Kommunalwahl 2018 : SPD: Ausnahme in Oldenswort

Wahlleiter Hans-Peter Bove entleert die Wahlurne.
Wahlleiter Hans-Peter Bove entleert die Wahlurne.

Sozialdemokraten holen sechs Direktmandate und warten mit hoher Wahlbeteiligung auf.

shz.de von
08. Mai 2018, 07:00 Uhr

Zu später Stunde standen alle vorläufigen Ergebnisse der Gemeindewahlen fest bis auf Oldenswort. Das liegt zum einen an der Tatsache, dass Oldenswort mit 3047 Wahlberechtigten eine große Gemeinde ist und zum anderen daran, dass der Wahlausschuss direkt nach der Auszählung das endgültige Ergebnis feststellte. Nicht nur das macht Oldenswort zu einem Sonderfall auf Eiderstedt, eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass die Sozialdemokraten mit 45,3 Prozent stärkste Kraft im Ort sind. Und das nicht nur prozentual: Die Kandidaten holten sechs der sieben Direktmandate.

Wahlleiter Jochen Guhlke vom Amt Eiderstedt geht davon aus, dass hier sogenannte Blockwähler am Werk waren. Das bedeutet, dass die SPD-Wähler alle Kreuze bei den SPD-Kandidaten gesetzt haben. Der SPD-Vorsitzende Dirk Althof freut sich über das Ergebnis: „Ich bin stolz auf unsere Mannschaft, wir haben gute Arbeit geleistet – und das zahlt sich aus“. Nicht zuletzt war die Wahlbeteiligung in Oldenswort mit 64,3 Prozent überdurchschnittlich hoch.

In den drei großen Gemeinden auf der Halbinsel konnte die CDU wieder deutlich zulegen beziehungsweise die Stellung halten. Besonders deutlich wurde dies vor dem Hintergrund, dass die SPD sich bei den Wahlen 2008 und 2013 über eine Zunahme freute, in diesem Jahr aber wieder mehr Einbußen hinnehmen musste. In St. Peter-Ording waren 17 Sitze in der Gemeindevertretung zu vergeben. Die SPD zieht mit vier statt fünf Kandidaten in das Gremium ein. Freuen konnte sich hingegen die CDU, die mit acht Direktmandaten eine deutliche Mehrheit im Gremium stellt. Boy Jöns holte mit 17,5 Prozent die meisten Stimmen für die CDU. Wolfgang Rohde (SPD) holte mit 34 Prozent die meisten Wählerstimmen für seine Partei.

Der scheidende CDU–Vorsitzende Wolfgang Voutta ist überzeugt, dass unter anderem auch Angebote wie der Bürgerdialog zu dem guten Ergebnis beigetragen haben. „Die Veranstaltungen waren alle gut besucht und wir wurden mit dem Wahlergebnis für die Arbeit der letzten fünf Jahre honoriert.“ Die AWG verliert einen Sitz und wird von Christian Ott, Tim Schäfer und Reinhard Lucassen im Gemeinderat vertreten. Die FDP behält unverändert zwei Sitze.

Ganz anders gestaltet sich die Lage in Tönning. Hier ergibt sich ein Patt zwischen CDU und SPD, die jeweils mit fünf Sitzen in die Gemeindevertretung einziehen. Dabei verloren beide Parteien leicht an Zuspruch. Holte die CDU 2013 noch 30,9 Prozent, waren es diesmal nur noch 29,1 Prozent. Die SPD holte 25,9 Prozent, 2013 waren es noch 29,8 Prozent. Die AWT konnte in diesem Jahr den Sitz, den sie 2013 verloren hatte, zurückholen und zieht mit vier Vertretern in das Gremium ein. Lange Gesichter gab es beim SSW, der einen Sitz verliert und auf drei Plätzen vertreten ist.

Den deutlichsten Verlust musste die SPD in Garding hinnehmen. Sie muss auf einen Sitz verzichten und besetzt das Gremium mit sechs Mitgliedern. Kay-Uwe Cornils, Fraktionsvorsitzender der SPD will sich über den Verlust des einen Sitzes nicht beklagen: „Wir hatten mit dem Schlimmsten gerechnet, nachdem wir die Ergebnisse der Bundes- und Landtagswahlen gesehen hatten“, so Cornils. Auch bedauere er die Tatsache, dass auf der SPD-Liste keine Frau auftauchte. „Da gehen uns auch Stimmen verloren, viele Wählerinnen setzen ihr Kreuz bei einer Frau“, so Cornils.

Die CDU konnte ihre acht Sitze behalten. Die meisten Stimmen holte Bernd Petersen für seine Partei, Bürgermeisterin Andrea Kummerscheidt kam in ihrer Liste auf 16 Prozent. Der SSW konnte der SPD einen Sitz abluchsen und ist künftig mit drei Sitzen vertreten.

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