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Löwenstedt und Pobüll : Spalier für die Postbotin

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Auf ihrer letzten Tour vor dem Ruhestand wurde Angelika Hansen von den Löwenstedtern und Pobüllern abgefangen – sie hatten für sie etwas ganz Besonderes vorbereitet.

Viele Jahre lang war Angelika Hansen für die Menschen in Haselund, Löwenstedt, Ostenau und Pobüll die gute Seele schlechthin. 1976 aushilfsweise bei der Post angefangen, belieferte sie seit 1991 die vier Dörfer nicht nur zuverlässig mit all den Briefen, Päckchen und Paketen, die man so tagtäglich bekommt. Immer brachte sie auch allerbeste Laune mit und leistete so manchen „Sonderdienst“. In Löwenstedt zum Beispiel, wo „Geli“ durchaus mal beim Kaufmann die Kiste Selter mitnahm, die eine ältere Dorfbewohnerin dort bestellt hatte. „Da muss ich sowieso noch hin, die nehme ich gleich mit“, war einer ihrer Standardsätze.

„Sie war bei uns im Dorf sehr beliebt, hat ihre Arbeit super gemacht und so manche Extras nebenbei erledigt“, zeigte sich auch Bürgermeister Holger Jensen dankbar und zugleich begeistert darüber, dass sich seine Mitbürger zu ihrer Verabschiedung etwas Besonderes ausgedacht hatten: Als Angelika Hansen, begleitet von ihrer ebenfalls bei der Post tätigen Tochter, zu ihrer letzten Tour aufbrach, wurde sie kurz vor Löwenstedt plötzlich von der Straße gewunken. Völlig überrascht sah sie sich dann auf dem Gelände der Biogas-Anlage zahlreichen Dorfbewohnern gegenüber, die sie zu einem kleinen Umtrunk einluden, während das gelbe Postauto mit Girlanden, Luftballons, Dankesbriefen und Abschiedsbotschaften liebevoll geschmückt wurde. Auch im weiteren Verlauf der Tour nutzten viele Kunden die Gelegenheit, ihrer langjährigen Zustellerin noch einmal persönlich die Hand zu drücken und viele gute Wünsche mit auf den Weg in den wohlverdienten Ruhestand zu geben.

Viel später als sonst traf sie an ihrer letzten Station in Pobüll ein, wo sich am Westerwaldweg ebenfalls etliche Dorfbewohner zu einer spontanen Feierstunde eingefunden hatten. Dort antwortete sie auf die Frage, wer die Tour denn künftig fahren wird, dass es keinen festen Nachfolger geben wird. „Offenbar soll künftig mal der eine, mal der andere Kollege mit der Zustellung beauftragt werden“, sagte sie. Dabei hätte ihre Tochter diese Tour sehr gerne übernommen und sich auch darum beworben, zumal sie immer schon in Vertretung für ihre Mutter fuhr und sich hier bestens auskennt. „Aber das ist so leider nicht gewollt“, bedauerte Angelika Hansen. Sie verabschiedete sich mit den Worten: „Die Arbeit werde ich vermutlich nicht so sehr vermissen. Wohl aber Euch alle hier.“

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