Schloss-Café in Husum : Sonntag ohne Kaffee und Kuchen

Das Café-Konzept ist ein Projekt des Theodor-Schäfer-Werks.
Das Café-Konzept ist ein Projekt des Theodor-Schäfer-Werks.

Sogar zur Zeit der Krokusblüte hatte das Schloss-Café nur dienstags bis sonnabends geöffnet – doch das ändert sich vielleicht.

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12. April 2018, 11:00 Uhr

Es ist Sonntag, die Sonne scheint, die Krokusse blühen. Spaziergänger bummeln durch den Park, wollen dann ein Stück Kuchen essen und Kaffee trinken. Nur: Das Schloss-Café ist geschlossen.

Es ist allerdings kein normales Lokal, das Café in den gewölbten Räumen des ehemaligen Küchentraktes im Schloss vor Husum. Als Projekt des Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerks (TSBW) ist es zugleich ein Lernort für Menschen mit Handicap, ein Trainingsfeld für Service, Speisezubereitung und Dekoration. Aber es hat nicht nur – wie viele andere Gastronomie-Betriebe auch – am Montag Ruhetag, sondern auch am Sonntag.

„Kein Mensch kann das verstehen – und dann stehen sie im Schloss und fragen bei uns nach“, sagt Dr. Uwe Haupenthal, Geschäftsführer des Museumsverbundes Nordfriesland. Einfluss darauf habe er aber nicht, denn genau wie das TSBW sei auch der Museumsverbund nur Mieter im Schloss – beim Kreis Nordfriesland. Über das Konzept des Cafés ist Haupenthal jedenfalls voll des Lobes: „Es ist gut geführt und das Angebot überzeugt, das zeigen schon die zahlreichen Gäste.“ Nur dass am Sonntag, wenn – wie er meint – die meisten kommen würden, geschlossen ist, sei höchst ärgerlich. „Wir bedauern das sehr.“

„Und das kann ich auch gut verstehen“, sagt Hans-Jürgen Vollrath-Naumann, der Leiter des TSBW. Allerdings hat er auch eine stichhaltige Begründung dafür: „Nach der Eröffnung des Schloss-Cafés 2004 hatten wir die ersten zehn Jahre auch sonntags geöffnet – nur war das der besucherärmste Tag in der Woche.“ Scheint die Sonne, gingen die Leute an den Hafen, ist das Wetter schlecht, blieben sie zu Hause, bringt er es auf den Punkt.

Dass zu Großereignissen wie dem Krokusblütenfest oder dem Mittelaltermarkt die Türen zu blieben, erklärt er auch: „Wir haben es versucht. Aber da wurde das kleine Café derart von Besuchern überrannt, dass das Personal der Situation nicht Herr werden konnte.“ Jedoch sei eine Sonntags-Öffnung während der Krokusblüte eine gute Idee.

Dafür ist es nun zu spät, aber: „Wir denken schon über eine Änderung nach.“ Es sei ein Diskussionsprozess im Gang, der auch mit der neuen Leiterin Nicole Meisel geführt werde. „Ich kann mir daher gut vorstellen, dass wir im Sommer einen Probelauf machen.“

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