Geländermalen kostet 10.000 Euro : Spezialfarbe und Wasser – ein Problem

Die abgeplatzte Farbe macht es deutlich, hier muss dringend etwas gegen Korrosion getan werden.
Die abgeplatzte Farbe macht es deutlich, hier muss dringend etwas gegen Korrosion getan werden.

Das Geländer der blauen Brücke in Friedrichstadt kann nicht von Bürgern gemalt werden, da eine Spezialfarbe zum Korrosionsschutz aufgetragen werden muss. Die Kosten für die Versiegelung belaufen sich auf 10.000 Euro.

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08. Mai 2015, 11:00 Uhr

18 Brücken hat die Stadt Friedrichstadt zu unterhalten. Eine der neueren, die blaue Brücke, bereitet nun allerdings erneut einiges Kopfzerbrechen. Schließlich wurde das moderne Stahlbauwerk erst Ende vergangenen Jahres nach gut zweimonatiger Sperrung wieder für den Fußgängerverkehr geöffnet, nachdem es zuvor für rund 150.000 Euro überholt und mit neuer Farbe versehen worden war. Die Maler- und Sanierungsarbeiten waren sehr aufwändig, denn die ganze Brücke musste eingehaust werden – ein Gerüst wurde errichtet und über dem Westersielzug das komplette Bauwerk mit Planen vor der Witterung geschützt. Die Wasserquerung direkt neben dem Clubhaus der Friedrichstädter Rudergesellschaft und parallel zur Bundesstraße 202 wurde gegen Korrosion geschützt. Und das bedeutet, dass alle Metallteile abgeschliffen und dann versiegelt werden mussten.

Eigentlich alles gut, doch bei der damaligen Ausschreibung wurde das Geländer des Bauwerks nicht mit berücksichtigt, so dass es auch nicht zum erteilten Auftrag gehörte. Warum, weiß eigentlich keiner so genau, stellte Bürgermeister Eggert Vogt in einer Sitzung des Finanz- und Hauptausschusses der Stadt fest. Die Brücke strahlt nach Ende der Arbeiten in neuem Blau, nur das Geländer wirkt ein wenig scheddrig, zumal es an vielen Stellen schon mehrfach nachgepönt worden ist.

Daher wurde der Vorschlag in einer Ausschuss-Runde im Rathaus unterbreitet, es doch als Beispiel der Solidarität und der Identifikation der Bürger mit der eigenen Stadt von den Einwohnern malen zu lassen. Dieser Vorschlag stieß nicht nur auf Begeisterung, denn schließlich müsse dort eine Spezialfarbe verwendet werden, deren Auftrag nicht mit dem Rollern einer Zimmerwand zu vergleichen sei, hieß es in der Sitzung.

Dennoch sprach sich der Bürgermeister der Stadt für eine Überprüfung aus, denn eine solche Gemeinschaftsaufgabe sei doch zu begrüßen, dem schloss sich das Gremium seinerzeit an. Nun allerdings machen strenge Umweltauflagen den Planern einen dicken Strich durch die Rechnung. Schließlich handelt es sich um Spezialfarbe und die Brücke steht über einem Fließgewässer, der Treene, die durch den Westersielzug in die Eider entwässert.

Um mögliche Umweltschäden durch ein Kleckern von Farbe in das Wasser zu verhindern, müssen besondere Sicherheitsauflagen eingehalten werden. Von einem erneuten Einrüsten der gesamten Brückenkonstruktion war schon die Rede. Bürgermeister Eggert Vogt winkt allerdings ab. „Wir haben mehrere Kostenvoranschläge eingeholt, die beinhalten nicht das Einrüsten der Brücke.“ Die Kosten dürften sich nach ersten Schätzungen auf rund 10.000 Euro belaufen. Da stellt sich die Frage, warum die Geländersanierung der blauen Brücke im Jahr 2005 mit rund 42.000 Euro zu Buche geschlagen ist.

Das Ziel der Stadt sei es nun, so schnell wie möglich an die Arbeit zu gehen, damit die blaue Brücke noch vor der touristischen Hochsaison in einem neuen Blau erstrahlt. Und für Gemeinschaftsaufgaben, so drückte es Vogt aus, gebe es sicherlich viele Betätigungsfelder in der Stadt.

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