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Zur WEltsparwoche : „Sparen bedeutet Konsumverzicht“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zur Weltsparwoche rufen auch nordfriesische Banken ihre Kunden jährlich dazu auf, Rücklagen zu bilden. Ein Fachmann der Verbraucherzentrale rät noch zu einem anderen Weg, der bei jedem selbst beginnt: Die Rede ist vom Konsumverzicht.

Wie sorge ich fürs Alter vor und verwirkliche meine Wünsche? Eine Frage, die Jung und Alt bewegt. Die Antwort: Sparen. Aber wie geht das am besten? Fonds oder Bausparverträge sind mögliche Optionen, um Rücklagen auch mit kleineren, monatlichen Beiträgen zu bilden. In der laufenden Woche zum Welt-Spartag, der 1924 in Mailand für einen der letzten Oktobertage von Sparkassen „erfunden“ wurde, haben wir nachgefragt, wie Nordfriesen sparen.

„Junge Sparer wollen den Effekt oft sofort sehen“, sagt Juliane Grunau von der Husumer Volksbank. Die Beraterin für diesen Kundenstamm bemerkt bei Auszubildenden, Studenten und Berufsanfängern viele selbst hervorgerufene Kosten. „Die Wünsche sind groß. Aber Smartphones, große Fernseher und Autos sind eben auch teuer.“ Dennoch erkundigen sich bei Beraterin Grunau jüngere Sparer selten nach einem Kredit.

Michael Herte von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein rät jungen Sparern auch zur Zurückhaltung: „Sparen bedeutet Konsumverzicht“, betont der Referent für Finanzdienstleistungen. Es sei keine gute Idee, vieles über Kredite und Darlehen zu finanzieren. „Das Vermögen wächst nicht durch Zinsen, sondern durch die Rücklagen“, verdeutlicht Herte, der auch als Rechtsanwalt tätig ist. „Sparbücher sind für Auszubildende, Studenten oder Berufsanfänger allerdings auch keine Option“, findet er und verweist auf eine Verzinsung von einem Prozent oder weniger. Damit lasse sich bei geringeren Beträgen kein Ertrag generieren. Junge Eltern, die für ihren Nachwuchs sparen möchten, seien damit besser beraten. Herte empfiehlt deshalb den Jüngeren „flexible Produkte wie Bank-Sparpläne“. Und noch ein Tipp vom Experten: Die eigenen Geldanlagen sollten liquide sein: „Sonst ist man nur auf dem Papier reich.“

„Wir sorgen mit Immobilien für unsere Kinder“, erzählt Sonja Schröder aus Südermarsch. Die 41-Jährige leitet ihre Kinder aber zum Sparen an. So werden Geldgeschenke aus der Familie zum Teil zurückgelegt. „Es kommt darauf an, wie man seine Sprösslinge erzieht“, ist auch Violetta Lenartz-Thiessen überzeugt. Die Husumerin legt monatlich Geld auf einem Konto zurück, das dem Nachwuchs später zur Verfügung stehen soll. Von den Beträgen finanziert ihre Familie aber auch größere Ausgaben wie Urlaube.

„Wir haben gleich nach der Geburt unseres ersten Kindes ein Sparkonto angelegt“, erzählt Siegfried Schulteisz. Der
61-jährige Husumer hatte so keine Probleme seine Kinder zu unterstützen. Bei Investitionen in Fonds hat er auch „Lehrgeld“ bezahlt. Konrad Görsch (62) sorgte für seine Kinder mit drei Bausparverträgen. Ansonsten geht es bei seinen Rücklagen mit um die eigene Alterssicherung.

Auch Sonja Schröder und Violetta Lenartz-Thiessen denken an schlechte Zeiten und ihre Altersvorsorge. Kürzer treten per se wollen sie aber nicht. Man wolle ja auch etwas von seinem Geld haben. „Wer spart, kann das Leben aber auch genießen“, weiß Lenartz-Thiessen. „Man muss die goldene Mitte finden“, erklärt Schulteisz.

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erstellt am 31.Okt.2013 | 12:00 Uhr

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