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Ferienpass : Spiel und Spaß auf 148 Seiten

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Bernd Biermann und Thomas Grebe, der alte und der neue Leiter des Biss, stellen den 30. Husumer Ferienpass vor.

Das Format ist gleich geblieben: Veranstaltungstipps und Gutscheine für die Sommerferien auf DIN-A  6-Papier. Qualitativ hat sich der Husumer Ferienpass in den vergangenen Jahren aber verbessert. Etwa 14 Honorarkräfte und ehrenamtliche Helfer haben an der 30. Ausgabe mitgewirkt. Auch in diesem Jahr enthält das kleine Büchlein im Taschenformat neben besonderen Attraktionen wieder Basis-Elemente wie Gratis-Busfahrten und -Schwimmen sowie kostenlosen Eintritt in Museen. Am 10. Juli um 12 Uhr startet der Verkauf des Ferienpasses. Er ist im Kinder- und Jugendforum Biss, in der Tourist-Information und im Rathaus erhältlich.

Traurige Nachricht für die Lütten: Es wird in diesem Jahr keine Kinderstadt geben. „Der Schwerpunkt spielt sich im Biss ab“, erklärt der ehemalige Biss-Leiter, Bernd Biermann. Damit Langeweile in den Ferien gar nicht erst aufkommt, bietet das Forum wieder ein volles Programm für Kinder und Jugendliche im Alter von sechs bis 18 Jahren an. Zahlreiche Mitmach-Aktionen und Veranstaltungen erwarten die Kinder. Zusätzlich wird es Angebote über den Pass hinausgeben. Diese werden dann im Biss ausgehängt. „Wenn eine Veranstaltung ausgebucht ist, versuchen wir, einen adäquaten Ersatz zu bekommen“, versichert Biermann.

„Es ist ein Wunder, dass dieses Team – neben dem laufenden Betrieb – einen Ferienpass mit fast 150 Seiten entwickelt hat“, lobt er. Ein Großteil des Programms sei während der Öffnungszeiten hinter dem Tresen entstanden. „Vor 29 Jahren haben wir mit 44 Seiten angefangen, damals kostete der Ferienpass fünf Mark“, erinnert sich Biermann und hält ein kleines gelbes Heft in der Hand. „Heute sind es 148 Seiten und er kostet fünf Euro.“

So dick sei der Ferienpass noch nie gewesen. Und der Preis sei seit 17 Jahren gleich. Das sei nur mit Hilfe vieler kooperativer Firmen und Partner möglich. „Wir müssen nicht um Unterstützung betteln. Auch private Museen reihen sich ein“, bestätigt Thomas Jahrstorff aus dem Biss-Team.

1988 erschien der erste Ferienpass. Biermann brachte die Idee aus Bochum mit in den Norden. „Das war noch vor der Internet-Zeit. Wir haben alles per Hand im Keller des alten Rathauses kopiert“, erinnert er sich. Der Ferienpass entstand damals innerhalb von drei Monaten. „Heute beginnen wir schon mit der Planung, wenn die Ferien vorbei sind“, sagt der ehemalige Leiter.

Sein Nachfolger Thomas Grebe hat an dem diesjährigen Ferienpass noch nicht mitgewirkt, er hat aber bereits eine Vision für die Zukunft: „Ich würde gerne alle Institutionen, die in Husum in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, mit in den Ferienpass einbeziehen“, erklärt der neue Biss-Leiter, der auch der neue Stadtjugendpfleger in Husum ist.

Die Kinder- und Jugendarbeit in der Storm-Stadt sei besser aufgestellt als in vielen anderen Städten, ist Grebe überzeugt. Etwa 60 bis 70 Kinder besuchen täglich das Biss. Eine große Herausforderung sieht der 37-Jährige in der Integration von Flüchtlingskindern. „Wir wollen die Separation von Flüchtlingen vermeiden“, erklärt er. In Fällen, wo die Neuankömmlinge Deutsch gelernt haben, funktioniere das Miteinander auch sehr gut.

Die Personalprobleme, die sein Vorgänger gehabt hat, lösen sich nicht in Luft auf. „Ich hoffe aber, dass bei einem Neustart die Fronten nicht mehr so verhärtet sind und sich die Verhandlungsbedingungen verbessern“, blickt Grebe optimistisch auf die Zusammenarbeit mit der Politik. „In der nächsten Sitzung des Sozialausschusses werden wir unsere Pläne vorstellen und dann werden wir versuchen, über die Gremien mindestens eine weitere Stelle zu bekommen“, so der Sozialpädagoge. Ein bis zwei Kollegen mehr würden die Arbeit qualitativ deutlich verbessern, sind sich Biermann und Grebe einig. „Und der Ferienpass müsste nicht mehr zwischen Tür und Angel entstehen“, so Biermann.

Grebes Ziel ist, die Lebensbiographien von Kindern aus sozial schwachen Familien positiv zu beeinflussen. „Wenn ich das schaffe, gehe ich mit einem guten Gefühl nach Hause. „In den vergangenen Wochen habe ich den Lohn aus 30 Jahren Arbeit bekommen“, ergänzt Biermann. „Viele ehemalige Besucher haben mich mit den Worten kontaktiert: Ich wäre nicht das, was ich heute bin.“ Das sei Gold wert.

Er habe immer gesagt, er höre erst auf, wenn er beim Tischkickern besiegt werde, so Biermann weiter, der am Ende unbesiegt blieb. „Ich habe einen ähnlichen Vorsatz“, sagt Grebe. „Wenn ich nicht mehr mit den Kindern Fußball spielen kann, muss ich mir über eine Veränderung Gedanken machen.“


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erstellt am 28.Jun.2017 | 12:00 Uhr

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