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Schülermangel in Stapelholm : Sorge um die Grundschulen

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Wie geht es mit dem Schulverband Stapelholm weiter? Die Regionalschule Erfde hat nicht mehr genügend Schüler. Auch die Grundschule in Norderstapel bereitet Sorgen, denn 2016 werden dort nur acht Kinder aus Süder- und Norderstapel eingeschult.

shz.de von
erstellt am 04.Feb.2014 | 07:00 Uhr

Im Foyer der Stapelholmschule traf sich der Schulverband vor einem kleinen Kreis aus Elternvertretern, Lehrern und Gemeindevertretern zu seiner Sitzung über die Zukunft der Schullandschaft in Stapelholm.

Im August vergangenen Jahres waren die Grundschulen Bergenhusen und Norderstapel fusioniert. Jetzt sollte eine weitere Fusion statt finden, damit auch der Grundschulstandort Erfde erhalten werden kann. Denn wie vielerorts droht in den nächsten Jahren eine Unterschreitung der Zahl von 80 Schülern und damit die Schließung. Zusammen mit Bergenhusen/Norderstapel sind es dann mehr als 200. Allerdings müssen die Außenstellen 40 Schüler aufweisen. Hier sieht Verbandsvorsitzender Rainer Rahn aber Probleme. „2010 hat es je vier Geburten in Norder- und Süderstapel gegeben. Das sind gerade mal acht Kinder für die erste Klasse im Jahr 2016.“ Wenn sich nichts ändert, werden die Kinder der Stapelholmer Norddörfer nach Erfde fahren müssen. Der Beschluss über diese Fusion ging schnell und einstimmig über die Bühne.

Der Noch-Regionalschulteil in Erfde wird voraussichtlich zu Beginn des nächsten Schuljahrs die Mindestgröße von 240 Schülern nicht mehr erreichen. Um in Stapelholm langfristig ein Gemeinschaftsschulangebot aufrecht zu erhalten, wurde die Fusion mit der Schule Kropp vorgeschlagen. Zu einem Disput kam es, als Rahn vorschlug, die Änderung der Finanzierung des Schulverbandes in den Beschluss über die Fusion aufzunehmen. Schließlich käme es zu einer wesentlichen Änderung, da die Trägerschaft für die Außenstelle Erfde nach Kropp wechselt und sich damit die Geschäftsgrundlage für die einzelnen Gemeinden ändern würde. Jürgen Swazinna aus Erfde lehnte dies ab. Letztendlich gab es eine mehrheitliche Zustimmung bei zwei Enthaltungen zum Fusionsvertrag. In Bezug auf die Änderung der Finanzierung wurde kurzfristig ein neues Treffen vereinbart.

Jan Peter Rief aus Tielen sieht in disem Zusammenhang erhebliche Kosten auf seine Gemeinde zukommen, wenn zum Beispiel von der Finanzkraft auf Beiträge in Abhängigkeit von der Schülerzahl umgestellt wird: „Wir haben nur eine Busverbindung nach Erfde und sind in Bezug auf die Schulwahl alternativlos im Gegensatz zu den anderen Gemeinden in Stapelholm.“ Rainer Langbehn aus Süderstapel stellte angesichts der Forderung des Schulamtes, dass die fünfte Eingangsklasse mindestens 18 Schüler haben muss, die Frage, inwieweit sich eine Investition in die Schule überhaupt noch lohne: „Unter Umständen stellen wir in drei oder vier Jahren fest, dass aufgrund der gesunkenen Schülerzahlen die Schule geschlossen werden muss und wir zahlen noch zehn oder 15 Jahre die Rechnungen.“ Dieses Argument wurde von Rahn zurückgewiesen.

Die Gespräche sollen, so der Beschluss, innerhalb der nächsten vier Wochen stattfinden. Am Rande der Sitzung kam unter anderem der Vorschlag auf, dass beispielsweise die Gemeinde Erfde die Finanzierung der Gemeinschaftsschule übernimmt und von den übrigen Gemeinden Gastschulbeiträge erhält, wie es bei anderen Schulen schon länger üblich ist.

Als Arbeitsgremium für den Schulverband wird es künftig einen Haupt- und Finanzausschuss mit drei Mitgliedern geben, der die Beratungen und Beschlüsse des Schulverbandes bei Personal-, Finanz-, Vertrags-, Grundstücks-, Stellenplan- und sonstigen Angelegenheiten vorbereitet. Der Beschluss war einstimmig.

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