Fünfte Jahreszeit in Garding : Spaßiger Boßelball mit Büttenrede und Tanz

Comedian Philipp Scheel hatte sein Publikum im Griff.
Comedian Philipp Scheel hatte sein Publikum im Griff.

Die Gardinger verstehen es, auf ihre Art Fasching zu feiern. Zum 132. Mal fand der Ball des Faßnachtsboßelverein „Lüch op“ statt. Der Vorsitzende Torsten Schacht zog launig Politik und ADAC die Leviten, die Funkenmariechen sorgten für rheinländische Atmosphäre.

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17. März 2014, 15:00 Uhr

Am Aschermittwoch ist zumindest in Garding noch nicht alles vorbei. Einmal mehr verwandelte sich jetzt die Dreilandenhalle in eine Hochburg der Narren. Traditionell feierten die Mitglieder des Manns- und Fruunsboßelvereen von 1882 Lüch Op ihren mittlerweile 132. karnevalistischen Boßelball.

Gut gelaunt und mit einem Willkommensgetränk empfingen die Vorstandsmitglieder ihre Gäste, in dem von den Damen des Gremiums liebevoll in der Grundfarbe rosarot geschmückten Halle. Von Anfang an herrschte beste Stimmung. Die ließen sich die Akteure auch nicht dadurch nehmen, dass nicht jeder Platz besetzt war. „So machen wir eben in Familie. Aber ich habe schon die vielen Busse mit Menschen herumfahren sehen. Die finden nur die Halle nicht“, frotzelte der Vorsitzende Thorsten Schacht in seiner mit viel Wortwitz, teilweise auch in Versform vorgetragenen Büttenrede. Er vergaß weder mit dem erhobenen Finger in Richtung hohe Politik zu zeigen noch lokale Ereignisse auf die Schippe zu nehmen. Auch wenn die Bundesregierung dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter (NSA) Edward Snowden kein Asyl gewähren wolle, er würde es tun. In Garding sei sicher, so Schacht augenzwinkernd, der eine oder andere bereit, ihm eine Ferienwohnung zur Verfügung zu stellen. Die NSA wisse sowieso alles.

Humoristische Standpauken für den ADAC oder den Absturz des Hamburger Sportverein (HSV) fehlten nicht. Selbst die persönliche Sorge um genügend Nachwuchs für das Organisations-Team ließ er nicht unausgesprochen. „Im nächsten Jahr muss ein Ruck durch die Gemeinde gehen“, warb er für Freiwillige.

Die Tanzfläche blieb dank von DJ McFly – alias Dennis Lafrentz – aufgelegten aktuellen Hits und Oldies zwischen den Progammpunkten nie leer. Auch junge Leute tobten sich in Feierlaune auf dem Parkett aus. Viel Beifall heimsten die Gardinger Funkenmariechen mit ihrer Leiterin Uta Manthey für ihre fetzigen Tanzeinlagen ein. Als Highlight entpuppte sich Comedian Philipp Scheel aus Flensburg. Der mischte das Publikum mit Akkordeon, großer Basstrommel auf dem Rücken und mit Gassenhauern auf. Oft musste er sein viel zu groß geratenes Gebiss aus dem Mund nehmen und dem einen oder anderen zumindest kurzfristig anvertrauen. So manchen band er mehr oder weniger freiwillig in die Showeinlagen ein, so auch den stellvertretenden Bürgermeister Kay Eggers. Der nahm es mit Humor. Er fand: „Ein klasse Programm heute. Alle, die nicht da waren, haben was verpasst.“ Ein weiterer Höhepunkt war die Tombola. Dank Sponsoren aus der Gardinger Geschäftswelt und dem Umland gab es viele hochwertige Preise zu gewinnen, wie eine Ostsee-Kreuzfahrt oder Musical-Tickets. Die Einlader hatten durch die Sammlung von Spenden ganze Arbeit geleistet.

Der Festtag hatte tradtionsgemäß am Nachmittag mit dem Umzug in Begleitung des Feuerwehrmusikzuges begonnen. Beim Boßeln danach zählte der Spaß. Höchstleistungen waren eher nicht gefragt. Sieger waren die Fruunslüüd. Zur Stärkung gab es anschließend heiße Getränke und Leckereien in der Dreilandenhalle. Bis in die frühen Morgenstunden feierten die Gardinger schließlich ihre rauschende Ballnacht.

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