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Husumer Nachrichten

18. Oktober 2017 | 06:07 Uhr

"Später will ich Autos bauen"

vom

44 Jungen und Mädchen aus Indien, Thailand und von den Philippinen lernen Deutsch in St. Peter-Ording

shz.de von
erstellt am 23.Mai.2013 | 03:59 Uhr

St. Peter-Ording | Er hat ein klares Ziel vor Augen. Abhay Sharma will Maschinenbau studieren "und danach bei Audi arbeiten", sagt der 16-Jährige. Abhay kommt aus Neu-Delhi und gehört zu einer Gruppe von 44 Mädchen und Jungen, die im Nordsee-Internat zu Gast sind. Sie alle haben ein Stipendium über die Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (Pasch) vom Auswärtigen Amt erhalten. Projektpartner sind das Goethe-Institut sowie die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und der Deutsche Akademische Austauschdienst. Seit sieben Jahren lernt der junge Inder Deutsch in der Schule. Englisch-Unterricht hat er schon länger und bis zur achten Klasse wurde ihm auch Hindi beigebracht. Rund 2000 Schüler besuchen seine Schule. "Ich möchte später Autos bauen", sagt der junge Mann akzentfrei, "und deshalb in Deutschland studieren."

Während des dreiwöchigen Aufenthalts ist vormittags Schule angesagt, nachmittags und abends diverse Veranstaltungen. Rüdiger Hoff, pädagogischer Direktor am Nordsee-Internat, freut sich über den internationalen Besuch, der diesmal aus Indien, Thailand und den Philippinen kommt. "Wir sind sehr stolz, mehrfach im Jahr diese Jugendlichen zu Gast zu haben - zumal es bundesweit keinen Ort gibt, an dem häufiger als bei uns solche Kurse stattfinden." Das Goethe-Institut betreut rund 500 Pasch-Schulen in mehr als 110 Ländern. Knapp 5000 Deutschlernende sind seit 2008 in den Genuss eines Stipendiums gekommen. Die größte Motivation der Mädchen und Jungen ist eine Reise nach Deutschland. "Ich habe die besten Zensuren. Als Belohnung durfte ich fahren", sagt Wimolsiri Fritzsche. Die 17-jährige Thailänderin geht auf eine Schule mit 4000 Mädchen. Sie hat sich für Deutsch entschieden - nicht zuletzt weil ihr Vater aus Deutschland stammt. Seit zehn Jahren lernt sie die Sprache und möchte später Innenarchitektur studieren. Neben dem Rahmenprogramm gefällt ihr der Unterricht in der Nordsee-Schule. "Der Lehrer nimmt sehr viel Rücksicht auf uns", sagt Wimolsiri. Die Sprache selbst sei leicht zu lernen, "aber die deutsche Grammatik ist sehr schwer", sagt sie.

Das stimmt ihr Marlo Buhali zu. Der 16-jährige Philippino ist zum ersten Mal in Deutschland. Wie Abhay möchte auch Marlo später in Deutschland Maschinenbau studieren, "um dann nicht bei Audi, sondern bei Mercedes-Benz zu arbeiten", sagt er. Das sei ein großer Unterschied, betont der junge Mann. Begeistert ist Marlo vom Essen. "Das Fleisch hier ist echt lecker", sagt er und findet Zustimmung von Srijeet Basu. Der 14-jährige Inder beherrscht die Sprachen Englisch, Bengalisch, Hindi und spricht seit zwei Jahren auch Deutsch. "Insgesamt gibt es 22 offizielle indische Sprachen", erklärt Srijjet, der aus Kalkutta kommt. Neben Fisch und Schokolade hat er schon Schweinefleisch probiert. Letzteres dürfe man in Indien nicht essen, sagt er. "Davon wird man krank." Auch er möchte irgendwann einmal in Deutschland studieren. Was genau, das weiß er noch nicht. Nur eines kann er mit Bestimmtheit sagen: "Die Mädchen hier in Deutschland sind sehr hübsch", sagt er und grinst schelmisch.

Auf dem Nordsee-Campus wird nicht nur eifrig Deutsch gesprochen, sondern auch die Freizeit abwechslungsreich gestaltet. Ein Grillfest stand ebenso auf dem Programm wie sportliche Aktivitäten und ein Musikabend. Ausflüge gingen nach Hamburg, Flensburg und ins Multimar in Tönning. Im Juni kommt eine neue Pasch-Gruppe nach St. Peter-Ording.

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