Husum Open Air : Spaß-Festival auf dem Messegelände

„Die pure Lust am Leben“ besingt Geier Sturzflug.
„Die pure Lust am Leben“ besingt Geier Sturzflug.

Zurück in die 80er: Das zweite Husum Open Air startet mit einer großen Revue bekannter Stars der Neuen Deutschen Welle. Für Party-Stimmung sorgt die Hermes House Band.

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24. Mai 2015, 14:00 Uhr

In acht Wochen ist es schon so weit: Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr geht das Husum Open Air in die zweite Runde. Und startet am Sonnabend, 18. Juli, gleich mit einer Riesen-Gute-Laune-Party mit den Urgesteinen der Neuen Deutschen Welle (NDW). „Back to the 80s“ und „Ich will Spaß“ heißt es dann auf dem Gelände am Nordsee-Congress-Centrum.

Mit ihrer Show nehmen Markus („Ich will Spaß“, „Kleine Taschenlampe brenn“) Fräulein Menke („Hohe Berge“, „Tretboot in Seenot“), Hubert Kah („Sternenhimmel“, „Rosemarie“) und Geier Sturzflug (,‚Bruttosozialprodukt“, „Pure Lust am Leben“) ihr Publikum mit auf eine musikalische Reise in die Zeit der Neuen Deutschen Welle. „Das war doch aufregend und schrill in den 80ern, und Schulterpolster, Vokuhila-Frisur und Lederkrawatte kommen noch immer gut an – also bei uns zumindest“, sagt Markus Mörl augenzwinkernd. Er singt nicht nur, sondern managt die NDW-Revue auch, die für Husum noch einmal überarbeitet und auf Hochglanz poliert wurde.

Für Fräulein Menke ist es nicht der erste Besuch in der Storm-Stadt: „Ich war in meiner Jugend einmal in Husum, in einem Studio eines Musikproduzenten namens Detlev Petersen. Der produzierte seinerzeit ein Album mit der Rockband Elephant“, weiß sie noch. Die Stadt selber habe sie sich damals aber leider nicht genauer ansehen können. Auch für Geier Sturzflug in Person von Friedel Geratsch und Carlo von Steinfurth ist der Auftritt beim Open Air die Husum-Premiere. „Aber in Gedanken waren wir schon oft hier, schließlich steht der Name der Stadt doch für klassische Nordromantik – siehe den Schimmelreiter von Theodor Storm“, so die Musiker, die die Formation nach deren Auflösung 1986 zehn Jahre später neu gegründet haben und seitdem wieder auf Tour sind. Wenn er an die wilden 80er zurückdenkt, fallen Friedel Geratsch sofort die ständigen Kämpfe mit Moderator Dieter Thomas Heck in der doch damals eher an traditionellem Schlager orientierten ZDF-„Hitparade“ wieder ein: „Die sind immer besonders lustig gewesen.“ Auch Fräulein Menke erinnert sich gern zurück: „Ich habe mal einen wichtigen Termin mit Redakteuren der ,Bravo‘ versäumt. Statt zum Interview zu erscheinen war ich im Hamburger Stadtpark. Obwohl es damals noch keine Handys gab, erfuhr ich irgendwie, dass ich eigentlich woanders erwartet wurde. Ich erschien dann doch noch, extrem verspätet und ohne mich zu entschuldigen – und tat einfach so, als wenn das für Stars völlig normal wäre, mal anderthalb Stunden zu spät zu kommen.“ Wundersamer Weise habe ihr das damals keiner übel genommen. „Hach, das waren noch Zeiten“, sagt sie lachend. Und diese Zeiten bringt das Husum Open Air zurück auf die Bühne.

Natürlich darf dabei auch Hubert Kah nicht fehlen. Nachdem er die Neue Deutsche Welle mit „Rosemarie“ mitdefinierte, blieb er nicht stehen, sondern schrieb weiter Musikgeschichte. Das Album „Goldene Zeiten“ gilt bis heute als eines der besten deutschsprachigen der 80er Jahre. Mit seinem Erfolg in Amerika und Japan wurde auch die Musik des Künstlers abwechslungsreicher und Hubert Kah bekam den Spitznamen „musikalisches Chamäleon“. Mit Hits wie „Limousine“ oder „Military Drums“ konnte er gemeinsam mit Produzent Michael Cretu weitere Erfolge feiern.

Zudem gibt es ein Wiederhören mit der „Schickeria“ und dem „Skandal im Sperrbezirk“: Die Spider Murphy Gang aus München zählte zur Speerspitze der NDW. Vor mehr als 30 Jahren stürmten Sänger Günter Sigi und seine Jungs Hitparaden, Jugendzeitschriften und die große Münchner Olympiahalle – und im Juli jetzt die Freilichtbühne auf dem Messegelände. Wie auch die niederländische Hermes House Band, die in Deutschland besonders durch Partylieder bekannt wurde und ihren Durchbruch 1999 mit dem Album und der gleichnamigen Single „I Will Survive“ feierte. Besonders bekannt wurden die beiden aus dem Longplayer „The Album“ im Jahr 2001 ausgekoppelten Singles „Que Sera, Sera“ und „Country Roads“.

„Das letzte Kapitel der Neverending Story aus den 80ern ist noch lange nicht geschrieben“, da ist sich Markus sicher. Und davon können sich die Husumer bei diesem zweitägigen Festival gründlich überzeugen, denn am Sonntag, 19. Juli, folgt mit Billy Idol, The Hooters und anderen Bands noch ein weiterer Höhepunkt mit Musik aus diesem Jahrzehnt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Karten für das Open Air gibt es in der Geschäftsstelle der Husumer Nachrichten, Markt 23, Telefon 04841/2362 und in allen anderen sh:z-Ticketcentern. Der erste Tag kostet 40,95 Euro, der zweite 50,95 Euro. Also: Gas geben, Ticket besorgen und Spaß haben!



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