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Oldtimer als Leidenschaft : Spaß auf zwei und vier Rädern

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Familie Bulau aus Husum besitzt eine ganze Flotte von Hobby-Fahrzeugen – vom alten Trecker über 50er-Jahre-Motorräder bis zum modernen Gelände-Bike. Zum Saisonstart werden jetzt alle Gefährte flott gemacht.

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erstellt am 08.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Das Schieben macht sichtlich Mühe: Bettina Bulau stemmt sich gegen den breiten Lenker der Suzuki DRZ, die sie aus der Garage rangieren will. Doch die Enduro – ein Motorrad, das sowohl straßen- als auch geländetauglich ist – sperrt sich. Vater Horst Bulau erkennt das Problem mit einem Blick: „Die Bremse muss gangbar gemacht werden“, sagt er und hilft seiner Tochter. Als das 400-Kubikzentimeter-Bike auf dem Vorhof steht, ist der Weg frei für den zweiten Garagen-Bewohner – einen giftgrünen Deutz-Trecker von 1958. Die 43-Jährige lässt das einzylindrige Gefährt tuckernd ins Freie und in die ersten Sonnenstrahlen rollen. Saisonbeginn.

Beide Fahrzeuge sind seit 14 Jahren im Besitz der Husumerin: „Motorrad bin ich schon immer gefahren, und die Enduro habe ich mir damals neu gekauft, um ihre Vorgängerin zu ersetzen.“ Der Kauf des Deutz ein paar Monate später hingegen entsprang einer Laune. „Ich war einfach neugierig. Keiner meiner Bekannten hatte so ein Fahrzeug.“ Und als ihr der historische Schlepper angeboten wurde, schlug sie zu.

Der schmalbrüstige Trecker ist nicht der einzige Oldtimer im Hause Bulau: Zwei alte Motorräder aus dem Hause NSU holt Vater Horst aus der benachbarten Garage – eine Max von 1956 und eine Fox, die gar 1951 aus der Fabrikhalle rollte. „Die habe ich dann vier Jahre später zum Schrottwert für 100 Mark gekauft, wieder flott gemacht und ein Jahrzehnt lang gefahren, bis ich mir das erste Auto leisten konnte“, erinnert sich der 76-Jährige. Dann habe er sie einfach in die Ecke gestellt und sich nicht weiter um das kleine Motorrad mit nur knapp 100 Kubikzentimeter Hubraum gekümmert. Die Liebe zum Zweirad erlosch aber nie: „In den 70er Jahren habe ich mir die komplett zerlegte Max gekauft – und ebenfalls weggepackt.“ Zeit zur Restaurierung hatte der frühere Stadtwerke-Ingenieur erst nach seiner Pensionierung – und machte bis 2004 zunächst die Fox und bis 2008 die 250 Kubikzentimeter große Max fahrbereit.

Nutznießer ist allerdings hauptsächlich Tochter Bettina: „Im vergangenen Jahr zum Beispiel bin ich am liebsten mit der Fox gefahren, kleine Touren über Land“, sagt sie lachend. Die Suzuki-Enduro bewege sie über längere Strecken, wobei eine gepflasterte Straße kein Muss sei: „Die teste ich auch gerne bis an ihre Grenzen auf Feldwegen aus“, erzählt die Verlagsangestellte, die früher Motocross gefahren ist. Der Trecker bilde dann das andere Ende der Skala: „Den nutze ich zur Entspannung. Mit seinen elf PS und einer Höchstgeschwindigkeit von Tempo 19 ist der ideal für eine anderthalbstündige, gemütliche Tour durch Husum, ein bisschen durch die Stadt und am Hafen entlang.“ Obwohl das Kopfsteinpflaster dort die Fahrerin im Sattelsitz des ungefederten Gefährts tüchtig durchrüttele.

Und die Max? „Die würde ich gerne häufiger fahren – aber die bedarf einiger Reparaturen“, sagt sie mit einem Seitenblick auf ihren Vater. „Nur die Batterie einbauen und eine Dichtung wechseln – und die Fox braucht neue Kupplungs-Beläge“, entgegnet der. Alle Batterien hat er über Winter eingelagert und regelmäßig an ein Ladegerät angeschlossen, so dass sich die Arbeiten zu Saisonbeginn in Grenzen halten. „Der Trecker ist auf Schlag angesprungen, da hatte ich beinahe Tränen in den Augen vor Begeisterung“, sagt Bettina. Die erste Tour mit ihm hat sie auch schon gemacht, „obwohl es doch noch ein wenig frisch war“. Die Suzuki-Enduro habe ebenfalls willig losgeknattert, als sie das erste Mal in diesem Jahr den Starterknopf gedrückt habe. „Eigentlich sind alle Fahrzeuge auch in der dunklen Jahreszeit ständig einsatzbereit, angemeldet bleiben sie das ganze Jahr.“ 2008 habe sie mit dem Deutz sogar eine kleine Weihnachts-Ausfahrt gemacht. „Da haben die Leute nicht schlecht gestaunt“, erinnert sie sich lachend.

Jetzt warten Vater und Tochter darauf, dass es richtig Frühling wird und sich die Sonne öfter blicken lässt – etwas wärmer ist es ja schon. „Ich kann es kaum noch erwarten“, sagt Bettina.

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