiker wird sowohl von Volleyballern als auch von Gästen konzentriert verfolgt.
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Der Strandklassiker wird sowohl von den Volleyballern selbst als auch von den Gästen konzentriert verfolgt.

Katharina Schillerwein und Cinja Tillmann gewinnen den Beach-Volleyball-Cup der Frauen in St. Peter-Ording. Bombastische Stimmung herrschte auf den Zuschauerrängen - trotz der Wetterkapriolen.

shz.de von
27. Juli 2015, 13:00 Uhr

Während viele Helfer am Sonnabendmorgen das Eventgelände am Ordinger Strand von den Wassermassen des Dauerregens der Nacht befreien, sind die ersten Halbfinalspiele im Rahmen des Beach-Volleyball-Strandklassikers „Smart Beach Tour 2015“ in vollem Gange. Regenschauer halten weder die Weltklassespieler von ihrem Einsatz, noch die eingefleischten Fans auf den Zuschauerrängen vom Anfeuern ab. Eingehüllt in vom Veranstalter ausgegebenen gelben Regenumhängen wird mitgefiebert.

Dabei ist auch Hans Eisenheim aus Mönchengladbach. „Ich liebe Beachvolleyball. Das ist ein toller Sport“, sagt er. Das Wetter sei ihm egal. Damit müsse an der Nordsee gerechnet werden. Und dass auch eindeutig die Wettermeldungen. Wind aus wechselnden Richtungen und Regenschauer künden die düsteren Wolken an. Constanze Höfinghoff, stellvertretende Tourismus-Direktorin, schaut nach dem Rechten und nimmt an der Team-Besprechung des Veranstalters teil. „Ja, wir müssen damit rechnen, dass die Spiele heute unterbrochen werden“, berichtet sie. Noch am Freitag, 24. Juli, hätten ideale Bedingungen, nämlich Sonne pur, für die Qualifikationsspiele geherrscht und auch die abendliche Strandparty habe viele Gäste angezogen. Selbst als gegen Mitternacht Dauerregen begonnen habe, sei weiter gefeiert worden. „Wir sind stolz, dass wir die Veranstaltung schon zum 18. Mal erleben dürfen. Wo gibt es dass sonst, Spitzensportler so hautnah in Aktion zu erleben“, sagt die Fachfrau.

Während sie plaudert, erhält sie einen Anruf des diensthabenden Kollegen vom Bauhof, Jürgen Reimers. „Wir haben eine defekte Pumpe“. Gerade erst die aufgebaute Wasserversorgung überprüft, muss er nun mit seinen Notfall-Team – dabei Thomas Hems, Bernd Wieben und Manfred Wiederich – ran. Es gilt, die Pumpe möglichst schnell zu reparieren, denn das Wasser hat gerade ausgerechnet die gastronomische Meile auf dem Gelände überspült. Nach einer endlos lang erscheinenden Arbeitsstunde ist alles wieder rechtzeitig zur Mittagszeit im Lot. Schnell ist der Platz leergepumpt.

Mittlerweile haben sich die Zuschauerränge gefüllt – 1000 Plätze sind vorhanden. Die Stimmung ist bombastisch und wird immer wieder durch die Ansagen und Kommentare angeheizt. Die Regenumhänge sind inzwischen abgelegt worden. Kurze Hosen und T-Shirts sind angesagt, denn die Sonne entfaltet ihre volle Kraft. Wie von Zauberhand ist es auf einmal windstill.

Ferner beginnt der Run auf die vielfältigen kulinarischen Angebote. Aber auch die Aktionsstände sind begehrte Anlaufziele. So mancher probiert, wie es sich anfühlt, für Minuten schwerelos zu sein. Die Mitarbeiter einer Krankenkasse machen es an ihrem Info-Stand möglich. Neueste Technik in ihren Fahrzeugen zeigt ein Auto-Konzern. Auch die Mitarbeiter vom Multimar in Tönning haben Zulauf. Viele informieren sich bei Meeresbiologin Christiane Bock und Lutz Kretschmer über Fauna und Flora im Nationalpark. Für eine witzige Einlage sorgt Jessica Bilgenroth aus Delve. Sie will bald heiraten und ist mit ihren Freundinnen auf Junggesellen-Abschluss-Tour. Mit manchem Gast stößt sie auf ihr persönliches Wohl an.

Keinen Einsatz hat es für das ehrenamtliche Team vom DRK-Ortsverband St. Peter-Ording gegeben. Mit ihrem geländegängigen Fahrzeug haben Rettungsassistenten Cornelia Müller, Carina Pahke und Hendrik Hinz in Lauerstellung gelegen. Gegen 15 Uhr baut sich wie aus dem Nichts eine Gewitterfront auf. Schlagartig setzt Starkregen und Sturm ein. Die Wettbewerbe werden abgebrochen. Jeder versucht ein trockenes Plätzchen zu ergattern, notfalls im eigenen Auto auf dem nahen Strandparkplatz. Binnen einer halben Stunde ist der Spuk dann schon wieder vorbei. Es geht weiter bis kurz vor 18 Uhr ein neues Regenband das Geschehen unterbricht. „Wir haben unser Ziel für heute erreicht. Abgerechnet wird am Ende“, sagen nicht ohne Stolz Katharina Schillerwein und Cinja Tillmann (VC Bottrop 90 / USC Münster). Sie konnten sich bei allen Spielen gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen. Die Wetterbedingungen haben das Turnier, so ihre einhellige Meinung, zwar erschwert, aber sie seien bei dem Sport nicht unbedingt ungewöhnlich. Schade sei auch für sie, dass die Beachparty am Abend wegen neuer Unwetterwarnungen ausfallen muss. „Wir machen das Gelände dicht“, verkündet Höfinghoff. Am gestrigen Sonntag, 26. Juli, sind die Wettbewerbe dann nach Beruhigung der Naturgewalten fast als wäre nichts gewesen fortgesetzt worden. Info:www.smart-beach-tour.tv.















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