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Neue beschallungsanlage : Speicher setzt jetzt auf den guten Ton

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Husumer Speicher hat nun eine hochwertige Tonanlage und neue Bühnenpodeste. An den Investitionskosten von 23.600 Euro beteiligte sich das Land zur Hälfte. Kulturministerin Anke Spoorendonk überzeugte sich bei einem Besuch im Soziokultur-Zentrum, dass das Geld gut angelegt ist.

Der Ton macht die Musik. Eine abgedroschene Erkenntnis zwar, doch für ein soziokulturelles Zentrum wie den Husumer Speicher eine Phrase mit geradezu überlebenswichtigem Wahrheitsgehalt. Und weil es in dieser Hinsicht in der Hafenstraße 17 etwas zu feiern gibt, gehörte es gestern auch für Anke Spoorendonk (Südschleswigscher Wählerverband) zum guten Ton, der Einrichtung ihre Aufwartung zu machen. Im Gefolge der Kulturministerin des Landes: Lars Harms, Vorsitzender der dreiköpfigen SSW-Gruppe im Kieler Landtag und gebürtiger Husumer, sowie Gert Haack, als Referatsleiter in Spoorendonks Ministerium für Justiz, Kultur und Europa unter anderem für soziokulturelle Angelegenheiten zuständig.

Die Speicher-Geschäftsführerin, Noren Fritsch, freute sich mit Vorstandsmitglied Anni Pauls nicht ohne Grund über den Besuch: Schließlich steuerte das Kultusministerium zu den 23.600 Euro, die für eine hochwertige Tonanlage und neue Bühnenpodeste aufzubringen waren, die Hälfte bei. Logisch, dass sich die Delegation aus Kiel gerne einmal davon persönlich überzeugen wollte, dass dieses Geld gut angelegt ist. „Der gute Ton ist hier damit gesichert worden“, sonnte sich Spoorendonk kurz im Scheinwerflicht, das Sven Fischer, ehrenamtlicher Tontechniker im Speicher, eigens ausgerichtet hatte. „Der Speicher hat nun die Voraussetzungen, um seinen Gästen eine zeitgemäße Umgebung zu verschaffen – und den Künstlerinnen und Künstlern attraktive Auftrittsbedingungen“, sagte die Ministerin. Die Soziokultur am Standort Husum und das Team um Noren Fritsch gingen damit in eine „gute Zukunft“.

Die angesprochene Speicher-Chefin, die von mehr als 50 ehrenamtlichen Mitarbeitern unterstützt wird, bedankte sich bei dieser Gelegenheit auch bei den anderen Förderern. So beteiligte sich die Stiftung Nordfriesland mit 2500, die Johannes und Irene Thordsen Stiftung mit 1500 und das Vermächtnis Johan van Wouwer mit 1000 Euro. Dazu kamen Spenden – unter anderem von der Husumer Volksbank – und ein Griff in die Rücklagen. „Wir haben auch 6000 Euro an Eigenmitteln reingesteckt“, erklärte Fritsch. „Das ist nichts, was man mal eben so nebenbei wuppt!“ Um eine solche Summe aufzubringen, werden unter anderem Veranstaltungen wie die heutige Soli-Party auf die Beine gestellt. 19 mehr oder weniger namhafte Speicher-Sympathisanten aus dem öffentlichen Leben legen ab 21 Uhr jeweils rund 15 Minuten „ihre“ Musik auf – und hoffentlich ganz viele Besucher sind gegen eine Spende mit dabei.

Apropos mit dabei: 2014 ist im Land auch das Jahr der kulturellen Bildung, zudem ruft Spoorendonk seit Monaten zum Kultur-Dialog auf. So bot der Termin im Speicher gleichzeitig eine perfekte Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen – nicht nur mit den bereits Genannten, sondern auch mit Bürgermeister Uwe Schmitz, der in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Thordsen-Stiftung beim Einwerben von Spenden für den Speicher auf eine erfreulich hohe Akzeptanz stößt. Johanna Jürgensen, Geschäftsführerin der Stiftung Nordfriesland, und Günter Schiemann, Chef der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Soziokultur mit Sitz in Husum, vervollständigten die Kaffee-Runde.

Bei dem Meinungsaustausch nutzte Fritsch einmal mehr die Gelegenheit, auf ein eklatantes Missverhältnis in Sachen finanzieller Ausstattung hinzuweisen: Nicht einmal ein Viertel seines Gesamtetats von 220.000 Euro könne der Speicher durch Zuschüsse (43.000 Euro) abdecken. „Und von den Personalkosten erwirtschaften wir 16.000 Euro selbst“, erklärte die Geschäftsführerin und bezeichnete diese seit 20 Jahren unveränderte Situation als „perspektivisch unbegreiflich“. Eine Deckelung der Zuschüsse, die sich derart lange hinziehe, bedeute „eigentlich eine Etat-Kürzung um 50 Prozent“, rechnete Schiemann hoch. Angesichts der angespannten Haushaltslage sei es „natürlich schwierig, eine institutionelle Förderung hinzukriegen“, so die Ministerin. „Das, was wir als Land leisten können, ist eine Stärkung der Eigenwirtschaftsquote.“ Um Investitionen von soziokulturellen Zentren zu fördern, wurde für dieses Jahr eigens ein Topf eingerichtet – gefüllt mit 800.000 Euro.

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erstellt am 01.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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