Bedrohte Natur auf Baustellen : Sorge um die nächste Blutbuche

Der Buche auf der Baustelle in der Süderstraße.
Der Buche auf der Baustelle in der Süderstraße.

Wie sieht es mit dem Baum in der Husumer Süderstraße aus?

shz.de von
19. Juli 2018, 13:00 Uhr

Mitten im Baustellenbereich in der Süderstraße ragt sie empor: eine mächtige Blutbuche. Wo vorher das Glasgewächshaus der Gärtnerei Hansen stand, werden jetzt mehrere Wohnblöcke errichtet. Und so entsteht schnell der Eindruck, dass es für diese Purpurbuche, wie sie auch heißt, ebenfalls immer enger wird.

Grünen-Fraktionschef Frank Hofeditz macht sich daher Gedanken um das auffällige Gewächs – insbesondere, nachdem er für eine andere Blutbuche nicht so viel tun konnte: Die Stadtvertreter hatten versucht, eine Neuplanung für den Bau zweier Häuser in der Asmussenstraße zu erreichen, damit diese nicht so nah an der dortigen Blutbuche stehen. Allerdings war der ursprüngliche B-Plan schon genehmigt und der Bauherr hatte wenig Neigung gezeigt, noch einmal von vorne anzufangen – mit den entsprechenden Verzögerungen (wir berichteten).

Während sich Hofeditz beim Baum in der Asmussenstraße allerdings hauptsächlich Sorgen um einen möglichen Rückschnitt der Krone macht, sind es bei der Blutbuche in der Süderstraße die Wurzeln: Er befürchtet, dass diese durch die Bauarbeiten beschädigt werden und der Baum zu wenig Wasser bekommen könnte. Auch im Bauamt war das schon Thema. „Wir wollen auf jeden Fall, dass dieser Baum erhalten wird und stehen auch diesbezüglich mit dem Bauherrn und dem Eigentümer im Gespräch“, war aus der Verwaltung zu hören.

„Ich kann die Menschen beruhigen, wir haben viel Geld in die Hand genommen, um den Baum zu erhalten“, sagt Axel Bahnsen, Inhaber des verantwortlichen Bauunternehmens aus Sönnebüll. In fünf Meter Entfernung sei eine unterirdische Regenrigole eingebaut worden. Das Regenwasser werde dort aufgefangen und nach und nach ins Erdreich abgelassen. „Davon profitiert die Blutbuche.“ Und noch ein weiteres Bauwerk sorge dafür, dass das Regenwasser dem Baum zugute komme. „Wir errichten auf dem Gelände auch eine Carport-Anlage.“ Über ein Abwassersystem werde das Regenwasser von deren Dach zur Blutbuche weitergeleitet.

„Das prächtige Blattwerk zeigt uns doch, dass wir mit diesen Maßnahmen alles richtig gemacht haben“, ist sich Axel Bahnsen sicher. Bei lang anhaltender Trockenheit wie derzeit werfen die Bäume sonst allmählich ihre Blätter ab. „Das ist hier aber nicht der Fall. Wir haben alles unternommen, um diesen Baum zu erhalten“, betont Bahnsen.

Hofeditz zeigt sich denn auch vorsichtig optimistisch und erkennt an: „Das ist ein gutes Zeichen.“ Zugleich verweist er aber darauf, dass das Wurzelwerk nicht nur Wasser, sondern auch Luft nötig hätte. „Ich schlage deshalb vor, dass man um den Stamm herum wasserdurchlässige Ökopflaster setzt.“ Diese wabenförmige Pflastersteine seien kein Hindernis für Regenwasser und könnten dennoch Fahrzeuge tragen. Seiner Einschätzung nach könnte die Blutbuche gut 100 Jahre alt sein – und sie soll ja gerne noch älter werden.

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