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Buch über Langeness : Spannendes Kapitel der Hallig-Geschichte

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

„Sie überstanden die große Flut 1825“, heißt ein neues Buch der Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen, das am Sonntag (7. September) auf Hallig Langeneß offiziell vorgestellt wird.

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erstellt am 05.Sep.2014 | 19:00 Uhr

Nichts ist beständiger als der Wandel. Das gilt in besonderem Maße für das Wattenmeer und die Halligen. Große Fluten mit zum Teil verheerenden Zerstörungen haben die Landschaft, aber auch die Baukultur nachhaltig verändert. Ein spannendes Kapitel dieser längst vergangenen Zeit vor der Sturmflut 1962 schlägt jetzt ein hochwertiges Buch auf, das die Interessengemeinschaft Baupflege Nordfriesland und Dithmarschen (IGB) im Verlag Nordfriisk Instituut in Bredstedt herausgibt. Es trägt den Titel „Sie überstanden die große Flut 1825“ und rückt die Hallig Langeneß in den Blickpunkt, wo das Kapitän-Tadsen-Museum, dessen Grundstein 1741 gelegt wurde, heute als einziges Hallighaus in unverfälschter Bauweise erhalten geblieben ist.

In fast vierjähriger Arbeit haben die Autoren, Altbürgermeister Boy-Peter Andresen, und der im April verstorbene IGB-Ehrenvorsitzende Gerd Kühnast aus Husum, Material zusammengetragen, das bislang nahezu unbekannt war. Damit diese Fleißarbeit nicht unvollendet in einer Schublade verstaubt, hat der IGB-Vorsitzende Hans-Georg Hostrup das fast fertige Buch-Manuskript zum Abschluss gebracht.

Den Stein des Anstoßes für die außergewöhnliche Publikation lieferte ein unscheinbarer Ausschnitt unserer Zeitung aus dem Jahr 1953, der Andresen bei einem Umzug in die Hände fiel. Das Thema: Studierende der Landesbauschule Eckernförde hatten unter Leitung von Baurat Dr. Friedrich Saeftel auf Langeneß alle nach der großen Halligflut von 1825 erhalten gebliebenen und damit historisch wertvollen Hallighäuser untersucht, aufgemessen und skizziert. Langeneß hatte der Hausforscher Saeftel als vermeintlich letzte unveränderte Kulturlandschaft ausgewählt. 64 großformatige Zeichnungen sind erhalten geblieben und werden nun in dem 232 Seiten starken Band dokumentiert.


Häuser und Menschen


Gleiches gilt für alle 278 Bewohner – vom Kleinkind bis zum Greis – die seinerzeit auf der Hallig lebten. Halligpastor Heinrich Jes Petersen hatte jene Menschen, die in den später dokumentierten Häusern lebten, zwischen 1935 und 1941 fotografiert und biografische Daten erfasst. Ergänzt werden diese einzigartigen Sammlungen um Erlebnisberichte und Materialien zur Sturmflut 1825 sowie aktuelle Ansichten der Warften.

Die Herausgabe des in einer Auflage von 500 Exemplaren erscheinenden Buches „Sie überstanden die große Flut 1825“ (ISBN 978-3-88007-382-1; 29,90 Euro) wurde gefördert von der Gemeinde Langeneß, der Hallig-Stiftung, der Sparkassenstiftung und der Stiftung Vermächtnis Johan van Wouwer. Offiziell präsentiert wird das außergewöhnliche Buch am Sonntag (7.) auf Hallig Langeneß.

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