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Sanierung auf Nordstrand : Spenden in Odenbüller Kirche investiert

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kirchbauverein Nordstrand-Odenbüll saniert dank Spenden und Mitgliedsbeiträgen von 114.000 Euro Fenster, Dach und Glocke von St. Vinzenz. Der Vorsitzende Carl-Friedrich Thormählen gibt seinen Posten ab.

Die alte Dame, die Odenbüller Kirche, wurde saniert. Zu den größten Posten zählten die Fenster, die Erneuerung des Dachs und die Reparatur der Glocke. Der Vorsitzende des Kirchbauvereins Nordstrand-Odenbüll gab in seinem letzten Bericht für das vergangene Jahr eine genaue Auflistung der Zahlen ab. Die größte Herausforderung sei, so Carl-Friedrich Thormählen, für Nordstrander Unternehmer die Reparatur der Glocke gewesen. Dort wurde ganze Arbeit geleistet.

Die aus dem Jahre 1847 stammende Glocke drohte vom maroden Glockenjoch zu stürzen, so dass dringender Handlungsbedarf bestand. In einem Arbeitsgang wurde auch ein digitales Steuerwerk eingebaut. Bis auf ein Fenster, für das noch wegen der historischen Bedeutung ein Entwurf in Arbeit ist, sind inzwischen alle renoviert worden. Energetische Maßnahmen hätten dafür gesorgt, dass es durchweg vier Grad wärmer in der Kirche ist, erklärte der Vorsitzende. Der Kassenwart, Hans-Hermann Jensen, hob hervor, dass in den vergangenen zehn Jahren (2005 bis 2015) dank Spenden und Mitgliedsbeiträgen rund 114.000 Euro direkt in die Sanierung der Kirche und der Außenanlagen geflossen seien.

Thormählens persönliche Entscheidung nicht mehr anzutreten, war ihm nicht leicht gefallen. Nach elf Jahren ehrenamtlicher Arbeit stellte er nun seinen Posten in der Jahresversammlung zur Verfügung. Seit Gründung des Vereins im März 2005 hatte er das Amt inne. „Es waren tolle Jahre, in denen wir gemeinsam im Vorstand, mit allen Mitgliedern und Sponsoren sowie Pastor Thorsten Wiese und dem Kirchengemeinderat, viel für unsere alte Dame tun konnten“, fasste der scheidende Vereins-Chef zusammen. So lebendig wie die Kirchengemeinde mit ihren vielfältigen Angeboten für Jung und Alt sei, agierten auch die Freiwilligen im Verein. Thormählen sei jedenfalls St. Vinzenz als ein lebendiges Denkmal ans Herz gewachsen. Auf seinen Vorschlag wählten die Mitglieder einstimmig die bisherige Stellvertreterin, Maren Hansen, zu seiner Nachfolgerin. Zum neuen Vize-Chef wählten sie ebenso einstimmig Hans-Günter Scheil. Für den ebenfalls seit elf Jahren aktiven Kassenwart hieß es Wiederwahl. „Du warst der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Deine Frau Traute war immer mit an Deiner Seite für den Verein aktiv. Euch beiden gebührt großer Dank“, erklärte die neue Vorsitzende. Auch wenn Carl-Friedrich, so ergänzte der Gemeindeseelsorger, ab und zu wegen seines Tatendrangs ausgebremst werden musste, habe er alles zum Wohle der Kirche getan. Ihm sei als treibende Kraft viel zu verdanken. Wiese erinnerte beispielsweise an den relativ spontanen Startschuss zur Umsetzung des behindertengerechten Aufganges zum Altarraum kurz vor den Adventstagen 2015. Der füge sich dank guter handwerklicher Arbeit eines hiesigen Maurermeisters harmonisch in die Kirche ein. Als Abschiedsgeschenk überreichte Wiese dem ausscheidenden Vorsitzenden eine Luftbildaufnahme der St. Vinzenz-Kirche.

Seit der Gründung mit 14 Mitgliedern gehörten mittlerweile 115 dazu. „Ihr seid das Herz des Vereins“, betonte Thormählen abschließend. Auch die Spenden hätten zugenommen. Die vielfältigen Feiern zum 900-jährigen Bestehen des Gotteshauses waren (wir berichteten) gut besucht. Das hätten Vereinsmitglieder aktiv mitgestaltet. Nicht wegzudenken seien die regelmäßigen Benefiz-Fußballspiele der NF-Oldie-Stars gegen die Odenbüller Denkmal-Kicker. Die schaufelten, wie auch die Übertragungsabende der Deutschlandspiele auf Großbildleinwand in den WM- oder EM-Jahren, viele Spenden in die Vereinskasse.

Nach den Regularien referierte Frank Zabel, Leiter der Pressestelle in der Nordkirche, zum Thema „Kirche – Staat – Politik“. Zabel spannte einen Bogen von der Zeit der Reformation bis in die heute und beleuchtete die Facetten der Gratwanderung zwischen Distanz und Kooperation der Kirche mit dem Staat. Sein Fazit im Sinne des Theologen Dietrich Bonhoeffer: „Kirche steht immer an der Grenze zur Politik.“ Kirche müsse aber auch ihre Stimme erheben, wenn es um politische Entscheidungen gehe.










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