Bauprojekt in Husum : Sorge um eine Blutbuche

Um dieseBlutbuche geht es: Auf dem Grundstück sollen bald zwei Wohnhäuser gebaut werden.
Um diese Blutbuche geht es: Auf dem Grundstück sollen bald zwei Wohnhäuser gebaut werden.

Husums Grünen-Chef Frank Hofeditz befürchtet, dass der 100 Jahre alte Baum ein Bauprojekt in der Asmussenstraße nicht überlebt. Dem Bauamt wirft er Versäumnisse vor.

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22. Mai 2018, 12:00 Uhr

Gerade jetzt im Frühsommer, wenn sie in vollem Laub steht, zeigt sie ganz deutlich, was für ein Prachtexemplar sie ist: Die Schönheit der Blutbuche auf dem Grundstück Asmussenstraße 17 loben alle, die sich dieser Tage mit ihr beschäftigen – das Überleben des Baums ist allerdings trotzdem nicht gesichert.

Das befürchtet zumindest Frank Hofeditz. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen diskutiert derzeit mit dem Husumer Bauamt darüber, wie das Grundstück bebaut werden darf, auf dem der ungefähr 100 Jahre alte Baum steht. Die Firma Hermann-Tast-Immobilien will im Juni damit beginnen, dort zwei Wohneinheiten mit insgesamt 16 Wohnungen zu errichten. Dafür soll der Baum zwar nicht gefällt werden, Hofeditz befürchtet aber, dass die Blutbuche die Baumaßnahmen trotzdem nicht überleben wird – die Häuser sollen nur drei Meter von ihr entfernt stehen. „Der Wurzelbereich würde auf der Westseite des Baumes stark beeinträchtigt“, schreibt Hofeditz in einer Mail ans Husumer Bauamt, die unserer Zeitung vorliegt, „eine Tiefgarage ist geplant, die ein tieferes Ausschachten nötig macht und dem Baum zusätzlich das Wasser abgraben würde. Die Buche würde zudem in den Schatten der neuen Baukörper geraten, was ihre Vitalität zusätzlich schwächt.“

Hofeditz erinnert daran, dass die Stadtverwaltung im Februar zugesagt habe, die Untere Naturschutzbehörde wegen des Baumes einzuschalten. Dies sei nicht geschehen. „Dieses Versäumnis seitens der städtischen Bauaufsicht möchte ich ausdrücklich missbilligen.“ Er ist zudem der Ansicht, dass die von der Verwaltung erteilte Baugenehmigung deshalb rechtlich anfechtbar sei. Bis sich die Sache geklärt habe, fordert er von der Verwaltung und der Unteren Naturschutzbehörde, den Start der Bauarbeiten zu verhindern. Gleichzeitig bemüht sich Hofeditz darum, die Blutbuche als Naturdenkmal eintragen zu lassen.

Auf Anfrage unserer Zeitung beim Bauamt hieß es am Freitag von einem Mitarbeiter zunächst, eine Mitarbeiterin der Unteren Naturschutzbehörde sei in diesem Moment auf dem Grundstück. Kurz darauf meldete sich Bauamtsleiter Jörg Schlindwein und erklärte, das Bauamt werde aufgrund des „laufenden Verfahrens“ zunächst keine Auskunft mehr geben.

Der Geschäftsführer von Hermann-Tast-Immobilien, Hans-Peter Sobottka, versicherte gegenüber unserer Zeitung, ihm sei sehr daran gelegen, dass die Blutbuche überlebe: „Es war von Anfang an klar, dass dieser prächtige Baum erhalten bleiben soll, daran habe ich auch ein persönliches Interesse.“ Garantieren könne er dies allerdings nicht, weil er beispielsweise nicht wisse, wo die Wurzeln des Baumes entlang führen. Eine Verzögerung des Baubeginns fände Sobottka ausgesprochen ärgerlich: „Das würde für uns einen nicht unerheblichen wirtschaftlichen Rückschlag bedeuten.“

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