Spezialisten für Erneuerbare Energien : Speichertechnik beeindruckt Minister

Der „Stromlückenfüller“ wird Jacques Auxiette (3. v. l.) von Niclas Fritsch (M.) präsentiert.
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Der „Stromlückenfüller“ wird Jacques Auxiette (3. v. l.) von Niclas Fritsch (M.) präsentiert.

Das Unternehmen GP Joule aus den Reußenkögen will sich auf dem französischen Energiemarkt etablieren. Power-to-Gas-Technologie verwandelt Erneuerbare Energien mithilfe der PEM-Elektrolyse in Wasserstoff.

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17. Juli 2015, 09:00 Uhr

Seit 2010 ist die Firma GP Joule aus den Reußenkögen in Frankreich aktiv und entwickelt und realisiert dort Photovoltaik-Freiflächenanlagen. Kürzlich gelang es den Spezialisten für Erneuerbare Energien zudem, eine neue Speichertechnik zu entwickeln, um die Energielücke zu schließen. Die Schwankungen im Stromnetz können nun ausgeglichen, die Überschüsse als Wasserstoff gespeichert werden. Dass sich eine der größten Herausforderungen der Energiewende gelöst zu haben scheint, brachte Schleswig-Holsteins Partner-Region Pays de la Loire in Frankreich nun auf den Plan, sich vor Ort über die Möglichkeiten zu informieren. Am Donnerstag, 16. Juli, besuchte Frankreichs Regionspräsident, Jacques Auxiette, gemeinsam mit einer französischen Delegation sowie politischen Mitarbeitern der schleswig-holsteinischen Landesregierung das Hauptwerk von GP Joule in den Reußenkögen.

Jacques Auxiette sei das französische Pendant zu unserem Ministerpräsidenten Torsten Albig, informierte Thorsten Augustin vom Ministerium für Justiz, Kultur und Europa. Denn die Region um die Regionshauptstadt Nantes bietet ähnliche Ressourcen wie Schleswig-Holstein: Sie liegt am Atlantik und hat viel Landwirtschaft. Eine Energiewende ist daher auch für einen der Gründer von GP Joule, Ove Petersen, ohne Frankreich nicht möglich.

Auf dieser Quintessenz basierte auch die gestrige Präsentation des GP-Geschäftsführers für ausländische Beziehungen, Niclas Fritsch. Warum sich ein Unternehmen der erneuerbaren Energien aus Nordfriesland in Schleswig-Holstein seit 2010 in Frankreich engagiert und eine Menge Potenzial sieht, sich dort weiter zu etablieren. Grundsätzlich besteht in Frankreich für Fritsch eine große Offenheit und großes Interesse an der Realisierung neuer, innovativer Projekte im ländlichen Raum, da sie zur Wertschöpfung vor Ort beitragen.

Der Einsatz des sogenannten Cultiveco ist ein Beispiel dafür, wie die Landwirtschaft von intelligenten Systemlösungen profitieren kann und dabei Strom, Wärme und Effizienz ressourcenschonend und synergetisch nutzt. Dieses innovative Photovoltaik-Gewächshaus basiert auf einer Technologie, die speziell auf den landwirtschaftlichen Sektor zugeschnittene Lösung präsentiert, und die schon im Einsatz ist. Ein gleichbleibender Preis für eine Tomate ist somit auch außerhalb der Saison möglich. Jedoch erzeugt dieses System mehr Gewinn, weil die Energiekosten geringer sind.

Der französische Regionspräsident sieht darin einen „großen Markt“, weil dort in der Landwirtschaft viel Gemüse angebaut wird. Jacques Auxiette will schnellstens ausloten, was für Möglichkeiten bestehen, was benötigt wird, damit GP Joule vor Ort ihre Produkte und Ideen vorstellen kann, um gemeinsame Schnittmengen zu finden. Der Geschäftsführer sprang sogleich auf den Zug auf. Niclas Fritsch bot an, bereits vorher zu kommen, um den tatsächlichen Nutzwert herauszustellen und den Landwirten aufzuzeigen, wie sich die Veränderung auf Erneuerbare Energien in Zahlen ausdrückt. Ferner bot der GP-Geschäftsführer eine Auflistung der wahrscheinlichen Sonnenstunden an, um daraus Möglichkeiten für Gewächshäuser zu generieren. Der französische Präsident sieht darin Potenzial für die Landwirte, sich etwas dazuzuverdienen.

Auf besonderes Interesse stieß der so genannte Stromlückenfüller, der im Rahmen eine Projekts in Betrieb genommen wurde. Diese Power-to-Gas-Technologie verwandelt Erneuerbare Energien mithilfe der PEM-Elektrolyse (wir berichteten) in Wasserstoff, der bei Bedarf wieder verstromt oder in der Industrie, im Wärmemarkt sowie Mobiltitätssektor eingesetzt werden kann. „Speichertechnologien leisten einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Energiewende“, sagte Ove Petersen abschließend, was Wolfgang Schulz vom Landesministerium für Wirtschaft kopfnickend unterstützte.

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