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Ilgen-Nachfolge : SPD entscheidet erst in einem Vierteljahr

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Nach dem Rückzug von Matthias Ilgen: SPD Nordfriesland entscheidet erst im Februar über Nachfolge-Lösung.

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 13:00 Uhr

Außenstehende könnten leicht den Eindruck gewinnen, dass der SPD-Kreisverband Nordfriesland die Bewältigung seiner Führungskrise aufs nächste Jahr vertagt. Denn nach internen Querelen und dem Rückzug des Vorsitzenden und Ex-Bundestagsabgeordneten Matthias Ilgen von seinen politischen Ämtern (wir berichteten) soll nun erst am 3. Februar 2018 über eine Nachfolge-Lösung entschieden werden. Dies jedenfalls hat der Kreisvorstand der Sozialdemokraten am Dienstagabend mehrheitlich in interner Runde beschlossen. Für den Termin soll ein Kreisparteitag anberaumt werden, bei dem auch das Wahlprogramm und die Liste der Kreistags-Kandidaten für die Kommunalwahl am 6. Mai beschlossen werden. Denn die Wahlunterlagen müssen bis zum 12. März, 18 Uhr, beim Kreis Nordfriesland eingereicht sein.

Dass bis dahin noch gut ein Vierteljahr ins Land gehen wird, sieht Carsten F. Sörensen nicht als Zeichen einer Krise: „Wir können den Zeitraum gut überbrücken. Wir bleiben handlungsfähig und gehen arbeitsteilig vor“, erklärte der Stedesander – er ist mit Heinke Arff und Stefan Runge gleichberechtigter stellvertretender Kreisvorsitzender – gestern auf Anfrage. Im Übrigen könne man, auch mit Blick auf die Kosten, ehrenamtliche Delegierte nicht alle zwei Monate zu Parteitagen zusammenhollen. Die „kollektive Führung“ soll Sörensen zufolge nach außen als Signal verstanden werden, dass Interessen zusammengeführt und nun wieder gemeinschaftlich für die Sache gearbeitet werde. Nach innen ist es indes auch die Mahnung, dass Nordfrieslands Genossen nicht nur an einem Strang, sondern auch in die gleiche Richtung ziehen müssen. „So wie wir es an der Spitze auch vorleben“, sagt Sörensen. Eine Empfehlung für den Februar-Parteitag hinsichtlich der Vorsitzenden-Nachfolge gibt es seitens des Kreisvorstandes zumindest derzeit noch nicht: „Es steht jedem frei, zu kandidieren,“ so die Botschaft.

Einstimmig ad acta gelegt wurde hingegen ein anderer Punkt, den noch der ehemalige SPD-Chef Ilgen auf die Tagesordnung gesetzt haben soll – die mögliche „Unterstützung eines Mitgliederentscheides zur Neuwahl des Landesvorsitzenden“. Trotz Kritik an Ralf Stegner kurz nach der verlorenen Landtagswahl will davon jedoch niemand mehr etwas wissen. „Es gibt keinerlei Hang zu irgendwelchen Palastrevolutionen“, so Sörensen. „Wir haben Wichtigeres zu tun.“

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