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Gemeinden in Aufruhr : Sonnabends keine Konfirmationen mehr

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Aus der Redaktion der Husumer Nachrichten

Der Kirchengemeinderat von Ostenfeld, Wittbek und Winnert hat zusammen mit Pastorin Annkatrin Kolbe beschlossen, ab 2016 nur noch am Sonntag zu konfirmieren. Begründung: Der Übertritt ins kirchliche Erwachsenenalter soll von der gewissen Unruhe eines Werktags abgegrenzt werden. Bürger sammelten dagegen Unterschriften.

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erstellt am 24.Mai.2014 | 17:00 Uhr

Das Gebot der Sonntagsruhe hat eine lange Tradition in christlichen Ländern. „Sechs Tage sollst du arbeiten, am siebten Tag sollst du ruhen“, heißt es im Alten Testament. Dieser Ansatz ist wohl der Beschlussfassung des zwölfköpfigen Kirchengemeinderats (KGR) der Gemeinden Ostenfeld, Wittbek, Winnert geschuldet. Die Pastorin Annkatrin Kolbe hat gemeinsam mit dem KGR beschlossen, ab 2016 sonnabends keine Konfirmationen mehr anzubieten. „Es ist ein Werktag“, begründet Kolbe nicht nur ihre Wahrnehmung, dass aus Mangel an Ruhe der Sonnabend ungeeignet sei. Daher werden nur noch an Sonntagen Konfirmationen stattfinden.

Etwa 200 Anwohner der drei Gemeinden sehen das anders. Sie nahmen diesen Beschluss des KGR zum Anlass, durch eine Unterschriftensammlung ihren Unmut über diese Beschlussfassung auszudrücken. Sie wollen an dem Sonnabend festhalten. Pastorin Kolbe nahm den Einwand auf. Doch in dem gewählten Gremium kam es zu keiner Umkehr – bisher. Allerdings sei dieses Votum nicht in Stein gemeißelt, ließ Kolbe wissen, die nunmehr seit fast vier Jahren für die drei Gemeinden tätig ist. Kommendes Jahr wird es am Sonnabend noch Konfirmationen geben. Sollte dann 2016 erneut ein Antrag an den KGR gestellt werden, wird neu entschieden, stellte die Pastorin den betroffenen Anwohnern anheim.

Was die 200 Gemeindemitglieder bestimmt freuen wird, zu hören. Dann war die bisherige Mühe ihrer Unterschriftenaktion nicht umsonst – nur aufgeschoben. Vielleicht erhalten die Anwohner beim zweiten Versuch mehr Gehör im KGR, um sonnabends ihre Konfirmation zu feiern. Der Wirtschaftspädagoge, Philosoph und Zeitforscher Karlheinz Geissler erklärte kürzlich, dass Christen in Zeiten der Globalisierung am Sonntag das Gleiche machen können wie am Werktag. Was doch sicher auch umgekehrt gelten könnte.

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