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Blockhütte auf der Husumer Neustadt : Sorge um die Zukunft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Zu wenig Parkplätze auf der Neustadt: Husumer Kneipenbetreiber befürchtet Gästerückgang, denn die meisten kommen mit dem Auto.

Zugegeben, das große Plakat mit der Aufschrift „Neubau eines Stadthauses mit elf Eigentumswohnungen“ an der Frontseite der Blockhütte ist recht ungünstig platziert. „Das kann zu Irritationen führen“, gibt Hans Werner Junghanns, der Inhaber des traditionsreichen Lokals auf der Neustadt, zu verstehen. Und stellt damit klar, dass die Kneipe weiterhin bestehen bleibt. „Die Blockhütte ist doch seit Jahrzehnten ein Teil von Husum und eigentlich schon eine unverzichtbare Institution.“ Tatsächlich soll die dahinterliegende, langgezogene Halle dem Neubau weichen – und damit sind die Ängste und Befürchtungen der Kneipenbesucher erst einmal aus dem Weg geräumt.

Allerdings nicht bei Junghanns selbst. Eine uneingeschränkte Garantie für den Bestand der im Erdgeschoss des Hauses Nummer 78 gelegenen Kneipe kann er nämlich nicht geben. Seien in den vergangenen Jahren doch kontinuierlich Parkplätze verloren gegangen – Parkplätze, die auch seine Gäste am Abend genutzt haben. „Und wie sich die neue Verkehrsregelung in der Neustadt auf die Besucherströme auswirken wird, dass muss sich ebenfalls erst noch zeigen“, gibt er zu bedenken. Mit der touristisch intensiv genutzten Hafenstraße etwa könne die Neustadt weder verglichen werden noch konkurrieren.

Seitdem er vor fast 24 Jahren die beliebte Blockhütte übernahm, hat sich in der Infrastruktur für die Gastronomie auf der Neustadt viel zum Nachteil verändert, findet er: „Die Entwicklung der vergangenen Jahre macht mir Sorgen.“ Während immer mehr Besucher mit dem Auto kommen, habe sich das Parkplatzangebot deutlich verringert. „Wir sind eben ein automobiles Volk und darauf müssen wir uns als Geschäftsinhaber auch einstellen.“ Und die Fakten, die er dazu vorlegt, sprechen eine deutliche Sprache. „Mehr als 40 Prozent meiner Gäste stammen aus den Dörfern rund um Husum – und sind natürlich mit ihren Fahrzeugen hier.“ Für sie stelle sich die Situation derzeit so dar, dass sie ihr Auto irgendwo in Husum abstellen – oft in größerer Entfernung. „Den Rest des Weges müssen sie zu Fuß gehen.“ Das behagt lange nicht jedem.

Einen Besucherrückgang von etwa zehn Prozent könne er mit dem Abbau von Personal eventuell noch abfedern. „Aber wenn mir die Gäste aus den Dörfern ganz wegbleiben, weil nicht genügend Parkplätze angeboten werden, habe ich ein dickes Problem.“ Nach unten gäbe es eine Schmerzgrenze. Dann wird er deutlich: „Die Gastronomie wird von der Stadt insgesamt leider eher gelitten als gefördert.“ Mit seiner Kneipe sei er aber kein großes Unternehmen, „das kräftige Gewinne erzielt und somit eine lohnenswerte Einnahmequelle für die Stadt ist“.

Das Parkplatzangebot sei eben für die Blockhütte das A und O – und mit dem Zwei-Richtungs-Verkehr seien auf der Neustadt Parkplätze verloren gegangen. Das wirke sich besonders in den nächtlichen Stunden aus, wenn die Blockhütte von 18 Uhr bis morgens um vier geöffnet hat – und zugleich die Anwohner ihre Autos abgestellt haben. Da die Umstellung gerade mal sechs Wochen her ist, hat er noch keine belastbaren Zahlen, die auf merklichen Besucherrückgang hindeuten. Doch in einem halben Jahr könnte die Statistik schon ganz anders aussehen, fürchtet er.

An Schließung will Junghanns nicht denken – zumindest noch nicht. „Aber wenn sich die Parkplatzsituation weiterhin verschlechtert, weiß ich wirklich nicht, wie es weitergehen soll.“

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