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Weniger Wasser-Urlauber : Sorgen bei Tourismus-Vereinen

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Das Amt Nordsee-Treene und Friedrichstadt wollen gegen eine Schleusen-Schließung protestieren. Der Tourismusverein Friedrichstadt befürchtet deutlich weniger Wasser-Touristen.

Nicht nur aus-, sondern auch eingesperrt werden die Wassersportler auf Eider und Treene, wenn wie beabsichtigt, die Wasser- und Schifffahrtsdirektion des Bundes die Gieselau-Schleuse auf unbestimmte Zeit schließen will. Zwar ist das Wasserbauwerk des Bundes rund 30 Kilometer von Friedrichstadt entfernt, doch die Auswirkungen einer Schließung auf den Wassersport und den damit verbundenen Tourismus in der Stadt dürften groß sein.

Schließlich ist es bislang in den Sommermonaten für Freizeit-Skipper nicht ganz einfach, einen Liegeplatz für ihre Segel- oder Motorboote im Alten Hafen in Friedrichstadt zu bekommen. Viele Urlauber ziehen nämlich die Anreise in das Holländerstädtchen über die Eider der Anreise mit dem Auto vor. Bislang auch kein Problem, denn die Gieselau-Schleuse ermöglicht die Fahrt auf dem Wasser auch aus weit entfernten Revieren.

Friedrichstadts Tourismuschefin Anke Stecher ist über die unbefristete Schließung der Gieselau-Schleuse nicht glücklich. Diese betrifft nämlich nicht nur die Wassersportler, auch die Fahrradtouristen, die bislang diesen idyllischen Weg über die Schleuse gewählt haben, müssten nun Umwege in Kauf nehmen. Sie sei zwar als Tourismusverein informiert worden, doch ohne einen festen Zeitrahmen könne man damit nicht arbeiten. Daher schließe sie sich der Resolution gegen die Schließung der Schleusenanlage an, die der Stadtrat von Friedrichstadt in seiner nächsten Sitzung am Dienstag (17.) beschließen will. Auch der Finanz- und Hauptausschuss des Amtes Nordsee-Treene hat dem Amtsausschuss die Unterzeichnung einer solchen Resolution nahgelegt, daher steht dies auch auf der Tagesordnung der Zusammenkunft am Donnerstag (19.) in Simonsberg.

Seit Montag (2.) ist die Gieselau-Schleuse gesperrt. Thomas Fischer, Sprecher des Wasser- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel sagt dazu, dass die Anlage in einer Bewertungsskala von eins bis vier die Note 3,9 erhalten habe. Damit sei klar, dass sie marode sei. Unter anderem sind Schäden an den Schleusentoren, am Beton und an den Spundwänden festgestellt worden. Nun soll, erläutert Fischer, eine Fachfirma die Schäden untersuchen. Das Ergebnis werde allerdings frühestens im Februar/März nächsten Jahres vorliegen. Erst dann könne gesagt werden, wie lange eine Reparatur und damit eine Schließung dauern werde. „Ich habe großes Verständnis für die Sorgen der Wassersportler, der Tourismusverbände und vor allem für die Liegeplatzvermieter, aber für die Untersuchungen fehlten die Fachingenieure, die nahezu alle für die Brunsbütteler Schleuse abgezogen worden waren.“ Der Amtssprecher stellte außerdem fest, dass die Priorität der Gieselau-Schleuse nicht ganz oben liege. Die durchschnittlichen Einnahmen liegen im Jahr bei rund 11  000 Euro, die Ausgaben bei rund 244  000 Euro. Jährlich wird die Schleuse von etwa 1600 Sportbooten und 40 Ausflugsschiffen genutzt. Fischer legt Wert darauf, dass die Schäden nicht durch mangelhafte Wartung – sondern altersbedingt entstanden sind. Die voraussichtlichen Kosten der Reparaturen belaufen sich auf rund 2,2 Millionen Euro.

Gebaut wurde die Anlage Ende der 1930er Jahre, um die Rendsburger Innenstadt zu entlasten. Durch die Schleuse ist es Wasserfahrzeugen möglich, aus dem Nord-Ostee-Kanal in den Gieselaukanal einzufahren und von dort die Eider zu erreichen. Dann steht dem Wasserurlauber ein großes, naturnahes Revier zur Verfügung. Denn neben Friedrichstadt laden auch einige Marinas, beispielsweise in Süderstapel, zu einem Besuch ein. Die Eider bietet nämlich genug Wassertiefe, um auch mit größeren seegängigen Booten auf dem Fluss zu reisen. Und wen es dann noch weiter zieht, der kann Friedrichstadt anlaufen, um dann anschließend durch das Eidersperrwerk in die Außeneider zu gelangen. Der nächste Hafen wäre dann Tönning. Doch viele Reisende wollen die Anreise in das reizvolle Flussrevier durch die Nordsee vermeiden und wählen daher die Anfahrt durch den Gieselaukanal.

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erstellt am 11.Nov.2015 | 13:45 Uhr

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