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Berufsfindung : „Soviel Input wie möglich holen“

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Viele junge Menschen suchten bei der Jobnight in der Gemeinschaftsschule Bredstedt ihren Traumberuf, informierten sich aber auch über andere Möglichkeiten.

„Ich habe einen Praktikumsplatz gefunden“, freut sich Anna-Lena Trapp aus der Flex-Klasse der Gemeinschaftsschule Bredstedt. Soeben hat sie sich bei Anka Clausen, Einrichtungsleiterin der Senator Seniorenwohnanlage Bredstedt, und ihrem Team über das Berufsbild der Altenpflegerin informiert. So wie sie haben sich im Rahmen der sechsten Bredstedter Jobnight der Bildungseinrichtung vorwiegend die Schüler der achten bis zehnten Klassen, aber auch viele jüngere und weitere aus der Region, einschließlich Eltern, über die vielfältigen Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten schlau gemacht. Auszubildende, Mitarbeiter und Führungskräfte der 57 vertretenen Betriebe aus Nordfriesland stehen ihnen hilfreich zur Seite.

Geduldig hat Anka Clausen alles über den inzwischen staatlich anerkannten Beruf erzählt. Die Schülerin darf testen, wie es sich anfühlt, auf einen Rollstuhl angewiesen zu sein. „Wir geben jungen Leuten gern Gelegenheit, Praktika zu machen. Erst dann können sie besser einschätzen, ob der Beruf für sie etwas ist. Pflege bedeutet immer, dass der Mensch im Mittelpunkt steht, und das hat viele Facetten“, sagt die Leiterin. Eines sei sicher: Der Beruf habe Zukunft. „Das ist, glaube ich, mein Ding. Bin gespannt“, sagt die Flex-Schülerin Anna-Lena Trapp am Ende des Gesprächs selbstbewusst.

„Ich bin wirklich froh, dass wir diesmal den Rekord gebrochen haben und so viele Unternehmen dabei sind“, freut sich Hauptorganisator und Fachlehrer Marc Perry, Leitung Wirtschaft/Politik. Er selbst sei mit seinen Mitorganisatoren, den Fach-Kolleginnen Sabrina Klink und Darja Brandt, gespannt auf den Abend und hoffe, dass alle Schüler die Chance für den Einblick in die Betriebe vor Ort nutzen.

Doch die Sorge ist schnell verflogen, denn tatsächlich herrscht von Anfang an bis zuletzt reges Treiben an den Info-Ständen. Viele junge Leute nutzen die Gelegenheit und wollen nicht nur etwas über ihren persönlichen Traumberuf wissen. So sind Lasse Johannsen und Mathes Bahnsen aus der Klasse 8 b gerade mit Melanie Volquardsen, ihres Zeichens zahnmedizinische Fachangestellte und Mitglied im gemeinnützigen Verein Zahngesundheit Nordfriesland, im Gespräch. „Der Beruf liegt voll im Trend und ist inzwischen auch bei den Herren der Schöpfung begehrt“, erläutert sie und gibt Auskunft über Verdienst und Aufstiegsmöglichkeiten. Einen Riesenspaß haben die Schüler beim Anfertigen eines Abdrucks für eine Prothese. Da schlüpft jeder gern einmal in die Rolle des „Opfers und Täters“. Die Jungs sich noch nicht sicher, was sie einmal werden wollen. Auf jeden Fall zeigen sie sich beeindruckt über das gerade Gehörte. „Wir wollen jeden Stand besuchen“, haben sie sich vorgenommen.

Auch für den 15-jährigen Marek Dona gilt: „Soviel Input wie möglich holen.“ Er würde zwar am liebsten Mediengestalter werden, doch umschauen in anderen Berufen sei auch wichtig. Die 16-jährige Naemi pflichtet ihm bei. Sie selbst würde am liebsten Lehrerin werden, doch man könne nie wissen, ob nicht noch andere Chancen warteten.

Inzwischen wird es in der Schulküche spannend. Dort zerlegt Niklas Nissen, Geselle bei Kinsky Fleischwaren, fachgerecht eine Rinderhälfte. Dazu gibt es jede Menge Erläuterungen aus erster Hand von Sandra Hecker, erst kürzlich Innungsbeste als Fleischereifachverkäuferin geworden, sowie den Geschäftsführern des Unternehmens, Arne und Björn Kinsky. „Hier erfahren die jungen Leute, was verlangt wird. Aber sie merken auch, wie viel Spaß der Beruf macht“, sagen die Chefs unisono.

Vertreten sind im übrigen weitere Betriebe und Sparten – vom Einzel-, Großhandel über das Handwerk bis hin zur Bundeswehr und Polizei. Auch Vertreter der Bredstedter Geldinstitute, der Agentur für Arbeit, Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer Flensburg, Krankenkassen, des Kreises Nordfriesland, Finanzamtes, der Beruflichen Schulen oder des LKN sind vor Ort. „Viele junge Leute waren an meinem Stand. Einige Praktikumsplätze habe ich vergeben“, so Tischlermeister Fritz Martensen aus Struckum. Er sei bei jeder Jobbörse dabei gewesen und habe daraus drei Auszubildende akquirieren können.

Am Ende zieht Fachlehrer Marc Perry Bilanz: „Ich bin sehr zufrieden. Das müssen zwischen 800 und 1.000 Gäste gewesen sein. Von den Ausstellern habe ich nur positive Signale erhalten.“ Auch Daniela Pauls von der Agentur für Arbeit ist begeistert: „Ich habe viele Tipps für die Bewerbung geben können sowie Jugendliche über Ausbildungsplätze und Berufe informiert.“ Es sei gut, dass es die Jobbörse gebe. Besser könne man nicht mit Schülern ins Gespräch kommen.

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