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Husumer Nachrichten

24. Oktober 2017 | 08:10 Uhr

Mildstedt : Sorge um die Altenwohnungen

vom

Arbeiterwohlfahrt Mildstedt befürchtet pflegerischen Notstand. Appell zur Zurückhaltung an die Parteien vor der Wahl.

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 08:07 Uhr

Mildstedt | "Die Arbeiterwohlfahrt ist in großer Sorge, dass das betreute Wohnen in Mildstedt durch den Verkauf der Wohnungen gefährdet ist", macht Awo-Ehrenvorsitzender Johannes Henkens deutlich. Er fordert von allen Parteien, , die Hände von den Seniorenwohnungen zu lassen. Henkens gilt als Vater der Seniorenwohnanlage. Dort werden 73 seniorengerechte Wohnungen von einem Awo-Servicezentrum betreut, das in der Mitte der Anlage liegt. Unmittelbar daneben sind gerade sieben neue Seniorenwohnungen im Rohbau fertig geworden. Beauftragt mit dem Bau war die Wobau Eiderstedt, die hinsichtlich der Mieten an den sozialen Wohnungsbau gebunden ist.

Bürgermeister Bernd Heiber zeigt Verständnis für die Forderung der Awo und betont: "Eine Gemeinde ist verpflichtet, für die ältere Generation bezahlbaren Wohnraum vorzuhalten. Im Rahmen der kommunalen Daseinsfürsorge wollen wir den Mildstedtern von der Krippe bis hin zu den Seniorenwohnungen einen Platz in ihrer Heimatgemeinde bieten."

Awo-Vorsitzender Hans-Peter Henkens ist überzeugt, dass die Mieten nach einem Verkauf steigen. Warum geht die Awo so kurz vor der Kommunalwahl damit an die Öffentlichkeit? Heiber: "In der Gemeinde gibt es Bestrebungen, große Projekte durch den Verkauf von gemeindeeigenen Seniorenwohnungen zu finanzieren." Henkens rechnet vor: "Überall werden Rentnerwohnungen gebaut und privat damit Geld verdient. Sie stehen dann oft ohne irgendeine Anbindung an ein soziales Dienstleistungszentrum da. Parallel dazu gewinnt der privat-gewerbliche Anteil an stationärer und ambulanter Pflege immer mehr an Raum. Die Folgen sind hohe Mieten für Rentner und Pflegebetriebe, die mehr erwirtschaften sollen als lediglich die entstandenen Kosten zu refinanzieren - wie dies bei gemeinnützigen Trägern üblich ist." Der Awo-Vorsitzende: "Es gibt Stimmen in Mildstedt, die den Verkauf der gemeindeeigenen Wohnungen mit betreutem Wohnen wollen, um damit den Neubau einer zweiten Turnhalle zu finanzieren. Wenn nun aber die Wohnungen alle in Privateigentum übergehen, steigen die Mieten - und letztlich wird das ganze System torpediert. Die Gemeinde hätte dann keinen Einfluss mehr auf die Höhe der Mieten und auch nicht mehr auf die künftigen Mieter. Die Mietpreisbindung im sozialen Wohnungsbau erlischt nach 30 Jahren - und die sind demnächst um. Dann werden die Betreuungsverträge mit der Awo gekündigt und die Anbindung an das bewährte System fällt weg." Die Arbeiterwohlfahrt Mildstedt ist mit 863 Mitgliedern Deutschlands größter Ortsverein - gemessen an der Einwohnerzahl.

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