Sozialverband Witzwort – 70 Jahre und kein Spaßverein

Feierlicher Anlass: (von links) Anke Jessen, Siegrid Voß, Volker Schmidt, Jutta Kühl und Petra Lenius-Hemstedt
Feierlicher Anlass: (von links) Anke Jessen, Siegrid Voß, Volker Schmidt, Jutta Kühl und Petra Lenius-Hemstedt

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07. September 2018, 14:36 Uhr

Vor 70 Jahren gründete Paul Herbst mit zwölf weiteren Personen den Reichsbund, Ortsverband Witzwort. Eines der Gründungsmitglieder war Werner John, der bereits 1950 den Vorsitz übernahm, schon mit 56 Mitgliedern. Als er dann 1989 aus gesundheitlichen Gründen den Vorsitz abgeben musste, war der Ortsverband bereits auf 212 Mitglieder gewachsen.

Die Vorsitzende Siegrid Voß freute sich über die große Gästeschar, die den Weg in den Gasthof Rathje gefunden hatte, um dieses Jubiläum zu feiern. Nach der Begrüßung leitete sie ihre Festrede mit der Historie seit 1948 ein. Die Aufgabenstellungen der damaligen Zeit unterschieden sich dabei deutlich von der heutigen Arbeitsweise. Siegrid Voß nannte zum Beispiel die weitaus komplizierter gewordene Gesetzeslage.

Auf Werner John folgte Volker Schmidt, der aber schon nach fünf Jahren aus beruflichen Gründen verzog und sein Amt 1994 an die heutige Ehrenvorsitzende Anke Jessen übergab. Bis 2010 führte sie den Ortsverband, der ab 1995 dann Sozialverband Reichsbund hieß und 1999 den aktuellen Namen erhielt, Sozialverband Deutschland, kurz SoVD.

Der Vorsitz blieb in Frauenhand, Siegrid Voß übernahm den Ortsverband und leitet ihn bis heute. Weitere Ortsverbände schlossen sich an, so war es 1963 Uelvesbüll, 1983 Simonsberg und 1990 auch Oldenswort. Mit aktuell 456 Mitgliedern zählt der Ortsverband Witzwort zu den größeren im Kreis Nordfriesland. Aber nicht nur aus den genannten Gemeinden kommen die Mitglieder. Auch aus Tönning, Kotzenbüll, Garding, Husum und ein Mitglied aus Hamburg, die inzwischen 96-jährige Ingeburg Jensen.

Die Vorsitzende betonte in ihrer Rede, dass der Sozialverband kein Spaßverein sei, auch wenn die vielen Veranstaltungen, Ausflüge und Feiern dies manchmal vermuten lassen. Es gehe hauptsächlich um die sozialen Probleme der Mitglieder.

Unter den Gratulanten waren auch die Landesvorsitzende Jutta Kühl, die Kreisvorsitzende Petra Lenius-Hemstedt und der ehemalige Vorsitzende Volker Schmidt und Angela Jansen, Vorsitzende des Ortskulturrings Witzwort/Uelvesbüll.

Witzworts Bürgermeister Jan Sievers lobte die Vereine als das Rückgrat der Gemeinde. In einer Zeit, in der viele nur ihren eigenen Vorteil sehen, habe die Arbeit des Sozialverbandes eine besondere Bedeutung. Frank-Michael Tranzer, Bürgermeister von Oldenswort, nannte den Artikel 1 aus dem Grundgesetz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ einen Motor für soziales Engagement. Dabei dürfe man nicht nachlassen in dem Bestreben auf dem langen Weg zur sozialen Gerechtigkeit.

Zur Unterhaltung trugen Heidi Starck mit ihren Geschichten op Platt und Marco Klotzbücher mit Musik bei.

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