Fahrräder mangelhaft : Spiel mit dem Leben der Kinder

Einen Tag nach der Kontrolle standen nur noch wenige  Räder im Fahrradständer  der Ohrstedter Schule. Foto: hjm
Einen Tag nach der Kontrolle standen nur noch wenige Räder im Fahrradständer der Ohrstedter Schule. Foto: hjm

Zwei Drittel aller Fahrräder der Schüler von der Ohrstedter Schule sind mangelhaft. Das Ergebnis schockierte die Polizei. Sie kündigte Nachuntersuchungen an.

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27. November 2008, 09:31 Uhr

Ohrstedt | Für die Schülerinnen und Schüler, die morgens mit dem Fahrrad in der dunklen Jahreszeit bei eingeschränkten Licht- und Sichtverhältnissen den Schulweg antreten, bedeutet dies ein erhöhtes Risiko. Doch das Risiko steigt noch, wenn die Beleuchtungs-Einrichtung nicht einwandfrei funktioniert. Um die Verkehrssicherheit sicherzustellen, führten Polizeibeamte aus Viöl zusammen mit dem Verkehrslehrer Achim Sievers an der Grund- und Gemeinschaftsschule in Ohrstedt frühmorgens eine Fahrradkontrolle mit Unterstützung der Schulleitungen durch.

So manchem hart gesottenen Beamten verschlug es dabei die Sprache. "Was wir hier an Drahteseln antrafen, war erschreckend, geradezu schockierend", war von der Polizei zu hören. Zwei Drittel aller kontrollierten Räder fiel auf Grund von erheblichen Mängeln mit Pauken und Trompeten durch. Zwei der Fahrräder mussten ganz aus dem Verkehr gezogen werden, da bis auf Tretlager und Räder fast nichts funktionierte, geschweige denn von Verkehrssicherheit gesprochen werden konnte.
Lebensgefährliche Fahrten

Polizist Kai-Hermann Jacobsen war fassungslos. "Ich kann es kaum glauben, dass die Eltern ihre Verantwortung für die Kinder kaum wahrnehmen und damit ihre Aufsichtspflicht verletzen". Dabei sollte ihnen die Gesundheit ihrer Schützlinge besonders am Herzen liegen. Die Kinder befänden sich in Lebensgefahr, wenn sie ohne Licht am Rad und ohne funktionstüchtige Bremsen ihren dunklen Schulweg antreten. Auch Achim Sievers zeigte sich entsetzt. "Die Eltern sollten die Fahrräder ihrer Kinder regelmäßig einer Sichtkontrolle unterziehen", so sein Appell. Auch die Schulleitung war nach der Kontrolle empört und enttäuscht.

Gemeinsam mit der Polizei pocht sie auf die Instandsetzung der Fahrräder, so dass sie auch verkehrstauglich sind. Die Reaktion der Schulleitung lies nicht lange auf sich warten. Den betroffenen Schülerinnen und Schülern mit Defekten an den Fahrrädern wurde ein Mängelbericht für die Eltern ausgehändigt. "Wir Lehrer werden darauf achten, dass die Bögen an uns zurückgehen und die Fahrräder repariert werden", versicherten Grundschulleiter Herbert Schmidt und die Koordinatorin der Gemeinschaftsschule, Renate Seliger. Klare Worte kamen auch von der Polizeistelle Viöl. "Eine Nachkontrolle wird es in jedem Fall in kurzer Zeit und ohne vorherige Ankündigung geben", stellte Stefan Sahlmann unmissverständlich klar. "Wir hoffen, dann auf einwandfreie Fahrräder zu treffen." Werden dann immer noch Mängel festgestellt, wird sich die Polizei mit den Eltern in Verbindung setzen. "Dies kann dann auch ein Bußgeld zur Folge haben", unterstreicht Jacobsen.

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