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Krokusblüte in Husum : Sonnenschein ist die treibende Kraft

vom
Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Die Krokusblüte im Husumer Schlossgarten kommt – so viel ist gewiss. Doch wann genau das sein wird, kann niemand mit Gewissheit vorhersagen. Experten des Kommunalen Service-Betriebes rechnen mit Mitte März.

Um die Krokusblüte im Schlosspark ranken sich zahlreiche Legenden. Sicher ist allerdings nur, dass niemand sagen kann, worin sie ihren Ursprung hat. Dort, wo sich heute das Schloss vor Husum findet, stand bis ins 16. Jahrhundert ein Franziskaner-Kloster. Dessen Mönche sollen Krokusse angepflanzt und aus dem Safran Farbe für ihre liturgischen Gewänder gewonnen haben, schreibt der Leiter des Nordfriisk Instituut, Prof. Thomas Steensen, in seinem „Kleinen Husum-ABC“.

Dieser mittelalterliche Mythos ist durch die Errungenschaften der Naturwissenschaft inzwischen widerlegt, weil der crocus napolitanus für die Gewinnung von Safran gar nicht geeignet ist. Für wahrscheinlicher hält Steensen die Theorie, dass die Herzoginnen Augusta und Maria Elisabeth für das publikumswirksame Blütenwunder verantwortlich sind. Die beiden Damen lebten im 17. Jahrhundert und waren, wie den herzöglichen Annalen zu entnehmen ist, passionierte Gärtnerinnen mit einem Faible für exotische Pflanzenarten.

200 Jahre später blickt Theodor Storm allerdings in einen „weitgehend vernachlässigten Schlosspark“ ohne Krokusblüte. Das soll sich ändern, als die Stadt das Areal von der königlich-preußischen Regierung erwirbt und durch Landschaftsgärtner Rudolf Jürgens im englischen Stil umgestalten lässt. Seither können sich die Krokusse ungehindert ausbreiten und den Park einmal jährlich in ein Blütenmeer verwandeln.

Sicher ist, dass dies auch 2015 wieder so sein wird. Wann genau, lässt sich allerdings nicht vorhersagen, da die Blüte witterungsbedingt starken Schwankungen unterliegt. Seit 1970 führt der KSH (vormals Bauhof) Buch über den Blüten-Verlauf. Die Aufzeichnungen machen vor allem eines deutlich: Mehr noch als das Thermometer entscheidet die Intensität der Sonneneinstrahlung, wann der bunte Reigen seinen Anfang nimmt und wie intensiv er ausfällt. So bieten milde Winter durchaus keine Garantie für einen besonders dichten Blütenteppich. Auffallend früh setzte die Krokusblüte 1990 ein. Was damals Ende Februar begann, war Mitte März schon wieder vorüber. Dafür reisten Krokusfans im März 2013 vergebens nach Husum. „Der Winter war damals besonders lang, kalt und trocken“, erinnert sich KSH-Teamleiter Thomas Leißner. Nach wochenlangem Dauerfrost startete die Blüte dann am 11. April und dauerte gerade einmal zwölf Tage.

Und in diesem Jahr? „Noch ist alles grün“, sagt Leißner, aber bei näherer Betrachtung seien die ersten Krokusköpfe bereits zu erkennen. „Für die nächsten zehn bis vierzehn Tage sagen Meteorologen Temperaturen so um drei bis fünf Grad voraus“, fährt der Mann vom KSH fort. „Wenn sich das bewahrheiten sollte, könnte die diesjährige Blüte Mitte März beginnen.“

Thomas Steensen zitiert am Ende Krokusblüten-Kapitels den Husumer Dichter und Bürgermeister Emanuel Gurlitt (1826  -  1896). Der schrieb bereits um 1890, was noch heute gilt: „Un denn de Stadtpark! O, wat fien! So’n schönen hett nich mol Berlin.“

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erstellt am 23.Feb.2015 | 12:15 Uhr

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